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Was ist HIV?
HIV ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung des menschlichen Immunschwäche-Virus Human Immunodeficiency Virus.
HIV ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung des menschlichen Immunschwäche-Virus Human Immunodeficiency Virus.
Hat sich ein Mensch mit diesem Virus infiziert, wird er entsprechend den Ergebnissen eines Labortests auf Virusmaterial oder gebildete Antikörper als "HIV-positiv" bezeichnet.
Ist HIV dasselbe wie AIDS?
Nein, das ist es nicht. HIV-positiv zu sein bedeutet, sich mit dem Virus infiziert zu haben.
Nein, das ist es nicht. HIV-positiv zu sein bedeutet, sich mit dem Virus infiziert zu haben.
Treten mit zunehmender Schwächung des Immunsystems dagegen sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen auf, spricht man von AIDS - dem Acquired Immuno Deficiency Syndrome. Zu diesen AIDS- definierenden Erkrankungen zählen beispielsweise Pilzinfektionen von Speiseröhre und Lunge, das Kaposi-Sarkom, maligne Lymphome, zerebrale Toxoplasmose und bestimmte Formen der Lungenentzündung.
Wie wird das Virus übertragen, und wie kann ich mich vor Ansteckung schützen?
Die Hauptübertragungswege des HI-Virus sind der sexuelle Kontakt mit einem infizierten Partner und der gemeinsame Gebrauch von Injektionsbestecken unter Drogenabhängigen.
Die Hauptübertragungswege des HI-Virus sind der sexuelle Kontakt mit einem infizierten Partner und der gemeinsame Gebrauch von Injektionsbestecken unter Drogenabhängigen.
Entscheidend ist dabei der direkte Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten, wobei sich die höchsten Viruskonzentrationen in Blut und Samenflüssigkeit finden.
Schützen können Sie sich demzufolge durch das konsequente Befolgen der Safer-Sex-Regeln, das heißt durch Benutzen von Kondomen und Vermeiden von Risiko-Praktiken vor allem unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Benutzen Sie nur Ihr eigenes Spritzbesteck und nicht das anderer Personen.
Weitere Informationen erhalten Sie jederzeit in unseren Filialen, den lokalen AIDS-Hilfen und z.B. in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Was tun, wenn das Kondom geplatzt ist?
Auch Kondome bieten keinen 100%-ig sicheren Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Auch Kondome bieten keinen 100%-ig sicheren Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Wenn ein Kondom reißt, heißt es zunächst Ruhe bewahren, denn ob tatsächlich das Risiko für eine HIV-Infektion besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Diese sind in der Literatur ausführlich beschrieben, und es existieren sogar Hochrechnungen für die prozentuale Wahrscheinlichkeit einer Infektion in Abhängigkeit von diesen Faktoren.
Nehmen Sie bitte in jedem Fall umgehend Kontakt mit einer HIV-Schwerpunkt-Praxis auf, in der man Ihnen weiterhelfen wird.
Adressen und Telefonnummern erhalten Sie in unseren Filialen oder den lokalen AIDS-Hilfen.
Oft ergeben sich solche Notsituationen allerdings außerhalb der allgemeinen Öffnungs- und Geschäftszeiten. In diesem Fall ist die Anlaufstelle in Berlin das Auguste-Viktoria-Klinikum, Rubensstrasse 125, 12157 Berlin, Tel.: +49 30 79 03 – 0.
Hier finden Sie zu jeder Zeit einen Ansprechpartner. Das Klinikum besitzt eine Abteilung für Infektiologie, in der man Sie bei Bedarf auch medikamentös versorgen kann.
Hilfe erhalten Sie ebenfalls in der Charité, Notaufnahme Innere Medizin,
Tel.: +49 30 450 55 3000.
Wenn Sie nicht in einer Großstadt leben, so wenden Sie sich bitte an das nächst gelegene Krankenhaus oder nehmen Sie Kontakt mit einer der o. g. Kliniken auf.
Was ist eine PEP?
PEP steht für postexpositionelle Prophylaxe und bezeichnet eine Kombination aus drei antiretroviral wirksamen Substanzen.
PEP steht für postexpositionelle Prophylaxe und bezeichnet eine Kombination aus drei antiretroviral wirksamen Substanzen.
Sie wird unmittelbar im Anschluss an einen Risikokontakt eingenommen, um die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion zu minimieren. Die Dauer der Einnahme beträgt in der Regel vier Wochen, bevor im Anschluss mittels entsprechender Testverfahren eine Infektion ausgeschlossen bzw. bestätigt wird.
Wichtig ist die Beachtung des zeitnahen Beginns der PEP. So bestehen die besten Aussichten zur Verhinderung einer Infektion innerhalb der ersten 24 Stunden nach Exposition, optimalerweise aber innerhalb der ersten beiden Stunden. Nach 72 Stunden wird eine medikamentöse Prophylaxe als nicht mehr sinnvoll angesehen.
Wo kann ich mich auf eine HIV-Infektion testen lassen?
Prinzipiell können Sie sich bei jedem Hausarzt auf eine HIV-Infektion testen lassen, denn alle Ärzte sind berechtigt, entsprechende Tests durchzuführen
Prinzipiell können Sie sich bei jedem Hausarzt auf eine HIV-Infektion testen lassen, denn alle Ärzte sind berechtigt, entsprechende Tests durchzuführen.
Die Kosten hierfür werden bei entsprechender Indikationsstellung, wenn also typische Symptome oder ein hinreichender Verdacht auf eine Infektion vorliegen, von Ihrer Krankenversicherung getragen. In einigen Praxen wird der Test auf Wunsch auch anonym durchgeführt - hier wird jedoch meist eine Gebühr fällig, die Sie im Vorfeld erfragen sollten.
Anonym testen lassen können Sie sich in Berlin z.B. im Tropeninstitut, Spandauer Damm 130, 14050 Berlin, Tel.: 30116-6 (gegen Gebühr) oder in den verschiedenen Gesundheitsämtern (kostenlos).
An wen kann ich mich wenden, wenn ich von meiner Infektion erfahren habe?
Ein positives HIV-Testergebnis kann ein ganzes Leben verändern.
Ein positives HIV-Testergebnis kann ein ganzes Leben verändern.
Viele Fragen gilt es zu klären, wofür Sie Rat und Unterstützung in den lokalen AIDS-Hilfen bekommen. Angefangen von der Wahl des Arztes über psychologische Betreuung, Sport- und Freizeitangebote wird man Ihnen hier Personen und Institutionen nennen können, die Ihnen bei Ihren persönlichen Belangen weiterhelfen.
Muss ich sofort Medikamente nehmen, wenn ich von meiner Infektion erfahren habe?
In den seltensten Fällen ist es notwendig, unmittelbar nach Vorliegen eines positiven Testergebnisses HIV-Medikamente einzunehmen.
In den seltensten Fällen ist es notwendig, unmittelbar nach Vorliegen eines positiven Testergebnisses HIV-Medikamente einzunehmen.
Drei Kriterien entscheiden darüber, ob und wann mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden sollte. Das sind sowohl die Blutparameter Viruslast und Helferzellzahl als auch das klinische Erscheinungsbild Ihrer Infektion. Allgemein kann gesagt werden, dass ein Therapiebeginn sinnvoll ist, je niedriger die Helferzellzahl und je höher die Viruslast ist. Wann dieser Punkt erreicht ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die medikamentöse Behandlung einer HIV-Infektion in der Regel auf viele Jahre, wenn nicht auf ein ganzes Leben, angelegt ist. Das bedeutet, dass langfristig Medikamente zu festen Zeiten und teilweise mit strikten Vorschriften (z.B. mit gleichzeitiger Nahrungsaufnahme) eingenommen werden müssen - eine Herausforderung, für die Sie bereit sein müssen.
Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidung, und sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Arzt über eventuelle Vorbehalte, denn Sie sind die entscheidende Person für den Erfolg Ihrer Therapie.
Welche Nebenwirkungen haben diese Medikamente?
Wie bei allen wirksamen Medikamenten, kann es auch bei den Präparaten gegen eine HIV-Infektion, unerwünschte Wirkungen geben.
Wie bei allen wirksamen Medikamenten, kann es auch bei den Präparaten gegen eine HIV-Infektion, unerwünschte Wirkungen geben.
Je nachdem, welche Kombination Ihr behandelnder Arzt zusammen mit Ihnen ausgewählt hat, unterscheiden sich diese.
Sie können von Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Durchfällen und Übelkeit, Kopfschmerzen, Anämien bis hin zu Leberstörungen und Albträumen reichen.
In vielen Fällen sind diese Beschwerden selbstlimitierend, das heißt, sie lassen nach einigen Tagen oder Wochen in ihrer Intensität nach oder verschwinden ganz.
Halten Sie allerdings in ihrer Stärke an und fühlen Sie sich in Ihrer Lebensqualität zu sehr beeinträchtigt, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt - er wird Ihnen Hilfe bei der adäquaten Behandlung eventueller Nebenwirkungen geben oder Ihre Therapie ggf. umstellen. Nur wenn Sie sich mit Ihrer Kombination wohl fühlen, ist mit einem langfristigen Erfolg der Therapie zu rechnen, denn starke Nebenwirkungen sind ein schlechter Wegbegleiter für die Behandlung einer HIV-Infektion.
Ich möchte mal eine Pause einlegen! Muss ich meinem Arzt sagen, dass ich keine Medikamente mehr nehmen will?
Fast jeder Patient hat irgendwann einmal den Wunsch, eine sogenannte Therapiepause einzulegen.
Fast jeder Patient hat irgendwann einmal den Wunsch, eine sogenannte Therapiepause einzulegen.
Belastend werden meist die regelmäßige Tabletteneinnahme und die daraus resultierende Präsenz der Infektion empfunden. Es gibt sehr individuelle und unterschiedlichste Beweggründe.
Neuesten Studienergebnissen zufolge ist die Gefahr für die Entwicklung von Resistenzen und somit das Therapieversagen während Therapiepausen zu hoch. Verschiedene Substanzen halten sich unterschiedlich lange in Ihrem Körper auf. Das kann dazu führen, dass bei gleichzeitigem Abbrechen der Einnahme Ihrer Präparate ein oder mehre Wirkstoffe in geringer Konzentration länger in Ihrem Organismus verweilen. Man spricht in diesem Fall von subtherapeutischen Konzentrationen, die dem Virus erlauben, Resistenzen zu entwickeln. Wenn Resistenzen erst entstanden sind, dürfen bei erneutem Therapiebeginn diese Substanzen nicht wieder eingesetzt werden.
Sollten Sie dennoch den Wunsch haben Ihre Behandlung zu unterbrechen, treffen Sie diese Entscheidung nie eigenmächtig. Jede Veränderung in Ihrem Therapieschema ist unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt abzuklären. Er wird mit Ihnen gemeinsam die Einzelheiten besprechen.
Ist es schlimm, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
Prinzipiell ist es gerade bei der Behandlung einer HIV-Infektion von großer Wichtigkeit, die verordneten Medikamente konsequent und zu den richtigen Zeiten einzunehmen.
Prinzipiell ist es gerade bei der Behandlung einer HIV-Infektion von großer Wichtigkeit, die verordneten Medikamente konsequent und zu den richtigen Zeiten einzunehmen.
Wissenschaftlichen Studien zufolge müssen für einen langfristigen Therapieerfolg mindestens 95% der Tabletten korrekt eingenommen werden.
Sie werden feststellen, dass die konsequente Einnahme nicht einfach ist, und vielleicht haben Sie auch schon einmal eine Tabletteneinnahme vergessen.
Bei vielen Präparaten kann innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die Einnahme nachgeholt werden. Keinen Sinn macht es dagegen, eine vergessene Tabletteneinnahme durch eine doppelte Dosis ausgleichen zu wollen. Das bringt dem Patienten therapeutisch keinen Vorteil, dafür jedoch unter Umständen verstärkte Nebenwirkungen.
Was sind opportunistische Erkrankungen?
Von opportunistischen Erkrankungen spricht man, wenn Krankheitsbilder entstehen, die bei Menschen mit intaktem Immunsystem normalerweise nicht auftreten.
Von opportunistischen Erkrankungen spricht man, wenn Krankheitsbilder entstehen, die bei Menschen mit intaktem Immunsystem normalerweise nicht auftreten.
Dazu gehören beispielsweise bestimmte Formen der Lungenentzündung, eine Toxoplasmose des Gehirns, Hirnhautentzündungen u. v. m. Die körpereigenen Abwehrmechanismen sind im Allgemeinen in der Lage, eindringende Krankheitserreger unschädlich zu machen.
Ist der Körper dagegen durch eine HIV-Infektion geschwächt, reichen die Kapazitäten oft nicht mehr aus, um gegen bestimmte Bakterien, Viren und Pilze anzukämpfen. Opportunistische Erkrankungen können entstehen. Da diese die Therapie einer HIV-Infektion weiter erschweren können, werden z.B. Antibiotika prophylaktisch eingesetzt.