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Juli 2010
Onkologie - "Früherkennung von Brustkrebs" - neue Broschüre
Wie hoch das Risiko für eine Brustkrebserkrankung ist, welche Früherkennungsmethoden es gibt, wo sie angeboten werden und welche Vor- und Nachteile sie haben – all diese und mehr Informationen liefert die neue "Frauenleitlinie". Die Broschüre "Früherkennung von Brustkrebs - eine Entscheidungshilfe für Frauen" enthält alle derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zum Thema Brustkrebs-Früherkennung in allgemein verständlicher Sprache. Ab dem 30. Lebensjahr haben gesetzlich versicherte Frauen in Deutschland Anspruch auf regelmäßige Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen. Der neue Ratgeber soll Frauen die Entscheidung erleichtern, ob sie eine Früherkennung in Anspruch nehmen und welches Angebot für sie das richtige ist.
Juli 2010
Onkologie - Sonne tanken, aber richtig!
Die Sonne lacht, die Seele auch, aber die Haut ist in Gefahr. Kopf, Haut und Augen sollten der Sonne nicht ungeschützt ausgesetzt werden.
Der Hochsommer ist da, die Sonne brennt. Das hebt die Stimmung und kurbelt die Vitamin D-Produktion an. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Sonne insbesondere UV-A und UV-B-Strahlen im Übermaß gefährden die Haut. Jeder Sonnenbrand schädigt die Haut dauerhaft, auch wenn er nach einiger Zeit wieder verschwindet. Die Auswirkungen zeigen sich erst nach Jahren und Jahrzehnten in Form von Falten, Pigmentflecken oder möglicherweise sogar als Hautkrebs. Besonders Kinder sollten gut vor der Sonne geschützt werden, denn ihre Haut ist extrem dünn und empfindlich.
Als Faustregel gilt: Alles, was zu einer Rötung der Haut führt, ist ungesund. Sonnenschutzmittel verlängern zwar die Zeit, die geschützt in der Sonne verbracht werden kann abhängig vom Hauttyp und der Intensität der UV-Strahlung, aber sie halten die Strahlung nicht vollständig ab. Das tun auch Sunblocker nicht, auch wenn der Name diese Vermutung nahe legt.
Wer mit heiler Haut durch den Sommer kommen möchte, sollte folgende Regeln beachten:
- Schützen Sie sich durch geeignete Kleidung.
- Cremen Sie freie Körperstellen mit Sonnencreme ein.
- Achten Sie auf einen ausreichenden Lichtschutzfaktor: Je heller der Hauttyp, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor sein.
- Cremen Sie sich 30 Minuten vor dem Sonnenbaden ein.
- Senkrecht besonnte Körperpartien besonders gut eincremen: Ohren, Nase, Schultern, Fußrücken.
- Cremen Sie sich auch bei wasserfesten Sonnencremes nach dem Baden erneut ein.
- Meiden Sie die Mittagssonne von 11 bis 15.00 Uhr.
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, die die Augen wirksam vor UV-A- und UV-B-Strahlung schützt.
- Vergessen Sie den Sonnenhut nicht.
- 50 Sonnenbäder im Jahr sind mehr als genug!
Juni 2010
Onkologie - Einmalige Bestrahlung von innen bei Brustkrebs ausreichend
Die neue Bestrahlungsmethode nennt sich IORT, intraoperative Radiotherapie, und funktioniert folgendermaßen: Sofort, nachdem der Tumor aus der Brust entfernt wurde, wird das Tumorbett, also das Gewebe um den herausoperierten Tumor, einmalig mit einer relativ hohen Strahlendosis 30 Minuten lang von innen bestrahlt. Eventuell noch vorhandene Krebszellen sollen damit abgetötet werden.
Bei der herkömmlichen Behandlungsstrategie wird die Brust mehrere Wochen lang täglich von außen bestrahlt. Verglichen damit ist die Belastung des neuen Verfahrens für die Patientin wesentlich geringer. Die IORT ist nicht nur einfacher und kürzer, sondern auch schonender für Haut und gesundes Gewebe.
Warum also ist die IORT nicht längst zum Behandlungsstandard geworden? Die Antwort lautet: weil es bisher noch keine gesicherten Ergebnisse dazu gab, wie sich die IORT langfristig auswirkt. Derartige Ergebnisse liefert jetzt die TARGIT-Studie. Die randomisierte klinische Studie hat 10 Jahre lang untersucht, ob sich mit der Einmalbestrahlung das Wiederauftreten von Krebs in der betroffenen Brust ebenso gut eindämmen lässt wie mit der herkömmlichen mehrwöchigen Bestrahlung.
Das Ergebnis
Die TARGIT-Studie zeigt, dass die IORT langfristig genauso wirksam ist wie die externe Bestrahlung. Nach vier Jahren trat nur bei einem Prozent der Patientinnen der Krebs in derselben Brust wieder auf. Auch die Nebenwirkungsrate war vergleichbar. Während bei der konventionellen Therapie häufig strahlenbedingte Hautschäden auftraten, mussten nach der Bestrahlung von innen etwas mehr Serome (Ansammlungen von Wundsekret) punktiert werden.
Die Studie
An der im März 2000 begonnenen internationalen Studie haben weltweit über 2230 Patientinnen teilgenommen. Das Durchschnittsalter der untersuchten Frauen betrug 63 Jahre. Alle Studienteilnehmerinnen hatten Tumoren im Frühstadium, die brusterhaltend operiert wurden. Die Hälfte der untersuchten Frauen wurde während der Operation 30 Minuten lang von innen mit dem Intrabeam®-Strahlensystem behandelt. Die andere Hälfte der Frauen wurde sechs Wochen lang täglich von außen bestrahlt.
Die Ergebnisse der TARGIT-Studie sind in der Juni-Ausgabe des renommierten Fachblatts "The Lancet" erschienen.
Aussicht
Aufgrund der Studienergebnisse könnte die IORT die Bestrahlung der ganzen Brust in Zukunft teilweise ablösen. Prof. Michael Baum, Vorsitzender des TARGIT-Komitees, zu den Aussichten:
"Wir von der TARGIT-Studiengruppe hoffen sehr, dass unsere Erkenntnisse einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung geeigneter Patientinnen einleiten werden – vom Ansatz der herkömmlichen Strahlentherapie hin zu einer mehr individualisierten Bestrahlungstherapie."
Juni 2010
HIV - Alles über HIV-Neudiagnosen und Schutzverhalten 2009
Sowohl die Ergebnisse der Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2009" als auch die des Aids-Jahresberichts des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen vor. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einstellung zur Kondomnutzung und das Schutzverhalten selbst weiter positiv entwickelt. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist jedoch, wenn auch nur minimal, gestiegen.
Kondome erfreuen sich größerer Akzeptanz
Die Umfrageergebnisse des BZgA zeigen: Kondome werden in der Bevölkerung offenbar zunehmend genutzt und akzeptiert. Und zwar nicht nur von jungen Menschen, sondern gleichermaßen auch von den älteren. Besonders zu Beginn neuer Beziehungen schützen sich immer mehr 16-bis 44-jährige mittels Gummi. In Zahlen: Waren es vor fünf Jahren noch 74 Prozent, nutzten 2009 schon 86 Prozent derer, die in den letzten 12 Monaten eine neue Partnerschaft begonnen hatten, Kondome.
Auch das Schutzverhalten der 16- bis 20-jährigen ist positiv. Immerhin 83 Prozent derjenigen mit sexuellen Erfahrungen besitzen Kondome und vertrauen auf deren Schutz. 90 Prozent dieser Altersgruppe haben kein Problem damit, den Gebrauch des Kondoms in sexuellen Beziehungen aktiv einzufordern.
Über den aktuellen Trend freut sich auch die Deutsche Latex-Forschungsgemeinschaft Kondome e. V.: Mit 215 Millionen verkaufter Kondome im Jahr 2009 erreichte der Absatz den gleichen Spitzenwert wie ein Jahr zuvor.
Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, führt diese Entwicklung maßgeblich auf die intensive Aidspräventionsarbeit im vergangenen Jahr zurück.
HIV-Neuinfektionen auf gleich hohem Niveau
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen im Jahr 2009 ist ungefähr genauso hoch wie ein Jahr zuvor. Dies belegen die Daten des Robert-Koch-Instituts. 2008 wurden 2843 neue HIV-Infektionen gemeldet, 2009 waren es 2856. Seit 2001 ist die Zahl der registrierten HIV-Infektionen kontinuierlich gestiegen. Wie das RKI konstatiert, hat sich der Anstieg aber immerhin seit 2007 verlangsamt.
Juni 2010
Onkologie - Neuer Ratgeber für Patienten mit Prostatakrebs
Der von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. herausgegebene Patientenratgeber "Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom" steht ab sofort zur Verfügung. Er erläutert leicht verständlich die aktuellen Behandlungsleitlinien und liefert weiterführende Informationen zum Thema. Betroffene erhalten damit einen Überblick über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, die dem aktuellen medizinischen Wissensstand entsprechen und derzeit zur Verfügung stehen.
Gut informiert fällt es betroffenen Männern oftmals leichter, notwendige Therapieentscheidungen zu treffen.
Ein Ratgeber zum lokal begrenzten Prostatakrebs liegt bereits vor - bestellbar als Broschüre bei der Deutschen Krebshilfe oder ebenfalls als kostenloser Download: www.aezq.de/edocs/pdf/info/pl-prostatakarzinom
Juni 2010
Einladung zur Info-Veranstaltung am 16.6.2010
Gut versichert mit HIV. Geht das?
Private oder betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung, gesetzliche oder private Krankenversicherung, Lebensversicherung oder Reiseversicherung .....
Welche Möglichkeiten gibt es? Was macht Sinn? Welche Versicherung nimmt mich überhaupt?
Stefan Jäkel von Pluspunkt informiert zum Thema HIV und Versicherungen. Zeit für Fragen gibt es natürlich auch und im Anschluss an die Veranstaltung wird ein kleiner Imbiss gereicht.
Wann?
16.6.2010
Beginn: 19.00 Uhr
Wo?
Friedrichstr. 113 a, 1. OG
10117 Berlin
(direkt neben der BerlinApotheke Oranienburger Tor)
Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitten wir um telefonische oder persönliche Voranmeldung bis 9.6.2010 in der BerlinApotheke Oranienburger Tor. Oder schicken Sie einfach eine Mail an: m.philipp@berlinapotheke.de
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Mai 2010
Onkologie - Neue Methode bei nicht-operablem Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Krebserkrankung, die am vierthäufigsten zum Tod führt. Das Problem: Das Pankreaskarzinom verursacht meist erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome. Häufig ist es dann für eine Operation zu spät und die Überlebensprognose mit durchschnittlich fünf bis acht Monaten sehr gering. Die Operation ist bisher jedoch die einzig wirksame Behandlungsform für diese Krebsart. Allerdings kommt sie nur bei 10 bis 20 Prozent aller Erkrankten sofort infrage.
Jetzt haben Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar der TU München herausgefunden, dass ein nicht-operables Pankreaskarzinom durch eine sogenannte neoadjuvante Therapie häufig doch noch operiert werden kann. Dabei wird der Krebs zuerst vorbehandelt, also bestrahlt und mit einer Chemotherapie behandelt, sodass der Tumor schrumpft. Immerhin ein Drittel der vorbehandelten Patienten kann im Anschluss doch operiert werden. Bei ihnen, so zeigen es die Forschungsergebnisse, ist die Überlebensrate ähnlich hoch wie die der sofort operierten Patienten.
Die Forschung
Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler sämtliche Studien der letzten 30 Jahre unter die Lupe genommen, die sich mit den Auswirkungen neoadjuvanter Therapien beim Pankreaskarzinom beschäftigten. Ausgewertet wurden die Daten von 111 verschiedenen Studien, also von rund 4.400 Patienten.
Das Ergebnis: Während Patienten, deren Tumor bei der Diagnose noch operabel war, nicht von einer neoadjuvanten Therapie profitierten, verkleinerte sich der Tumor bei den inoperablen Patienten, sodass ein Drittel von ihnen danach operiert werden konnte.
Zukunftsaussichten
Aus den Untersuchungsergebnissen zieht der Mediziner DP Dr. Jörg Kleeff die Konsequenz:
"Patienten, deren Pankreaskarzinom bereits lokal fortgeschritten und initial nicht operabel ist, sollten auf jeden Fall eine neoadjuvante Behandlung erhalten. Bei einer erneuten Überprüfung kann der Arzt danach in vielen Fällen doch zu einer Operation raten. Jetzt müssen randomisierte Studien erforschen, wie eine optimale neoadjuvante Therapie für diese Patientengruppe aussehen sollte."
Mai 2010
HIV - Computerprogramm verbessert die Diagnose
Am Zentrum für Medizinische Biotechnologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben Bioinformatiker ein interessantes neues Programm entwickelt. Es soll zur besseren Diagnose unterschiedlicher HIV-Varianten eingesetzt werden. Denn nur wenn diese bekannt ist, kann der Patient gezielt und effektiv behandelt werden.
Medikamente verhindern das Andocken des HI-Virus
Um eine gesunde Zelle zu infizieren, heftet sich das Hi-Virus an bestimmte Rezeptoren und Korezeptoren der Wirtszelle. An welche, hängt davon ab, ob der Patient die HIV-Variante R5 oder X4 im Körper hat. Seit einiger Zeit gibt es ein Medikament, das das Andocken des HI-Virus an die Wirtszelle verhindert. Allerdings gibt es hier ein Problem: Das Medikament ist nur für die R5-Variante wirksam, deren Bestimmung bisher sehr langwierig und aufwändig war. Heißt: Bis der Patient behandelt werden kann, vergeht viel - unter Umständen kostbare – Zeit und der Test ist teuer.
Computerprogramm erkennt, an welche HIV-Variante das Virus bindet
Hier kommt das neuentwickelte Programm ins Spiel: Es sagt schnell und mit über 95prozentiger Genauigkeit voraus, welche Korezeptoren ein Virus bevorzugt, um neue Zellen zu infizieren. Anders ausgedrückt: Mithilfe des neuen Programms können die HIV-Varianten in kurzer Zeit leicht voneinander unterschieden werden. Dazu verarbeitet das automatisierte zweistufige Computerprogramm Struktur- und Sequenzdaten vor allem des Glykoproteins gp 120, ein Eiweiß, das sich auf der Oberfläche des HI-Virus befindet.
Grundlage für schnelle genetische Tests
"Mit Hilfe unserer Erkenntnisse könnten nun schnelle genetische Tests entwickelt werden, die eine zuverlässige und kostengünstige Aussage über die vorhandenen Virusvarianten eines Patienten ermöglichen", so der Bioinformatiker und Mitentwickler des Programms, Nikolaj Dybowski. "Somit könnten die Ärzte besser als bisher eine passgenaue Medikation für jeden einzelnen Patienten verordnen."
April 2010
Onkologie - Wie ein Molekül das Tumorwachstum verhindert
Die Killerzellen unseres Immunsystems erkennen und vernichten fortwährend veränderte Zellen in unseren Organen. Entstehen trotzdem Tumore, bekämpft das Immunsystem sie mit einer anderen Methode: Es hindert den Tumor am Wachsen, indem es Botenstoffe aussendet, die den Wachstumsprozess stören.
Zu diesen Botenstoffen gehört auch Beta-Interferon. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt herausgefunden, dass das Molekül den Tumor daran hindert, sich an das Blutsystem anzuschließen. Denn Beta-Interferon hemmt die Produktion von Wachstumsfaktoren zur Bildung von Blutgefäßen. Die positive Folge: Der Tumor wächst langsamer und bildet weniger Metastasen.
So schlägt der Tumor Wurzeln
Um seine Existenz zu sichern, muss der Tumor an das Blutsystem andocken. Dazu lockt er mit Signalstoffen weiße Blutkörperchen aus dem Knochenmark an. Diese sind normalerweise für die Wundheilung und Infektionsabwehr zuständig. Im Tumor jedoch fördern die weißen Blutkörperchen die Ausbildung von Blutgefäßen, mit denen er sich in das Blutsystem einklinkt. Ist der Tumor erst einmal an das Gefäßsystem angeschlossen, ist seine Versorgung und damit sein Überleben gesichert. Über die Blutbahn schickt er außerdem seine Zellen auf die Reise und bildet andernorts Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.
Mit Beta-Interferon wird der Tumor zum Bonsai
Schon länger wird Beta-Interferon in der Krebstherapie verwendet. Aber die genaue Wirkweise des Moleküls wurde erst jetzt entschlüsselt. Der Botenstoff wirkt auf zweierlei Weise: Zum einen blockiert Beta-Interferon den Anschluss des Tumors an das Blutgefäßsystem, indem es Immunzellen daran hindert, Wachstumsfaktoren zu bilden. Zum anderen verhindert Beta-Interferon, dass die Immunzellen ihren Weg in den Tumor überhaupt finden.
Versuchsmäuse mit und ohne Beta-Interferon lieferten den Beweis: Bei denjenigen, die das Molekül im Körper hatten, wuchsen die Tumoren wesentlich langsamer und sie bildeten weniger und kleinere Metastasen. Das schlechtere Wachstum konnte klar auf die mangelnde Durchblutung des Tumors zurückgeführt werden, denn in den Tumoren der Beta-Interferon-Mäuse hatten sich viel weniger Adern gebildet.
Aussicht
"Dieser Wirkmechanismus von Beta-Interferon war bisher völlig unbekannt. Wir wollen jetzt verstehen, wie das Netzwerk von Tumor, Immunzellen und Botenstoffen funktioniert, um neue Zielstrukturen für die Therapie von Krebs zu entdecken," erläutert Siegfried Weiß vom HZI den Weg für die Zukunft.
April 2010
Onkologie - Beta-Blocker gegen Brustkrebs
Auf der Europäischen Brustkrebskonferenz in Barcelona haben Wissenschaftler der Universität Nottingham und der Universität Witten/ Herdecke die Ergebnisse ihrer klinischen Studie vorgestellt. Auch wenn die Studie relativ klein ist und eine größere Studie noch ansteht - die Ergebnisse sind hochinteressant.
Die Forscher fanden heraus, dass Brustkrebs-Patientinnen, die mit Beta-Blockern behandelt wurden, wesentlich weniger Metastasen bildeten und eine deutlich bessere Überlebenschance hatten, als diejenigen, die keine Beta-Blocker einnahmen.
Die Studie
Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler die Krankheitsdaten von 466 Brustkrebspatientinnen. Dazu teilten sie diese in drei Gruppen ein:
Die erste Gruppe umfasste 43 Patientinnen, die aufgrund von Bluthochdruck bereits Beta-Blocker einnahmen, die zweite diejenigen, deren Bluthochdruck mit anderen Medikamenten behandelt wurde. Die Patientinnen der dritten Gruppe hatten keinen Bluthochdruck und nahmen folglich auch keine Medikamente ein.
Das Ergebnis
Bei den Patientinnen, die Beta-Blocker einnahmen, bildeten sich deutlich weniger Metastasen und der Krebs trat nicht so häufig wieder auf. Gegenüber den Patientinnen der anderen Gruppen hatten sie eine um 71 Prozent höhere Überlebenschance.
Der Wirkmechanismus
Bereits in früheren Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass Beta-Blocker bei verschiedenen Krebsarten wirksam sind. Und auch wie sie wirken ist bekannt: Krebszellen wachsen und streuen besonders gut und schnell, sobald viele Stresshormone im Körper vorhanden sind, die an die Krebszellen andocken. Beta Blocker verhindern das Andocken der Stresshormone, sodass die Wanderung und Streuung der Krebszellen verhindert wird.
Die Aussichten
Prof. Entschladen von der Universität Witten ist mit den Ergebnissen seiner Studie mehr als zufrieden. "So deutliche Aussagen kommen nur bei wenigen Studien zustande. Deshalb sind wir sehr neugierig, ob wir dieses Ergebnis in einer zukünftigen, größeren Studie und auch bei anderen Krebsarten bestätigen können", erläutert er.
Sollte sich der Nutzen der Beta-Blocker für die Krebstherapie in Zukunft bestätigen, stünde ein gut etabliertes, sicheres und kostengünstiges Medikament zur Verfügung, um gezielt gegen die Metastasenbildung vorzurücken.
März 2010
Onkologie - Gravierende Wechselwirkung von Brustkrebsmedikament mit Antidepressivum
Die Warnung bezieht sich auf eine kanadische Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift "British Medical Journal"* veröffentlicht wurde. Diese ergab: Frauen, die sowohl Tamoxifen als auch Paroxetin einnahmen, einen sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), starben häufiger an Brustkrebs als Patientinnen, die nur eines der beiden Medikamente einnahmen. Außerdem zeigte sich, dass das Risiko an Brustkrebs zu sterben umso höher war, desto länger die Medikamente zusammen eingenommen wurden.
Für ihre Untersuchung hatten die kanadischen Wissenschaftler die Krankheitsakten von 2430 Frauen über 65 Jahren aus Ontario ausgewertet. Unter 20 Patientinnen kam es innerhalb von fünf Jahren zu einem zusätzlichen Brustkrebstodesfall, wenn während 41 Prozent der Tamoxifen-Therapie zusätzlich Paroxetin eingenommen wurde.
Der Grund für die tödliche Wechselwirkung: Beide Arzneistoffe werden in der Leber verarbeitet. Dort wird Tamoxifen mithilfe des Leberenzyms CYP2D6 in seine wirksame Form gegen Brustkrebs verstoffwechselt: Endoxifen. Paroxetin aber stört das Enzym bei seiner Stoffwechsel-Tätigkeit, sodass zu wenig Endoxifen entsteht, um den Brustkrebs wirksam zu bekämpfen.
Zwar gilt die Warnung von AMK und DPhG nur für die Kombination von Tamoxifen und Paroxetin, Stefan Willich, der Leiter des Institutes für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner Charité, geht aber noch einen Schritt weiter. In seinem Vorwort zur Veröffentlichung der kanadischen Studie warnt er auch vor der Kombination von Tamoxifen und Fluoxetin, ebenfalls ein Antidepressivum der Substanzklasse der SSRI. Das Medikament steht genauso im Verdacht, das Enzym CYP2D6 zu blockieren.
Patienten, die Tamoxifen und Paroxetin bzw. Fluoxetin zusammen einnehmen, sollten sich unbedingt an ihren Arzt oder Apotheker wenden. Auf keinen Fall darf die Medikamenteneinnahme eigenmächtig verändert werden, denn das könnte gefährliche gesundheitliche Folgen haben.
Bereits im Juni vergangenen Jahres berichteten wir über die Wechselwirkung von Tamoxifen mit Paroxetin und anderen SSRIs. Damals hatte eine amerikanische Studie den Nachweis erbracht, dass die Kombination der Medikamente das Rückfallrisiko für Brustkrebs erhöht. Dass die Wechselwirkungen noch drastischer sind, zeigt jetzt die kanadische Studie.
*BMJ 2010; 340:c693
März 2010
HIV - Heilung durch Intensivtherapie
Die Münchner HIV-Spezialisten Dr. Johannes Bogner und Dr. Hans Jäger haben Großes vor. Sie hoffen, dass eine Kombinationstherapie aus fünf verschiedenen HIV-Medikamenten, die über sieben Jahre verabreicht werden, eine vollständige Heilung der HIV-Infektion bewirkt. Der Testlauf hat bereits Mitte 2009 begonnen. Im November 2016 sollen die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Dann wissen wir mehr.
Ziel der Studie: Am Ende der Behandlung soll das Virus nicht mehr nachweisbar, nicht mehr aktivierbar und auch nicht mehr replikationsfähig sein. Im Klartext: Infizierte Zellen werden durch die Behandlung vom HI-Virus befreit, so dass der Körper schließlich virenfrei ist und keine Medikamente mehr notwendig sind.
Die Studie
An der "New-Era"-Studie nehmen 40 HIV-Patienten teil; die eine Hälfte mit akuter, die andere Hälfte mit chronischer HIV-Infektion. Alle Teilnehmer sind über 18 Jahre alt und ihre CD4-Zellzahl pro Mikroliter Blut liegt über 200. Während der siebenjährigen Behandlung erhalten die Probanden eine Kombinationstherapie aus fünf verschiedenen HIV-Medikamenten, von denen drei schon länger im Einsatz sind: Zwei NRTIs (nukleosidale Reverse-Transkriptasehemmer) und ein PI (Proteasehemmer). Beide Wirkstoffe hemmen den Vermehrungszyklus des HI-Virus in der Zelle. Zusätzlich nehmen die Studienteilnehmer zwei neuere Medikamente ein: Maraviroc, das das Eindringen des Virus in die CD4-Zellen verhindert und Raltegravir, das den Einbau der viralen Erbsubstanz in das Genom der Wirtszelle unterbindet.
Bisher haben die Patienten die Behandlung offenbar gut vertragen.
März 2010
Onkologie - "Nebel im Kopf" durch Chemotherapie?
Nach einer Chemotherapie klagen viele Patienten über Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit. Aber hat die kognitive Hängepartie tatsächlich etwas mit der Therapie zu?
Sie stellen fest, dass sie vergesslich und zerstreut sind, für alles länger brauchen als früher oder dass ihnen merkwürdige Fehler und Verwechslungen unterlaufen. Die meisten Krebspatienten machen für diese Einschränkungen die Chemotherapie verantwortlich. Ob das tatsächlich so ist, dazu wurden in der Vergangenheit immer wieder Studien an Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen und Behandlungen durchgeführt. Mit folgendem Ergebnis:
Die Untersuchungen zeigten zwar leichte Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten, aber nicht bei allen Patienten. Außerdem wiesen die Tests immer wieder eine Diskrepanz auf zwischen subjektiv empfundenen Einschränkungen und objektiv nachweisbaren. Das heißt: Es wurden zwar tatsächlich leichte Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten festgestellt, nur bei den falschen Patienten. Nämlich überwiegend bei denjenigen, die nicht darüber klagten. Bei denjenigen, die über Probleme klagten, wurden größtenteils keine festgestellt.
Demnach hat die Chemotherapie keinen direkten gravierenden Einfluss auf die Geistesleistung.
Gibt es eine Ursache für den subjektiven "Nebel im Kopf"?
Ein Forscherteam der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat nun die Diskrepanz zwischen objektiven und subjektiven Störungen geistiger Funktionen genauer untersucht.
Die Untersuchung, an der 100 Brustkrebspatientinnen teilnahmen, berücksichtigte eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die diese Diskrepanz erklären könnten. Die Forscher erfassten sowohl Gemütslagen wie Depressionen, die Neigung zu negativen Gefühlen wie Schuld- und Schamgefühlen oder Ärger, als auch andere Faktoren wie beispielsweise die Intensität der Chemotherapie.
Dass manche Menschen das Gefühl haben, geistig eingeschränkt zu sein, jedoch keine Einschränkungen nachweisbar sind und manche nachweislich tatsächlich geistig leicht gehandicapt sind, es aber überhaupt nicht merken, diese Diskrepanz ließ sich durch die Untersuchung nicht erklären. Jedoch zeigte die Studie deutlich:
Depressivität, negative Gefühle und eine sehr starke Chemotherapie mit vielen Nebenwirkungen führen zu einer pessimistischen Einschätzung der eigenen geistigen Leistungsfähigkeit.
Bisherige Studien, die die Ursache für den "Nebel im Kopf" ausschließlich in der Chemotherapie suchten, haben also in eine völlig falsche Richtung geführt. Allerdings warnt die Leiterin der Studie Dr. Kerstin Hermelink ausdrücklich davor, die Beeinträchtigungen zu bagatellisieren und abzutun:
"Auch wenn Beschwerden über einen Verlust geistiger Leistungsfähigkeit nach einer Chemotherapie meistens nicht auf nachweisbaren Schädigungen beruhen, sollten sie dennoch unbedingt ernst genommen werden. Subjektive Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten stellen für ohnehin schon sehr belastete Patienten eine weitere Belastung dar und sollten deshalb behandelt werden."
Es helfe niemandem, das Problem zu simplifizieren und hinter Beschwerden von Krebspatienten über Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme grundsätzlich Schädigungen durch die Chemotherapie anzunehmen. Im Gegenteil – das könne Erwartungen und Ängste wecken, die den subjektiven Eindruck vom "Nebel im Kopf" eher noch fördern, meint Hermelink.
Februar 2010
HIV - Norvir® ab April 2010 als Tablette
Eine gute Nachricht nicht nur für Reisefreunde: Ab April 2010 wird es das HIV-Medikament Norvir® als Tablette geben. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Weichkapseln muss bei den Tabletten nicht mehr auf die Lagertemperatur geachtet werden.
Die Norvir®-Tabletten dürfen nicht kombiniert mit den Weichkapseln eingenommen werden. Darüber hinaus ändert sich nichts. Als Lösung zur Anwendung bei Kindern und Patienten mit Schluckbeschwerden ist Norvir® auch weiterhin erhältlich.
Februar 2010
Onkologie: Darmkrebs – früh erkannt, Gefahr gebannt
Ein früh erkannter Tumor kann meist ohne große Operation entfernt werden. Die Endosonografie, eine Kombination aus Ultraschall und Spiegelung, ermöglicht die genaue Bestimmung des Tumorstadiums.
Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken rund 37.200 Männer und 36.000 Frauen neu. Wird ein Rektumkarzinom (Darmkrebs) jedoch im Anfangsstadium erkannt, lässt es sich häufig lokal herauslösen. Ein großer Vorteil für den Patienten: Eine Operation und ein damit verbundener möglicher künstlicher Darmausgang bleiben ihm so erspart.
Endosonografie zur genauen Beurteilung des Tumors
Die Endosonografie ist zurzeit das einzige Verfahren, mit dem der Arzt frühe von fortgeschrittenen Tumorstadien abgrenzen kann. Bei der Endoskopie, der Darmspiegelung allein, ist nur die Oberfläche der Darmwand zu sehen. Erst die Kombination mit einer Ultraschallsonde lässt erkennen, wie tief der Tumor in die Darmwand eingewachsen ist und ob benachbarte Organe und Lymphknoten befallen sind. Aufgrund des endosonografischen Befundes entscheidet der Arzt, welche Therapie nötig ist, um den Tumor sicher zu entfernen.
„Tumoren in frühen Stadien kann man direkt endoskopisch entfernen. Bei fortgeschrittenen Tumoren ist eine Vorbehandlung durch Radio- und Chemotherapie sowie ein operativer Eingriff notwendig“, erklärt Dr. Burmester, Oberarzt der Medizinischen Klinik der Sana Kliniken in Lübeck.
Je fortgeschrittener der Tumor ist und je näher er sich am Darmausgang befindet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient in Zukunft mit einem künstlichen Darmausgang leben muss.
Endosonografie zur präzisen Operation
Für die Operation selbst ist die Endosonografie ebenfalls sehr nützlich. Denn sie zeigt dem Arzt genau, wo er wie viel Gewebe entfernen muss. Das gesunde Darmgewebe bleibt so bestmöglich erhalten. Allerdings ist für ein qualitativ hochwertiges Ergebnis dieser Diagnostik viel Erfahrung des Untersuchers erforderlich.
Februar 2010
HIV: Surfen gegen HIV
Dem Virus selbst mit einem Impfstoff beizukommen, scheint zwecklos. Jetzt haben Forscher einen Weg gefunden, den Transport des Virus in die Zelle zu verhindern.
Immer wieder hat die Forschung versucht Mittel und Wege zu finden, das HI-Virus selbst anzugreifen, um dessen Ausbreitung zu verhindern. Allerdings mit wenig Erfolg. Denn zum einen gibt es unglaublich viele verschiedene HIV-Varianten, zum anderen verändert sich das Virus ständig und passt sich rasant den Reaktionen des menschlichen Immunsystems an. Dazu kommt: Das Virus hat sich im Laufe der Zeit einen stabilen Schutzpanzer aus Zuckermolekülen zugelegt, an dem die körpereigenen Abwehrzellen und Impfstoff-Antigene einfach abperlen.
Neues Angriffsziel: das HIV-Transportmittel
Andere Forschungsansätze richten sich daher nicht gegen das Virus selbst, sondern versuchen, den Übertragungsweg in die Zelle zu blockieren. Ein Wissenschaftlerteam des Gladstone Institutes hat nun einen Wirkstoff entdeckt, der die Infektionskraft des HI-Virus schwächt, indem es dessen Transport stört.
Das Transportmittel heißt SEVI (Semen-derived Enhancer of Viral Infection), ist ein Bestandteil im Sperma und erleichtert dem HI-Virus auch das Andocken an die Zielzellen. Das Kombisystem von SEVI und HIV ist äußerst effektiv, denn in Anwesenheit von SEVI sind 1000-fach weniger HI-Viren nötig, um Zellen zu infizieren.
Mit Surfen bleibt HIV auf der Strecke
Der neuentdeckte Wirkstoff trägt den sportlichen Namen „Surfen“ und hat gleich zwei positive Eigenschaften: Er verhindert, dass sich HI-Viren an SEVI binden und dass sie an der Zielzelle andocken. Surfen schwächt also die Aktivität von SEVI und verringert die Ansteckungskraft von HIV schon beim Geschlechtsverkehr. Für die Zukunft wäre es also denkbar, Surfen in Vaginalgels einzubringen.
Allerdings befindet sich der Wirkstoff noch in der Entwicklung. Bis zur Marktreife wird es wohl noch eine Weile dauern.
Januar 2010
Onkologie - Was bringt die Darmspiegelung?
Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz.) hatten für ihre Untersuchung 3300 Saarländern rekrutiert. Voraussetzung für die Teilnahme: Die Probanden mussten an einer Darmspiegelung (Koloskopie) teilgenommen haben, die im Rahmen des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung angeboten wird. Alle Teilnehmer gaben darüber Auskunft, ob sie innerhalb der letzten zehn Jahre schon mal endoskopisch untersucht worden waren.
Richtungsweisende Ergebnisse
Die nun vorliegenden Ergebnisse sprechen deutlich für den Nutzen der Vorsorge zum Schutz vor Krebs. Denn bei denjenigen, die vorher schon an einer Koloskopie teilgenommen hatten, fanden die Forscher wesentlich seltener fortgeschrittene Krebsvorstufen, nur bei 6,1 % gegenüber 11,4 %.
Und noch etwas sehr Interessantes stellten die Forscher fest. In einem bestimmten Bereich des Darms ist die Darmspiegelung zum Schutz vor Krebs besonders effektiv: im linken Teil, der direkt in den Enddarm übergeht. Das ist genau der Bereich, in dem Krebs auch am häufigsten auftritt. Bei den Teilnehmern mit vorangegangener Untersuchung entdeckten die Wissenschaftler zwei Drittel weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen.
Das letzte Ergebnis ist insofern interessant, als dass dieser primär gefährdete Darmabschnitt auch gut mit einer einfacheren Methode als der Koloskopie untersucht werden kann: mit der kleinen Darmspiegelung, der sogenannten Sigmoidoskopie.
Kleine Darmspiegelung - die Vorsorge der Zukunft?
Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm, bei der Sigmoidoskopie wird nur der letzte Darmabschnitt mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Die kleine Darmspiegelung ist für die Patienten weniger unangenehm und aufwendig, denn die komplette Darmsäuberung am Vortag entfällt. Möglicherweise könnten damit mehr Menschen dazu bewegt werden, sich für die Teilnahme an einer Vorsorgeuntersuchung zu entscheiden.
Studienleiter Prof. Hermann Brenner schlägt vor: "Wir sollten daher auch in Deutschland in Erwägung ziehen, das gesetzliche Früherkennungsprogramm um die Sigmoidoskopie zu ergänzen. Ein solches Angebot würde wahrscheinlich auch von vielen Menschen angenommen, die eine Koloskopie nicht durchführen lassen wollen. So ließen sich noch deutlich mehr Krebsfälle vermeiden – das ist doch schließlich unser Ziel!"
Januar 2010
HIV - Einreiseverbot für HIV-Infizierte aufgehoben
Barack Obama hat die Tore der USA für Menschen mit HIV wieder geöffnet.
Gleich zu Beginn des neuen Jahres eine richtig gute Nachricht: Präsident Obama hat seiner Ankündigung vom Oktober 2009 Taten folgen lassen und das Einreise- und Einwanderungsverbot für HIV-Positive aufgehoben.
Das Einreiseverbot war 1987 ausgesprochen worden aus Angst vor der Ausbreitung von Aids.
Nun kann auch die Weltaidskonferenz 2012 wie geplant in den USA stattfinden.
Januar 2010
Onkologie - Klicken und gucken - Die Labore von Zytoservice Berlin
Schon länger kooperiert die BerlinApotheke mit dem Herstellbetrieb Zytoservice Berlin.
Dort werden in unserem Auftrag Zytostatika für Patienten mit Krebserkrankungen hergestellt. Die Sterillabore sind nach modernstem Standard ausgestattet und befinden sich in unmittelbarer Nähe der BerlinApotheke an der Charité.
Wie aber sieht ein professioneller pharmazeutischer Herstellbetrieb von innen aus? Und welche Voraussetzungen sind notwendig, um hochsensible Arzneimittel wie Zytostatika überhaupt herstellen zu dürfen?
Neugierigen empfehlen wir den sehr eindrucksvollen virtuellen Rundgang auf der Homepage von Zytoservice Berlin.
Dezember 2009
Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr
Unsere 24-Uhr-Apotheken, die BerlinApotheke Oranienburger Tor und die BerlinApotheke Friedrichshain sind natürlich an allen Feiertagen von 8.00 – 24.00 Uhr für Sie geöffnet.
Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit Ihnen.
Ihre BerlinApotheke
Dezember 2009
HIV - WHO rät vom Aids-Medikament Zerit ab
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vom Einsatz des HIV-Medikaments Zerit (Stavudin) des US-Herstellers Bristol-Myers Squibb abgeraten. Der Grund: Die Einnahme des Wirkstoffs Stavudin, ein sogenannter nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Hemmer, führt zu irreversiblen Nebenwirkungen. Dazu gehören Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Händen oder Füßen und die Umverteilung des Fettgewebes, medizinisch Lipodystrophie genannt.
Wegen geringer Kosten und guter Verfügbarkeit wird das Medikament vor allem in Entwicklungsländern als "Mittel erster Wahl" verwendet. Weltweit nehmen nach Angaben der WHO die Hälfte aller HIV-positiven Menschen, die mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden, Kombinationen mit Stavudin ein. Die WHO empfiehlt, den Einsatz von Stavudin stufenweise einzustellen. Alternativ könnten Retrovir (Wirkstoff Zidovudin) der Pharmafirma GlaxoSmithKline und Viread (Tenofovir) eingenommen werden. Beide Medikamente sind ebenso wirksam aber haben weniger Nebenwirkungen.
Weitere Empfehlungen der WHO
Auch für den Zeitpunkt des Therapiebeginns gibt es eine Neuempfehlung. 2006 hieß es, die Behandlung von HIV sollte beginnen, sobald die CD4-Zellzahl unter 200 fällt. Die aktuelle Empfehlung rät zu einem Behandlungsbeginn schon bei einer CD4-Zahl von 350 unabhängig von Krankheitssymptomen. Die Empfehlung gilt für alle HIV-positiven Patienten, auch für schwangere Frauen, und fußt auf verschiedenen Untersuchungen, die ergeben haben, dass durch den früheren Behandlungsbeginn die Erkrankungs- und Sterberate deutlich sinkt.
Um die HIV-Übertragung von Mutter zu Kind zu verhindern, empfiehlt die WHO, die antiretrovirale Behandlung der Mutter in der 14. Schwangerschaftswoche zu beginnen und bis zum Ende der Stillzeit fortzuführen.
Dezember 2009
Onkologie - Brustaufbau mit Schweinehaut
Im Vergleich zu früher versuchen Mediziner heute, bei einer Brustkrebsoperation die Brust so weit wie möglich zu erhalten. Häufig lässt sich die Amputation jedoch nicht vermeiden – oftmals mit einschneidenden Folgen für das Selbstwertgefühl der betroffenen Frauen. Viele entscheiden sich deshalb für einen Brustaufbau. Hierfür wird Gewebe vom Bauch, Po oder Rücken entnommen und in einem aufwendigen Prozess transplantiert. Der Nachteil: An der Entnahmestelle entstehen große Narben und häufig bilden sich durch das Brustimplantat Gewebeverhärtungen, sodass das Ergebnis optisch zu wünschen übrig lässt.
Vielversprechende Ergebnisse mit Schweinehaut-Matrix
Einen ungewöhnlichen Weg zu einer neuen Brust hat das Klinikum der Universität München beschritten.
Für den Brustaufbau nutzen die Mediziner ein Gewebegerüst aus der Unterhaut von Schweinen, das von allen tierischen Zellen und anderen Stoffen befreit wird. Zusammen mit einem Silikonimplantat wird das sterile biomechanische Gerüst samt Blutgefäßen direkt bei der Krebsoperation nach Entfernung der Drüsenkörper eingelegt.
Sechs Patientinnen sind in München bereits erfolgreich behandelt worden. Die Resultate seien hervorragend, berichtet PD Dr. Dian aus München. Bei allen Patientinnen wurde das fremde Gewebe problemlos vom Körper angenommen und auch die unschönen Gewebeverhärtungen blieben aus.
Bis jetzt wurde die neue Methode allerdings noch mit keiner größeren Studie bewertet und ist auch noch nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen verzeichnet. Aber: In den beiden jüngsten Fällen wurden die Kosten für die Behandlung übernommen.
November 2009
HIV - Weltaidstag – die BerlinApotheke ist dabei
Wie schon in vergangenen Jahren steht der Weltaidstag auch diesmal unter dem Motto "Gemeinsam gegen Aids: Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere."
Auch die BerlinApotheke unterstützt den Weltaidstag. In allen BerlinApotheken erhalten Sie an diesem Tag gegen eine Spende für die Aidsorganisationen die Rote Schleife und Kondome.
Vergiss Aids nicht!
Mit Events, Aktionen, Berichten und Pressekonferenzen machen am 1. Dezember Aids-Organisationen und Promis weltweit deutlich: Aids ist immer noch ein aktuelles Thema. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen weiter gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent. Das heißt: Jeden Tag infizieren sich hierzulande 8 Personen neu mit HIV. Nach wie vor ist eine HIV-Infektion nicht heilbar und immer noch sterben viele Menschen an Aids. Der Schutz vor einer HIV-Infektion ist heute noch genauso wichtig wie vor 20 Jahren.
Werden auch Sie aktiv. Reden Sie über Aids. Zeigen Sie Ihre Solidarität mit HIV-Betroffenen und tragen Sie am 1. Dezember die Rote Schleife.
November 2009
Onkologie - Skalpell unterscheidet gesundes und krankes Gewebe
Bei der herkömmlichen Operationsmethode war es oft schwierig das erkrankte Gewebe genau zu identifizieren. Um sicher zu gehen, dass das Tumorgewebe vollständig entfernt ist, wurde bisher immer auch ein Mantel aus gesundem umgebenden Gewebe eliminiert. Proben konnten erst im Anschluss an den Eingriff analysiert werden.
Mit der Neuentwicklung, die aus der gemeinsamen Anstrengung von Wissenschaftlern der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Budapester Semmelweis Universität entstanden ist, findet die Analyse von gesundem und krankem Gewebe nun schon während der Operation statt.
Das Elektro-Skalpell macht Dampf
Das neue Elektro-Skalpell analysiert und identifiziert das zerschnittene Gewebe mithilfe von Gasen. Diese entstehen beim Schneiden durch elektrischen Strom, wobei das Gewebe zersetzt wird und teilweise verdampft. Die Gase werden in ein Massenspektrometer gesaugt und sekundenschnell analysiert. Jeder Gewebetyp erzeugt im Massenspektrometer ein charakteristisches Profil. Das Muster von gesundem Gewebe ist demnach ein anderes als das von Tumorgewebe. Mithilfe des neuen Skalpells kann der Chirurg also schon beim Schneiden erkennen, wo das kranke Gewebe aufhört und das gesunde anfängt.
Massenspektrometrie – vielfältige Anwendung
Das Kernstück des "intelligenten Skalpells", die sogenannte DESI-Massenspektrometrie – Desorption Electrospray Ionisation – kommt auch auf ganz anderen Gebieten zum Einsatz: Auf Flughäfen wird mit dieser Technik bei Sicherheitskontrollen die Haut verdächtiger Personen auf Sprengstoffspuren untersucht. Bei Obst und Gemüse können so anhaftende Gifte aufgespürt werden. Und in der pharmazeutischen Herstellung können Maschinen und Geräte bei einem Produktwechsel schnell auf Verunreinigungen durch Rückstände von Wirk-, Hilfsstoffen- oder Reinigungsmitteln getestet werden.
Oktober 2009
Onkologie - Weniger Nebenwirkungen bei der Behandlung anaplastischer Gliome
Jährlich erkranken rund 750 Menschen in Deutschland neu am anaplastischen Gliom, einem mittelbösartigen Hirntumor. Die herkömmliche Therapie sah nach der Operation des Tumors eine Bestrahlung oder sogar die Bestrahlung kombiniert mit einer Chemotherapie vor. Eine Studie hat nun deutlich gemacht: Es geht auch einfacher und verträglicher – mit gleich guten Resultaten:
"Wir haben gezeigt, dass eine alleinige Chemotherapie ebenso gut ist, wie eine Strahlentherapie, bei der man langfristig mit beträchtlichen Nebenwirkungen rechnen muss", erläutert Professor Weller, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsspital Zürich die Ergebnisse einer Studie, die er zusammen mit Professor Wick von der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt hat.
Eine erfreuliche Nachricht für betroffene Patienten. Denn bei der Chemotherapie können die Präferenzen und Lebensumstände des Patienten besser berücksichtigt und dadurch die Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Ein weiterer Vorteil: Sollte es nach der Chemotherapie zu einem Rückfall kommen, steht immer noch eine Therapieoption zur Verfügung.
Für die NOA-04-Studie hatten die beiden Neuroonkologen 318 Patienten aus 34 deutschen Krebszentren mit anaplastischem Gliom des WHO-Grads III untersucht. Der WHO-Grad (I-IV) gibt Auskunft über die Bösartigkeit des Tumors und zur Prognose der Erkrankung.
Eine zuvor durchgeführte Studie hatte bereits gezeigt, dass eine alleinige Strahlentherapie im Vergleich zur Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie ebenso gute Ergebnisse brachte. Nun ist klar: Eine Chemotherapie allein ist genauso gut wie eine alleinige Strahlentherapie und hat noch weniger Nebenwirkungen.
Aussage über die Lebenserwartung
Während ihrer Forschungsarbeit haben Weller und Wick noch eine interessante Entdeckung gemacht: Sie konnten drei molekulare Marker identifizieren, deren Status eine ziemlich genaue Vorhersage des Krankheitsverlaufs zulassen. Für den Patienten heißt das: Er kann je nach Marker mit einem Überleben von zwei bis drei Jahren oder mit neun bis zehn Jahren rechnen.
"Wir sind uns der ethischen Problematik solcher Tests durchaus bewusst. Die meisten Patienten aber wollen wissen, wie ihre Aussichten sind und sie nutzen diese Information auch, um im Gespräch mit uns Ärzten abzuwägen, welche Therapie für ihre Lebenssituation und –Planung die beste ist", so Weller.
September 2009
Onkologie - Neue Methode zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Leichte, gelegentliche Übelkeit und Druck im Oberbauch – das können Symptome für vergleichsweise harmlose Erkrankungen sein, aber auch für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Anzeichen für ein Pankreaskarzinom sind oft unspezifisch und unauffällig. Häufig wird die Erkrankung erst diagnostiziert, wenn der Tumor schon Metastasen gebildet hat. Bei rechtzeitiger Diagnose aber lässt sich der Krebs gut operieren. Der Grund dafür, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs so häufig tödlich verläuft: Es mangelt an hinreichenden Diagnoseverfahren. Dies könnte sich jetzt ändern. Ein Team aus Ärzten und Wissenschaftlern der Universität Leipzig haben kürzlich etwas sehr interessantes entdeckt: Die Aussagekraft des Plättchenfaktors 4, einem stark positiv geladenen Protein, das aus Blutplättchen freigesetzt wird. Dieser neue, hochempfindliche Biomarker aus dem Blutserum zeigt an, ob ein Mensch an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist oder nicht. Die Verlässlichkeit des neuen Markers wurde in einer Studie mit 120 Patienten und Probanden getestet und bestätigt und die Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Clinical Cancer Research" (Clin Cancer Res;2009, 15(11):3812-9) publiziert.
Die Studie
Um die Marker ausfindig zu machen, haben die Forscher mit einer neuen Methode Eiweißmoleküle aus den Serumproben der Studienteilnehmer entnommen. Anschließend bestimmten sie mittels massenspektrometrischer Analytik (MALDI-TOF) die Flugzeit der Eiweißteilchen. Diese lässt auf die Masse und das Gewicht der Eiweißteilchen rückschließen; je kleiner ein Teilchen, desto schneller fliegt es. Die Summe der Eiweißmoleküle ergibt für jede Patientenprobe in der Darstellung ein charakteristisches Muster.
Als nächstes verglichen die Forscher die Eiweißprofile der an Pankreaskrebs erkrankten Patienten mit denen der gesunden Probanden. Dabei gelang es den Wissenschaftlern, signifikant unterschiedliche Eiweißmoleküle zu identifizieren. Eine Wiederholungsuntersuchung bestätigte den Befund. Durch eine tiefergehende Analyse des Eiweißmusters wurde schließlich ein vermindertes Fragment des Plättchenfaktors 4 (PF 4)entdeckt, das auf ein vorliegendes Pankreaskarzinom verweist.
Dieser zunächst bioinformatisch gewonnene Hinweis konnte dann mit einem immunologischen Laborverfahren in Patienten und Kontrollen eindeutig bestätigt werden. Nach den ersten klinischen Daten scheint der neue Biomarker äußerst aussagekräftig zu sein. In Kombination mit etablierten Tumormarkern im Blut wie Ca19-9 ermöglicht PF 4 eine wesentlich sichere Diagnostik eines Tumors als bisher.
Warum der Plättchenfaktor bei einem Pankreaskarzinom sinkt, muss noch geklärt werden. Dr. Fiedler vom Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik der Universität Leipzig dazu: "Wir vermuten, dass im Blut die Eiweißfragmente über tumorspezifische Enzyme abgebaut werden, hier könnten sich auch neue Therapieansätze für unsere Patienten finden."
Professor Thiery, Leiter der Leipziger Forschungsgruppe sieht die neue Methode jedoch auch kritisch, denn die Analytik ist sehr kompliziert und erfordert sehr viel Sorgfalt, damit sie nicht auf falsche Wege führt:
"Entscheidend ist die Qualität der Blutprobennahme bis zur Messung, sowie die unabhängige Wiederholbarkeit der Ergebnisse."
September 2009
HIV - Wie HIV die Abwehrzellen außer Gefecht setzt
Ein Virologen-Team des Universitätsklinikums Heidelberg ist dem Mechanismus, wie HIV die Immunabwehr zerstört ein ganzes Stück näher gekommen. An Zebrafisch-Embryonen konnten die Wissenschaftler beobachten, wie das sogenannte Nef-Protein für das Überleben des Virus sorgt. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift: "Cell Host & Microbe" veröffentlicht.
Das HIV-Protein Nef schützt das Virus vor der Zerstörung
Um sich auszubreiten, greift HIV die Immunzellen an, insbesondere die T-Helferzellen. Diese sind für die Abwehr feindlicher Zellen notwendig, aber auch für die Ausbildung von Antikörpern. Um Krankheitszellen abwehren zu können, müssen die Immunzellen beweglich sein und miteinander in Kontakt treten können. Das HI-Virus hat jedoch eine Strategie entwickelt, die Immunzellen zu lähmen und so die Feindabwehr zu unterbinden. Dazu nutzt das HI-Virus ein Protein namens Nef. Ohne Nef ist die Entwicklung von Aids deutlich verlangsamt oder sogar komplett gestoppt.
Wirkmechanismus von Nef durchschaut
In ihrer Studie untersuchten die Heidelberger Forscher die Zellwanderung bei Zebrafisch-Embryonen und stellten dabei fest, dass Nef die Beweglichkeit der Immunzellen lähmt. In weiterführenden Untersuchungen konnten sie auch klären, wie es dies tut: Für die Beweglichkeit der Zellen ist das Struktur-Protein Aktin verantwortlich. Nach der Zellbewegung muss Aktin wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden, damit es erneut einsatzfähig ist. Das Nef-Protein des HI-Virus bringt jedoch ein Enzym dazu, einen Regulator für die Wiederherstellung von Aktin zu blockieren. Die Reorganisation von Aktin wird so verhindert und folglich die Beweglichkeit der T-Helferzellen gehemmt. Auf diese Weise bringt das Nef-Protein die Immunabwehr zum Erliegen.
Dieser bisher unbekannte Krankheitsmechanismus von HIV liefert einen neuen Ansatz für die Entwicklung wirksamer Therapien gegen das Virus. So könnte Nef ein Ziel zukünftiger antiviraler Maßnahmen sein.
September 2009
Wie tragfähig sind Ihre Knochen? Unsere Knochendichte-Messaktion gibt Antwort
Vom 5. bis 16. Oktober messen wir in der BerlinApotheke Ihre Knochendichte.
Die Knochendichte nimmt mit zunehmendem Alter ab. Auch Vitamin- und Mineralstoffmangel und eine ungesunde Lebensweise können zu brüchigen Knochen führen. Derartige Mangelerscheinungen lassen sich jedoch frühzeitig erkennen und durch eine Ernährungsumstellung behandeln.
Innerhalb von 15 Minuten analysieren wir mittels Ultraschall – also völlig schmerzfrei – den Zustand Ihrer Knochen. Anschließend werten wir die Daten aus und, wenn Sie möchten, geben wir Ihnen Tipps für eine knochengesunde Lebensweise. Die Aktion ist für Sie kostenlos.
Bitte vereinbaren Sie vorab einen Termin mit uns. Die Messungen finden statt:
BerlinApotheke Oranienburger Tor:
05.10. – 09.10.2009
Tel: 283 35 30
BerlinApotheke Friedrichshain:
05.10. – 09.10.2009
Tel: 296 20 24
BerlinApotheke an der Charité:
12.10. – 16.10.2009
Tel: 283 90 048
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
September 2009
Onkologie - Lymphome - Telefonaktion für Patienten am 16. September
In dieser Zeit, am 16. September, können Patienten ihre Fragen zur Lymphom-Erkrankung selbst, zu Symptomen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten an Experten des Kompetenznetzes Maligne Lymphome e. V. richten. Die Fachleute geben auch darüber Auskunft, welche klinischen Studien derzeit für die jeweilige Erkrankung angeboten werden.
Der Welt-Lymphom-Tag wurde vor sechs Jahren von einem Zusammenschluss internationaler Lymphom-Selbsthilfe-Organisationen, der Lymphom-Koalition, ins Leben gerufen. Wissenschaftler, Ärzte und Selbsthilfegruppen wollen mit dem Aktionstag die Lymphom-Erkrankung stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 15.000 Menschen neu. Trotzdem sind Lymphome in der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Wird die Krankheit jedoch frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen für die meisten Lymphomarten gut.
Was sind Lymphome?
Lymphome, genauer maligne Lymphome, sind bösartige Neubildungen von Zellen des lymphatischen Systems. Über die Lymph- und Blutgefäße können sich die Lymphomzellen im ganzen Körper ausbreiten. Bei einigen Lymphomarten bilden sich Tumore, die ertastet oder mittels spezieller Untersuchungen sichtbar gemacht werden können.
Für Fragen zu den verschiedenen Lymphomen stehen am 16.09. unter o. g. Nummer folgende Fachleute Rede und Antwort:
- Hodgkin Lymphome: Dr. Dennis Eichenauer, Uniklinik Köln
- Niedrigmaligne Lymphome (langsam wachsende Lymphome): Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München
- Hochmaligne Lymphome (schnell wachsende Lymphome): Prof. Dr. Lorenz Trümper, Universitätsmedizin Göttingen
- Plasmozytom/Multiples Myelom: Priv.-Doz. Dr. Kai Neben, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
- Chronische lymphatische Leukämie: Prof. Dr. Clemens M. Wendtner und Dr. Valentin Göde, beide Uniklinik Köln
Die Telefonaktion wird von der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e. V. (DLH) und vom Kompetenznetz Maligne Lymphome e. V. (KML) veranstaltet und unterstützt durch den ehrenamtlichen Einsatz der KML-Experten, finanziell durch die DLH
August 2009
HIV im Dialog 2009
Wann? Am 11. und 12. September 2009. Wo? Im Roten Rathaus.
Wann? Am 11. und 12. September 2009. Wo? Im Roten Rathaus.
Der Kongress wendet sich an Ärzte und Apotheker, HIV-Betroffene und Interessierte und steht unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit. Die Teilnahme ist kostenlos. Das breitgefächerte Programm sieht Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops vor, bei denen nicht nur die neuesten Forschungsergebnisse präsentiert werden. Neben medizinischen und psychologischen Aspekten wird der Umgang der Medien mit dem Thema HIV ausgeleuchtet, es geht um Prävention und Migration, um HIV und Arbeit und natürlich auch um das Thema Gesundheit. Das diesjährige Motto "PANISCHIVOLLEGAL" verkörpert das Spannungsfeld zwischen unangemessener Panik und unangebrachter Sorglosigkeit in dem sich das Leben mit HIV bewegt.
Für HIV-Patienten wird an beiden Veranstaltungstagen jeweils eine medizinische und eine psychiatrische bzw. psychotherapeutische Sprechstunde angeboten. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, die Sprechstunden sind offen. Außerdem können Schüler von Schülerzeitungen an einem redaktionellen Workshop teilnehmen.
HIV im Dialog ist eine von der Ärzte- sowie der Apothekenkammer Berlin zertifizierte Fortbildungsveranstaltung. Teilnehmende Ärzte und Apotheker erhalten bis zu 16 Punkte für die Fortbildung.
Eine Programmübersicht und mehr zur Veranstaltung finden Sie unter: www.hiv-im-dialog.de
August 2009
HIV - Verzögertes Auftreten von Aids bei Frauen
Die Zerstörung des Immunsystems nach einer HIV-Infektion verläuft bei verschiedenen Patienten unterschiedlich schnell. Ein internationales Forscherteam hat jetzt herausgefunden, woran das liegt: Ein genetischer Faktor des X-Chromosoms bremst den Krankheitsverlauf – aber nur bei Frauen.
Das HI-Virus infiziert und zerstört während seiner Vermehrung hauptsächlich die für die Immunabwehr wichtigen CD4-Zellen. In der Regel führt diese Zellzerstörung nach einigen Jahren zur Immunschwächeerkrankung Aids, der Ausbruch der Erkrankung kann sich aber auch um Jahrzehnte verzögern. Aus diesem Grund müssen einige HIV-Infizierte schon nach zwei, andere aber erst nach zehn Jahren antiretrovirale Medikamente einnehmen. Um zu klären, warum dies so ist, haben verschiedene deutsche Forschungseinrichtungen eng zusammengearbeitet - und schließlich eine interessante Entdeckung gemacht: Das Geschlechtschromosom X, von dem Frauen zwei, Männer aber nur eines besitzen, ist bei einigen Menschen verändert. HIV-infizierte Frauen, die diese Gen-Variante des X-Chromosoms aufweisen, erkranken wesentlich später an Aids als diejenigen ohne die genetische Veränderung. Die Immunzellen der Frauen mit dem veränderten Gen werden also langsamer zerstört. Bei Männern hat die Gen-Variante keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.
Die Forschung
Schon früher wurde vermutet, dass die unterschiedlich schnelle Zellzerstörung durch genetische Faktoren bestimmt sei. Und schon seit Längerem weiß man, dass bei manchen HIV-infizierten Frauen wesentlich weniger Viren und mehr überlebende CD4-Immunzellen vorhanden sind als bei anderen. Erst die gezielte Auswertung von Proben HIV-infizierter Rhesusaffen, die am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen 15 Jahre lang gesammelt und charakterisiert worden sind, brachten jetzt Klarheit. Bei ihrer Suche im Erbgut dieser dem Menschen evolutionär eng verwandten Affen entdeckten die Forscher eine Gen-Variante des X-Chromosoms, die offenbar einen Einfluss auf die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs hat. Daraufhin überprüften die Wissenschaftler ihren Befund auf eine Entsprechung bei HIV-infizierten Menschen.
"Mit der Zielvorgabe aus dem Tiermodell konnten wir tatsächlich eine vorteilhafte genetische Variante entdecken, die bei Frauen mit einem verlangsamten CD4-Zellverlust einhergeht", erklärt der Medizin-Statistiker und Populationsgenetiker Prof. Michael Krawczak der Universität zu Kiel.
Da die Gen-Variante bei Männern keine Veränderung des Krankheitsverlaufs bewirkt, vermuten Krawczak und seine Kollegen einen geschlechtsabhängigen Mechanismus.
Interessanterweise kommt die vorteilhafte Genveränderung in Asien wesentlich häufiger vor als in Europa oder Afrika. Während sie bei jeder zweiten Asiatin zu finden ist, weisen die bislang untersuchten HIV-infizierten Europäerinnen sie nur zu 20 % auf.
Aussichten
Für die Zukunft gilt nun zu untersuchen, wie die genetische Variante des X-Chromosoms den Immunzellverlust nach einer HIV-Infektion verlangsamt. Daraus könnten sich neue Behandlungswege ergeben. Außerdem erleichtert die Entdeckung der Genvariante eine Prognose des Krankheitsverlaufs bei HIV-infizierten Frauen.
August 2009
Noch mehr Natur in der BerlinApotheke
Ab September gibt’s Nuxe
"Aus Liebe zum Duft" - so bewirbt der französische Spezialist für Naturkosmetik Nuxe seine Erzeugnisse, zu deren Besonderheiten Innovationsgeist, Effizienz und Qualität zählen.
Der Philosophie "Engagement für kosmetische Intelligenz" folgend, stellt Laboratoire Nuxe seit 1957 einfache, milde und wirksame Pflegeprodukte her. Die diskret duftenden Substanzen aus Pflanzen und ätherischen Ölen sind gut verträglich und auch für sehr empfindliche Haut geeignet.
Alle Produkte sind frei von tierischen Inhaltsstoffen, Mineralölen und Farbstoffen.
Das Programm bietet neben Körperpflege und Sonnenschutz natürlich auch pflegende Produkte für das Gesicht: unter anderem eine Honigserie für jeden Hauttyp, eine Multifunktionspflege - das sogenannte Wunderöl mit oder ohne Goldpartikel, eine reichhaltige Serie und eine Spezialserie, zu der auch die Creme Nirvanesque und die feuchtigkeitsspendende und stärkende Creme Fraiche gehören.
Ab September gibt es die originelle Naturpflege des preisgekrönten Unternehmens in der BerlinApotheke Oranienburger Tor und BerlinApotheke Hackescher Markt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
August 2009
Onkologie - Informationen zum Thema Krebs
Für Fragen zum Thema Krebs gab es bisher keine einheitliche Anlaufstelle in Deutschland. Dies wird sich im Herbst ändern. Damit Krebspatienten und ihre Angehörigen es künftig leichter haben, an zuverlässige Informationen zu kommen, bündeln der Krebsinformationsdienst und die Deutsche Krebshilfe ihre Beratungsangebote. Zu dem neuen qualitätsgeprüften Informationsangebot gehört auch eine bundesweit kostenlose Telefon-Hotline. Unter der Rufnummer 0800 – 420 30 40 können sich Ratsuchende dann zu allen Fragen rund um das Thema Krebs informieren.
Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium finanziell unterstützt.
Zurzeit sieht sich der Krebsinformationsdienst mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert, die er oft nicht zeitnah beantworten kann. Dies soll sich durch die Zusammenlegung der Beratungsstellen zukünftig ändern. Der Krebsinformationsdienst soll Betroffenen unter anderem helfen, über medizinische Schritte mit zu entscheiden und die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten verbessern. Außerdem soll es ab dem kommenden Jahr einen eigenen Informationsdienst für Ärzte und Pflegepersonal geben. Von ihnen kommen derzeit 10 Prozent der Anfragen.
August 2009
BerlinApotheke Hackescher Markt jetzt in Wikipedia
Alles über die älteste Apotheke Berlins.
Warum Dr. Buddeus, Leibarzt von König Friedrich Wilhelm I., entgegen damaliger Vorschriften die spätere BerlinApotheke eröffnen durfte, welche Bürde der Apotheke auferlegt wurde, als Napoleon in Berlin einzog und was die österreichische Schauspielerin Liane Haid mit der Apotheke zu tun hatte?
All dies können Interessierte ab sofort in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rothe_Apotheke
August 2009
Onkologie - Krebsgene einfach abschalten
Das Verfahren nennt sich RNA-Interferenz oder Gensilencing – Genstilllegung, wurde schon in den 1990er Jahren entwickelt und mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Das Prinzip: Medikamente, die die krebsauslösenden Gene in den Tumorzellen abschalten, werden direkt in den Tumor transportiert, um dort effektiv und direkt zu wirken. Der große Vorteil: Das gesunde Gewebe bleibt von Schäden wie sie bei den herkömmlichen Behandlungsmethoden Bestrahlung und Chemotherapie auftreten, verschont. Nur leider haperte es bisher an der Umsetzung. Die Gen-Silencing Medikamente sind sehr instabil und es mangelte an Möglichkeiten, sie in die betroffenen Zellen zu bringen. Diese Hürde ist jetzt genommen.
Alter Wirkstoff in neuer Verpackung
Wissenschaftler der University of Queensland haben es geschafft, die empfindlichen Medikamente besser zu verpacken und so effizient in das Krebsgewebe zu transportieren - mithilfe eines lipidreichen Trägerstoffs. Das neue Verfahren birgt die Chance, dass die RNA-Interferenztechnologie bald in der Klinik Anwendung findet.
Im Mausmodell wurde die neue Medikamentenform gegen Gebärmutterhalskrebs getestet und bewirkte einen Rückgang der Tumorgröße um siebzig Prozent. Zurzeit untersuchen die Wissenschaftler den Einsatz der neuverpackten Gen-Silencing Medikamente gegen andere Krebsarten. Auch eine Kombination der RNA-Interferenz mit einer leichten Chemotherapie ziehen die Forscher für die Zukunft in Erwägung.
August 2009
Onkologie - Liliengewächse gegen metastasierenden Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Jährlich sterben daran in Deutschland rund 11.600 Betroffene und über 58.000 Männer erkranken neu. Wird der Tumor der Vorsteherdrüse jedoch rechtzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Schwierig wird es erst, wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat. Einige Therapieoptionen fallen dann schon aus.
Ein neues Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Göttingen, das von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird, lässt jedoch hoffen. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob ein pflanzlicher Wirkstoff aus dem Liliengewächs gegen metastasierten Prostatakrebs hilft. Erste Experimente seien vielversprechend, berichten die Forscher. Im Labor konnten sie mit Extrakten aus der Wurzel des Liliengewächses Belamcanda chinensis das Wachstum von Krebszellen bereits hemmen, und im Tierversuch verlangsamte der Pflanzenwirkstoff immerhin die Ausbreitung des Tumors.
Das Wachstum des Prostatakarzinoms ist hormonabhängig
Die Forscher hatten festgestellt, dass in asiatischen Ländern weit weniger Männer an Prostatakrebs erkranken als in den westlichen Nationen.
"Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich in der asiatisch geprägten Ernährung mit viel pflanzlicher Kost anstatt tierischer Eiweiße und Fette", erklärt Peter Burfeind vom Göttinger Universitätsklinikum.
Besonders interessant erschienen den Forschern Pflanzeninhaltsstoffe mit schwach östrogenen Eigenschaften, sogenannte Isoflavone. Sie haben ähnliche Eigenschaften wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und werden daher auch als Phyto-Östrogene bezeichnet.
Das Wachstum des Prostatakarzinoms ist hormonabhängig und wird besonders vom Testosteron stimuliert. Östrogen wird auch bei Männern in kleinen Mengen im Hoden und im Fettgewebe gebildet, fungiert als Gegenspieler des Testosterons und kann das Tumorwachstum bremsen. Häufig jedoch verkehrt sich die wachstumshemmende Wirkung des Östrogens durch einen bösartigen Tumor ins Gegenteil und fördert das Tumorwachstum fatalerweise genau wie das Testosteron.
Tectorigenin regelt die Wirkung des Östrogen
Die Göttinger haben im Rahmen ihrer Forschung ein aus Liliengewächsen stammendes Phyto-Östrogen identifiziert, das genau dort im Tumor eingreift, wo das Östrogen das Zellwachstum beeinflusst. Tectorigenin, so der Name, wird auch in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin eingesetzt. Wie die Wissenschaftler feststellten, bindet Tectorigenin an die Zelloberfläche der Krebszellen und stellt die Östrogensignalwege wieder her, die im Tumor eine tumorverhindernde Funktion haben.
Aussichten
Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob Tectorigenin zur Therapie beim Prostatakarzinom angewendet werden kann.
"Zudem ist es denkbar, dass diese Substanz eines Tages auch vorbeugend gegen Prostatakrebs eingesetzt werden könnte", meint Forscher Thelen.
Bis zur Anwendung in klinischen Studien muss jedoch noch ein wenig geforscht werden.
Juli 2009
Onkologie - Sommer, Sonne - und immer auf die Haut achten
Wer im Sommerurlaub in den Süden reist, hat sie zumeist im Gepäck: die Sonnencreme. Die wenigsten denken aber daran, dass die Haut im Sommer auch hierzulande Schutz benötigt. Denn wer sich ungeschützt der Sonne aussetzt, bekommt schnell einen gefährlichen Sonnenbrand, der oft erst bemerkt wird, wenn es bereits zu spät ist.
Sonnenbrand steigert Hautkrebsrisiko
Sonnenbrand entsteht durch die UV-Strahlung im Sonnenlicht, die die Haut beim Sonnenbaden bombardiert. Ähnlich wie radioaktive Strahlen können auch die UV-Strahlen die Erbsubstanz schädigen. Diese Schäden an der Haut können die unkontrollierte Reproduktion fehlprogrammierter Hautzellen fördern und so zum Krebs führen. Zwar kann der Körper diese Schäden durch spezielle Reparaturenzyme in gewissem Maß ausbessern, aber mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko durch die minimalen Schädigungen. Kurz gesagt, jeder Sonnenbrand hinterlässt seine Spuren im Gedächtnis der Haut. Und die Haut vergisst nichts. So ist Sonnenbrand ein Hauptverursacher von vorzeitiger Alterung der Haut und Hautkrebs. Und der Hautkrebs ist nicht zu unterschätzen: Jahr für Jahr gibt es in Deutschland rund 140 000 Neuerkrankungen.
Besonders gefährdet: Kinder und Jugendliche
Gebräunte Haut gilt als chic, vor allem unter Jugendlichen. Aber gerade für Kinder und Jugendliche ist das überlange Sonnenbad besonders gefährlich: Sonnenbrände vor dem 18. Lebensjahr verschärfen eindeutig das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Und Vorsicht vor trügerischer Sicherheit: Wer sich im Sonnenstudio vorbräunt, ist entgegen einer weit verbreiteten Annahme keinesfalls gegen einen Sonnenbrand „immun“, denn das UV-Strahlenspektrum der Sonne ist ein ganz anderes als das UV-Spektrum einer Sonnenbank. Und was auf jeden Fall klar sein sollte: Kleinkinder unter zwei Jahren gehören überhaupt nicht in die Sonne.
Eincremen, Eincremen, Eincremen!
Man kann es nicht oft genug betonen: Ob im Urlaub oder zu Hause - wer sich in der Sonne aufhält, sollte sich eincremen. Allerdings bietet auch das beste Sonnenschutzmittel nur begrenzt Schutz vor den UV-Attacken der Sommersonne. Deshalb gilt: Auch wer sich gut eincremt, sollte nicht zu lange Sonnenbaden. Wie stark eine Sonnencreme oder eine Sonnenmilch schützt, hängt vom Lichtschutzfaktor des Produkts ab: Je höher dieser Faktor, desto besser der Sonnenschutz. Entscheidend ist zudem neben dem individuellen Hauttyp die Stärke der UV- Einstrahlung vor Ort; diese gibt der so genannte UVI – der UV-Index – an, ein international gültiger Wert. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat hier für den Verbraucher eine Faustformel parat: Der Lichtschutzfaktor, mit dem sich Erwachsene schützen sollten, entspricht dem doppelten UVI-Wert. Oder anders herum: UVI mal zwei gleich Sonnenschutzfaktor.
Tipps
Wer mit heiler Haut durch den Sommer kommen möchte, sollte die folgenden "Sonnenschutzregeln" befolgen:
- Schützen Sie sich durch geeignete Kleidung und Kopfbedeckung.
- Achten Sie beim Eincremen auf den Lichtschutzfaktor.
- Sparen Sie nicht an der Sonnencreme. Motto sollte sein: Lieber zu viel als zu wenig!
- Cremen Sie die senkrecht besonnten Körperpartien besonders gut ein: Ohren, Nase, Schultern – bis hinunter zu den Fußrücken.
- Meiden Sie die Mittagssonne – hier ist das UV-Bombardement besonders stark.
- 50 Sonnenbäder im Jahr sind mehr als genug!
Weitere Infos zum Thema bietet die Website des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), im Internet beispielsweise unter http://www.bfs.de/uv/uv2/uvi.
Eine Informationsbroschüre speziell für Kinder und Jugendlichen hält das BfS bereit unter http://www.bfs.de/uv/uv2/Kinderflyer
Juli 2009
Onkologie - Tumorzellen in den Selbstmord treiben
Immer wieder steht die Forschung vor der Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, Tumorzellen erfolgreich und nachhaltig zu vernichten? Wenn man weiß, dass jede Zelle nur eine begrenzte Lebensdauer hat und sich unter bestimmten Bedingungen selbst vernichtet, erscheint es sehr naheliegend, die bösartige Zelle so umzuprogrammieren, dass sie stirbt. Das Schlüsselwort lautet Apoptose - der programmierte Zelltod. Genau darauf hebt die Forschungsarbeit von Dr. Wilfried Roth und seinem Team ab. Sie wollen die Tumorzellen zum Verschwinden bringen, indem sie das Selbstmordprogramm der bösartigen Zellen in Gang setzen.
Verschiedene Tumorzellen haben unterschiedliche Überlebensstrategien
Hört sich einfach an, ist aber ziemlich schwierig. Denn um effektive Wirkstoffe entwickeln zu können, müssen die Forscher das Selbstmordprogramm der Tumorzellen erst einmal verstehen. Genauer, die Signalketten müssen entschlüsselt werden, die die Zelle schließlich zum Selbstmord bewegt. Diese molekularen Abläufe sind jedoch ziemlich komplex und können an vielen Stellen gestört sein. Besonders Tumorzellen entwickeln zahlreiche Strategien, um sich dem Zelltod zu entziehen.
Erschwerend kommt hinzu: Tumor ist nicht gleich Tumor. Die unterschiedlichen Tumorzellen haben unterschiedliche Strategien die Apoptose zu umgehen. Hirntumoren beispielsweise produzieren ein Protein, das den Zelltod hemmt. Um diese Zellen zu vernichten, muss also erst die Bildung des Proteins verhindert werden. Anders verhält es sich beim Nierentumor. Hier sind solche Rezeptoren vermehrt vorhanden, die zelltodauslösende Botenstoffe binden und damit unwirksam machen. Die Menge dieser Rezeptoren kann im Blut gemessen werden, und gibt Auskunft über die Schwere des Krankheitsverlaufs. Damit ist immerhin schon ein Faktor einer Signalkette einer Tumorart identifiziert.
Ein guter Anfang und ein guter Ansatz; für die Zukunft allerdings gibt es noch reichlich Forschungsbedarf.
Juli 2009
Onkologie - Lokale Tumortherapie durch magnetische Nanotaxis
Ob Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie – bei den herkömmlichen Behandlungsansätzen zum Kampf gegen den Krebs werden bei der Beseitigung der Tumore nicht nur bösartige Krebszellen vernichtet. Fast immer wird auch gesundes Gewebe geschädigt oder - schlimmer noch - der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen. Für viele sowieso schon geschwächte Patienten eine Tortur. Ein zentrales, zugleich aber extrem anspruchsvolles Ziel der Krebsforschung ist die Entwicklung von Behandlungsmethoden, die den Tumor wirksam und ohne Nebenwirkungen beseitigen. Bei einer Chemotherapie heißt das: Der Wirkstoff darf möglichst nur im Tumor wirken.
"Es gilt, die bestmögliche Balance von therapeutischem Nutzen und toxischem Effekt zu erreichen", so der Mediziner Christoph Alexiou von der Universität Erlangen.
Gezielter Transport zum Tumor
Alexiou hat mit seinem Team ein solches Verfahren entwickelt. Das innovative und einzigartige Therapiekonzept setzt dabei auf Nanotechnologie: Dem Patienten sollen kleinste Teilchen, so genannte Nanopartikel, mit metallischem Kern injiziert werden. Die magnetischen Nanopartikel sind mit einem Wirkstoff beladen, der die Krebszellen zerstören soll. Präzise fokussierte elektromagnetische Felder außerhalb des Körpers lenken die Nanoteilchen dann gezielt durch die Blutbahn, so dass sie sich in den bösartigen Tumoren anreichern. Die magnetischen Nanotaxis bringen so den Wirkstoff auf direktem Weg zum Tumor, ohne damit das übrige Gewebe zu belasten und zu schädigen. Das Ergebnis: Eine hochwirksame lokale Tumortherapie, die so gut wie keine Nebenwirkungen hat.
Komplexe interdisziplinäre Herausforderung
Für den Patienten ist diese Therapie allerdings noch Zukunftsmusik. Damit das so einfach klingende Behandlungsprinzip Einzug in die klinische Praxis halten kann, müssen Mediziner, Chemiker, Pharmazeuten, Physiker und Ingenieure eine Menge fachübergreifende Arbeit leisten. Es gilt, einen geeigneten Wirkstoff zu entwickeln, die Beladung magnetischer Nanopartikel mit diesem Wirkstoff in den Griff zu bekommen und die High-Tech-Geräte zur Erzeugung der benötigten Magnetfelder zu perfektionieren. Und schließlich müssen Verträglichkeit und Wirksamkeit der Nanoteilchen untersucht und experimentell überprüft werden.
Vorklinische Erprobung läuft
An der Universität Erlangen ist nun die vorklinische Erprobung des Verfahrens angelaufen. Die ersten experimentellen Ergebnisse sind vielversprechend. Es wird aber sicherlich noch einige Jahre dauern, bis das neue Konzept tatsächlich in der Krebstherapie eingesetzt werden kann. In Kollegenkreisen hat das Konzept einer lokalen Tumortherapie durch magnetische Nanopartikel offensichtlich überzeugt: Am 2. Juli wurde Alexiou mit dem
Innovationspreis der deutschen Hochschulmedizin 2009 ausgezeichnet.
Juli 2009
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Juni 2009
Onkologie - Vorsicht bei der Einnahme von Tamoxifen und Antidepressiva
Dass Brustkrebspatientinnen häufiger an Depressionen leiden als gesunde Frauen ist leicht verständlich. Häufig bekommen sie dann ein Medikament verordnet, das im Gehirn die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin aus dem synaptischen Spalt hemmt, einen sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder kurz SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor). Eine zu niedrige Serotonin-Konzentration kann die Ursache einer Depression sein. SSRIs sind Antidepressiva und sorgen für eine ausreichende Konzentration von Serotonin an der richtigen Stelle. Sie werden häufig verordnet, da die Nebenwirkungen nicht so stark sind wie die anderer Antidepressiva, bzw. nach einiger Zeit verschwinden. Bei Brustkrebspatientinnen, die mit Tamoxifen behandelt werden, haben SSRIs außerdem den positiven Effekt, dass sie gleichzeitig auch die unangenehmen Hitzewallungen unterdrücken, die bei der Tamoxifen-Therapie auftreten.
Gefährliche Nebenwirkung bei der Kombination von Tamoxifen und SSRI
Allerdings hat eine neue amerikanische Studie der Universität von Indiana jetzt gezeigt, dass die Kombination von Tamoxifen mit Antidepressiva der Substanzklasse der SSRI unter Umständen noch einen ganz anderen, äußerst gefährlichen Nebeneffekt hat: Die meisten Wirkstoffe der Substanzklasse der SSRI hemmen nicht nur die Serotonin-Wiederaufnahme, sondern gleichzeitig auch das Enzym CYP2D6. Dieses Enzym ist wichtig, damit Tamoxifen optimal wirken kann. Ist CYP2D6 nicht in ausreichender Menge vorhanden, ist die Wirkung von Tamoxifen gegen die Krebserkrankung herabgesetzt. Was die amerikanischen Wissenschaftler bisher nicht wussten und was die Studie deutlich zutage gefördert hat: Je stärker das CYP2D6-Enzym gehemmt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Krebserkrankung wieder auftritt.
Die Studie
Für ihre Analyse haben die Wissenschaftler Daten von ca. 1300 Frauen ausgewertet, die zwischen 2003 und 2005 erstmals Tamoxifen eingenommen hatten. 353 von ihnen erhielten Tamoxifen sowie einen SSRI. 945 Frauen bekamen nur das Antiöstrogen.
Unter den SSRIs gibt es verschiedene Wirkstoffe, die das CYP2D6-Enzym unterschiedlich stark hemmen. Mittel bis stark wirken Fluoxetin, Paroxetin oder Sertralin. Die Auswertung der Daten ergab: Verglichen mit den Frauen, die ausschließlich mit Tamoxifen behandelt wurden, lag die Rückfallquote bei 16%. Damit ist das Rückfallrisiko mehr als doppelt so hoch. Bei den SSRIs Citalopram und Fluvoxamin, die das Enzym CYD2D6 nur leicht hemmen, lag die Rückfallquote bei 8,8 Prozent.
Fazit
Bei Patientinnen, die Tamoxifen einnehmen, sollte die Auswahl eines zusätzlichen SSRIs besonders aufmerksam überdacht werden.
Das einzige Antidepressivum, das den Tamoxifen-Stoffwechsel nicht beeinflusst, ist Venlafaxin. Dies hat der CYP2D6-Forscher, Dr. Vered Stearns von der John Hopkins School of Medicine in Baltimore herausgefunden.
Juni 2009
Onkologie - Medikament gegen Diabetes stärkt den Körper gegen Krebs
Metformin ist eines der ältesten und weltweit am häufigsten verordneten Medikamente, um den Blutzuckerspiegel bei Diabetes Typ 2 zu senken. Auch wird das Antidiabetikum zur Behandlung vom Polyzistischen Ovarial-Syndrom eingesetzt. Beim PCOS kann es Symptome wie Übergewicht, Unfruchtbarkeit, Akne oder Haarausfall lindern. Darüber hinaus steigert Metformin die Verbrennung von Fettsäuren.
Schon frühere Studien legten die Vermutung nahe, dass Metformin außerdem das Krebsrisiko senkt. Beispielsweise lag die Heilungsrate bei Diabetikerinnen mit Brustkrebs, die Metformin einnahmen, höher als bei den übrigen Brustkrebspatientinnen. Eigentlich erkranken Diabetiker eher häufiger an Krebs als andere Menschen. Eine Erklärung, warum das im Zusammenhang mit Metformin anders ist, gab es bisher jedoch nicht.
Eine amerikanische Forschergruppe der Universität von Philadelphia hat jetzt nachgewiesen, dass Metformin das Krebsrisiko senkt, und möglicherweise auch den Mechanismus entdeckt, wie das Antidiabetikum die körpereigene Abwehr gegen den Krebs aktiviert. Die Ergebnisse könnten damit entscheidend zur Verbesserung von Impfstoffen gegen Krebs beitragen.
Bei Tieren stärkt Metformin das Immunsystem
Die Forschergruppe testete Metformin an Versuchstieren und stellte fest, dass sich das Medikament positiv auf deren Immunsystem auswirkte. Weitere Untersuchungen, bei denen die Tiere einen experimentellen Krebs-Impfstoff erhielten, zeigten: Die Tiere, die gleichzeitig auch Metformin bekamen, erkrankten seltener an Krebs als die, die nur geimpft waren.
Der Mechanismus, der diesem Effekt zugrunde liegt ist folgender: Metformin steigert u.a. die Verbrennung von Fettsäuren, was sich wiederum positiv auf das Immunsystem auswirkt. Eine vermehrte Fettsäurenverbrennung nämlich regt die Bildung sogenannter Gedächtniszellen an. Diese bildet das Immunsystem nach dem Kontakt mit Krankheitserregern. Tauchen die bekannten Krankheitserreger erneut auf, wird sofort eine Abwehrreaktion ausgelöst. Die Gedächtniszellen des Immunsystems sind auch dafür verantwortlich, dass nach Impfungen der Körper jahrelang vor den entsprechenden Krankheitserregern geschützt ist. Genauso wehrt das Immunsystem auch Tumorzellen ab.
Dass der Wirkmechanismus beim Menschen genauso funktioniert, ist ziemlich wahrscheinlich. Jedenfalls sprechen die Ergebnisse früherer Studien sehr dafür (s.o.). Auch die Behandlungsstrategien von Diabetikern werden von den neuen Erkenntnissen mit Sicherheit nicht unberührt bleiben.
"Da in größeren Untersuchungsreihen bei Diabetespatienten häufiger Krebserkrankungen gefunden wurden, sind die aktuellen Erkenntnisse ein zusätzlicher, neuer Aspekt für die individuellen Therapieabwägungen", meint Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.
Juni 2009
HIV - Qualifizierte Versorgung in Krankenhäusern jetzt allen HIV-Patienten zugänglich
Dies ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der am 18.06.09, in Berlin getagt hat. Seit 2005 gilt die Regelung, dass sich HIV-Patienten und Patientinnen zur ambulanten Diagnostik und Versorgung an die Krankenhäuser wenden können. Bisher stand diese Option jedoch ausschließlich Patienten offen, die bereits an HIV oder Aids erkrankt sind.
Ein entsprechender Ergänzungsbeschluss bezieht jetzt auch diejenigen HIV-Infizierten in die Krankenhausversorgung mit ein, die noch keine Symptome aufweisen. Bei ihnen sei aber genauso die Betreuung von Experten erforderlich, so die Begründung für die Gesetzeserweiterung. Beispielsweise, damit rechtzeitig, noch bevor Krankheitsanzeichen auftreten, mit einer antiretroviralen Therapie begonnen werden kann.
Der Beschluss wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt, wenn keine Beanstandungen kommen, in absehbarer Zeit in Kraft.
Interessierte können den Beschlusstext zu § 116b SGB V im Internet einsehen:
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse
Juni 2009
HIV - Ohne ART häufiger geschlechtskrank
Auf dem jährlich stattfindenden HIV-Kongress CROI (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections), stellten deutsche Forscher im Februar dieses Jahres folgende Studien-Ergebnisse vor: Verglichen mit gesunden, sind HIV-positive Männer, die ungeschützten Analverkehr mit HIV-infizierten Partnern haben, häufiger von Geschlechtskrankheiten betroffen. Warum dies so ist, war bisher unklar. Eine mögliche Erklärung liefert jetzt eine aktuelle Studie amerikanischer Wissenschaftler, an der 102 HIV-negative Männer, 98 unbehandelte HIV-positive Männer und 22 HIV-infizierte Männer unter antiretroviraler Therapie teilnahmen. Die Studie untersuchte das Auftreten von Geschlechtskrankheiten und die Zahl der CD4- und CD8-Zellen in der Samenflüssigkeit bzw. im Blut der Teilnehmer. CD4-und CD8-Zellen sind Abwehrzellen des Immunsystems.
Die Vermutung
Bei einer HIV-Infektion sinkt die Anzahl der CD4-Zellen in der Samenflüssigkeit. Dies könnte zur Folge haben, dass HIV-infizierte Männer empfänglicher für sexuell übertragbare Krankheiten sind. Erhalten diese Männer jedoch eine antiretrovirale Kombinationstherapie, steigt die Zahl der CD4-Zellen wieder an und die Immunabwehr ist wieder hergestellt.
Studienergebnisse
Die Forscher stellten fest, dass die Zahl der CD4- und CD8-Zellen im Sperma der unbehandelten HIV-positiven Studienteilnehmer sank - und zwar unabhängig von der Höhe dieser Zellen im Blut. Daraus folgerten die Wissenschaftler, dass die Zahl der ‚CD4-Zellen im Sperma höchstwahrscheinlich in einer sehr viel früheren Krankheitsphase abfällt als im Blut.
Bei den antiretroviral behandelten Teilnehmern war die Konzentration der Abwehrzellen im Sperma dagegen wesentlich höher. Demnach verbessert eine antiretrovirale Therapie nicht nur die Immunabwehr im Blut, sondern auch im männlichen Genitalbereich.
Schlussfolgerungen
Aus diesen Ergebnissen schlossen die Wissenschaftler, dass unbehandelte HIV-Patienten für Erreger von Geschlechtskrankheiten empfänglicher sind als behandelte HIV-Infizierte.
Außerdem vermuten sie, dass von den unbehandelten HIV-positiven Männern ein höheres Infektionsrisiko ausgehen könnte. Damit wäre auch die Frage beantwortet, warum beim ungeschützten Analverkehr mit HIV-infizierten Personen HIV-positive Männer anfälliger für Geschlechtskrankheiten sind als HIV-negative.
Juni 2009
Onkologie - Prostatakrebszellen riechen Veilchenduft
Die Bochumer Biologen um Prof. Dr. Dr. Hatt haben ein Protein entdeckt, das in Prostatakrebszellen massenhaft hergestellt wird und Veilchenduft "riechen" kann. Der Blumenduft kommt in der Prostata zwar nicht vor, dafür aber ein ähnlich aufgebautes Molekül, ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Genau wie das Veilchenduftmolekül aktiviert auch das Steroidhormon den neu entdeckten Riechrezeptor. Dieser veranlasst die Zelle dann, die Zellteilung einzustellen.
"Das heißt, dass man mit Veilchenduft das Prostatakrebswachstum anhalten kann", spitzt Prof. Hatt die Ergebnisse zu.
Die Untersuchung
Dass Riechrezeptoren auch außerhalb der Nase vorkommen, haben die Forscher schon vor einigen Jahren belegt. Damals wiesen sie Riechrezeptoren für Maiglöckchenduft in menschlichen Spermien nach. Jetzt sind sie den Riechrezeptoren von Prostatakrebszellen auf der Spur. Zunächst testeten die Bochumer Biologen das neu entdeckte Rezeptorprotein hOR 51 E2 in Nierenzellen. Diese konfrontierten sie mit einer Mixtur verschiedener Duftstoffe, um festzustellen, auf welchen die Zellen mit einer vermehrten Calcium-Ausschüttung reagieren würden. Die Calcium-Ausschüttung wurde mit für Calcium empfindlichen Farbstoffen kenntlich gemacht. Das Ergebnis: hOR 51 E2 reagierte auf beta-Ionen, den klassischen Veilchenduft und auf die dem Veilchenduft in der Molekülstruktur ähnlichen Steroidhormone. Die anschließenden Untersuchungen an Prostatazellen bestätigten die Ergebnisse, auch sie reagierten auf die Duftmoleküle und das Steroidhormon. Schleusten die Wissenschaftler jedoch eine Gensequenz in die Zelle ein, die die Rezeptorherstellung verhinderte, reagierten die Zellen weder auf den Duft noch auf das Steroidhormon.
Als Nächstes stellte sich die Frage: Welche Funktion hat der Rezeptor in der Prostatazelle? In einer älteren Studie fanden die Forscher die Beschreibung eines Proteins unbekannter Struktur, das vor allem in Prostatakrebszellen verstärkt gebildet wird. Überraschenderweise handelte es sich dabei genau um den Rezeptor, den die Bochumer Wissenschaftler gegenwärtig untersuchten.
Untersuchung an Prostatakrebszellen
Wenn in Prostatakrebszellen die Rezeptorproteine tatsächlich in großen Mengen gebildet werden, müsste die Zellantwort der Krebszellen auf den Veilchenduft und das Steroidhormon auch besonders ausgeprägt sein, überlegten die Forscher. Tests an Prostatakrebszellen, die das Forscherteam aus Operationsmaterial entnommen hatten, bestätigten diese Vermutung. Und mehr noch: Der Veilchenduft wirkte sich erheblich auf das Wachstum der Zellen aus. Das Wachstum der Krebszellen nahm signifikant ab und sank gegen Null.
Weitere Untersuchungen zeigten: Der Signalweg beim Rezeptorprotein der Krebszellen ist ein gänzlich anderer als bei den Riechzellen. Bei den Krebszellen wird das Signal des Rezeptors direkt an den Zellkern übermittelt, der dann dafür sorgt, dass die Zellteilung reduziert wird.
Untersuchungen an Mäusen sollen nun zeigen, ob das, was in Zellkulturen möglich ist, auch im Organismus funktioniert.
"Dann wird man die Erkenntnis irgendwann vielleicht therapeutisch gegen Prostatakrebs einsetzen können", hofft Prof. Hatt.
Juni 2009
HIV - Antidiarrhoika werden nicht mehr erstattet
Neue Arzneimittelrichtlinie trifft besonders den HIV-Bereich
Kürzlich ist eine neue Arzneimittel-Richtlinie vom Gemeinamen Bundesausschuss (G-BA) verabschiedet worden. Die darin festgelegten Verordnungseinschränkungen betreffen leider auch den Bereich HIV/ Aids. So werden Antidiarrhoika (Arzneimittel zur Behandlung von Durchfällen, z. B. Loperamid) ab sofort nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Das trifft Menschen mit HIV besonders hart, denn Diarrhöen treten bei ihnen besonders häufig auf – als Symptom einer HIV-Infektion, aber auch als Nebenwirkung von antiretroviralen Medikamenten.
Eine erneute Tagung der AG Arzneimittel-Richtlinie ist für den 10.06.2009 geplant. Zu diesem Termin ist auch die Deutsche Aids-Hilfe zu einer Anhörung eingeladen. Ob dieses Treffen eine Änderung der neuen Arzneimittel-Richtlinien herbeiführt, bleibt abzuwarten.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (DAGNÄ) empfiehlt den Ärzten bis dahin, den Patienten das entsprechende Arzneimittel gegebenenfalls auf einem Privatrezept zu verordnen.
Darüber hinaus gelten auch neue Arzneimittel-Richtlinien für Lipidsenker, Hypnotika und Tranquilizer.
Juni 2009
HIV - Erfreuliche Nachrichten aus der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Der Kondomabsatz 2008 bricht mit 215 Millionen Stück alle Rekorde.
Das ist doch mal eine gute Nachricht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die neuen Daten zur Repräsentativerhebung "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2008" vorgelegt.
Demnach erreicht nicht nur der Kondomabsatz Rekordzahlen, auch das Schutzverhalten selbst hat sich 2008 positiv verändert. 81 Prozent der Befragten, die in den letzten zwölf Monaten eine neue Partnerschaft begonnen hatten, benutzten zu Beginn der Partnerschaft Kondome. 2004 waren es nur 70 Prozent. Außerdem schützten sich - genau wie im Vorjahr 2007 - 85 Prozent der Personen mit mehreren Sexualpartnern und –partnerinnen mit Kondomen. 2004 taten dies nur 70 Prozent.
Die Erhebung untersucht das Wissen, die Einstellung und das Verhalten der Bevölkerung im Hinblick auf HIV und Aids und die Reichweiten der Aufklärungsmaßnahmen. Die Kondomabsatzzahlen werden jährlich von der Deutschen Latex Forschungsgemeinschaft Kondome e.V. veröffentlicht. 2003 erreichte der Kondomabsatz mit nur 189 Millionen Stück den absoluten Tiefpunkt. 2004 stieg er langsam wieder an, bis er 2008 den Spitzenwert von 215 Millionen Stück erreichte.
Auch die Neudiagnosen von HIV-Infektionen sind 2008 erstmals seit dem Jahr 2000 nicht mehr nennenswert gestiegen. Das zeigen die epidemiologischen Daten des Robert Koch-Instituts.
Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Prof. Dr. Elisabeth Pott, führt die positiven Ergebnisse der aktuellen Erhebung auf die verstärkten Präventionsbemühungen zurück:
"Die Einschätzung der aktuellen Situation zeigt, dass Aids nicht besiegt ist, dass es aber Erfolge im Kampf gegen HIV gibt. Die Kondomnutzung der Deutschen ist so hoch wie nie zuvor und die Anzahl der geschätzten Neuinfektionen ist im Jahr 2008 erstmals wieder stabil. Dieses Ergebnis ist maßgeblich auf die nach dem Anstieg der Infektionszahlen intensivierten Aidspräventionsarbeit mit neuen Konzepten zurückzuführen."
Damit das auch so bleibt, hat das Bundesministerium für Gesundheit für die Aidsprävention 2009 das Budget noch einmal um eine Million Euro auf 13,2 Millionen erhöht.
Das Ziel der Prävention sieht Prof. Dr. Pott wie folgt:
"Der Kampf gegen die HIV-Ausbreitung muss in Deutschland mit aller Kraft weitergeführt werden, um die positive Entwicklung zu festigen und idealerweise weiter zu verbessern."
Die neuen Kampagnen versuchen daher nicht mehr nur die Bereitschaft zu erhöhen, Kondome zu benutzen. Sondern es geht vor allem darum, Menschen darin zu bestärken mit dem Partner oder der Partnerin gemeinsam gut informierte und verantwortliche Entscheidung zu treffen.
Mai 2009
HIV - Grüner Tee-Wirkstoff schützt vor HIV
Das HI-Virus nutzt SEVI (Semen-derived Enhancer of Viral Infection) - feinste Fäden im menschlichen Samen - als Transportmittel in die Zellen. HIV lagert sich an das Proteinnetz von SEVI an und gelangt so nah an die Oberfläche gesunder Zellen und befällt sie. Das Kombisystem von SEVI und HIV ist äußerst effektiv: In Anwesenheit von SEVI sind 1000-fach weniger HI-Viren nötig, um Zellen zu infizieren. Gesucht war also ein Stoff, der die Wirkweise von SEVI durchbricht. Dies ist jetzt den Wissenschaftlern des Heinrich-Pette-Instituts der Universität Hamburg gelungen.
Im Laborexperiment entdeckten die Hamburger Forscher, dass ein Wirkstoff aus Grünem Tee die Infektiosität von HIV-1 drastisch senkt. Dieser Wirkstoff war zunächst aufgefallen, weil er Proteinablagerungen und feinste Fibrillen in Blutgefäßen abbauen kann. Daraufhin testeten die Wissenschaftler das Catechin EGCG, so der Name des Grün-Tee-Wirkstoffs, in hochreiner und konzentrierter Form an Zellen in Anwesenheit von SEVI. Das Ergebnis war äußerst erfreulich: Die Infektion von Zellen mit HIV sank deutlich. EGCG verhinderte die Bildung von Fibrillen und baute diese auch ab. Mit dem Elektronenmikroskop konnten die Forscher diesen Prozess gut verfolgen.
Allerdings nützt es überhaupt nichts Unmengen von Grünem Tee zu trinken, um sich vor HIV zu schützen. Der Wirkstoff EGCG muss in sehr hoher Konzentration mit Samen in Berührung kommen.
"Das ist als Wirkstoff in Vaginalcremes vermutlich am besten zu erreichen. Wir hoffen, dass sich so vielleicht verbesserte Cremes entwickeln lassen, die auch für den afrikanischen Markt als kostengünstige Prophylaxe geeignet wären," erläutert Dr. Hauber vom Heinrich-Pette-Institut eine mögliche Umsetzung der Neuentdeckung.
Mai 2009
Onkologie - Krebs vom Grill – nein danke
Beim starken Erhitzen von Fleisch oder Fisch auf dem Grill oder in der Pfanne entstehen sogenannte heterozyklische aromatische Amine. Diese provozieren im Dickdarm bestimmte Gewebeveränderungen - als Adenome bezeichnete Polypen. Adenome sind häufig Vorstufen von Dickdarmkrebs. Schon lange stehen die heterozyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe im Verdacht, die Entstehung von Adenomen zu begünstigen. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums können dies nun belegen.
Die Studie
Für die Untersuchung wurden 4484 Teilnehmer aus der großangelegten EPIC-Studie (European Investigation into Cancer and Nutrition) rekrutiert. Die europaweite Studie untersucht Zusammenhänge zwischen Krebserkrankungen und Ernährungsgewohnheiten. Die Testpersonen hatten zu Beginn der Studie Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten gegeben. Mithilfe von Abbildungen wurde außerdem der bevorzugte Bräunungsgrad von gegrilltem oder gebratenem Fisch oder Fleisch der Konsumenten ermittelt. Aus diesen Daten berechneten die Wissenschaftler für jeden Studienteilnehmer die Höhe des mit der Nahrung aufgenommenen PhIP. PhIP (2-Amino-1-Methyl-6-Phenylimidazo [4,5-b]Pyridine) gehört zur Substanzklasse der heterozyklischen aromatischen Amine. Anschließend wurden die Probanden entsprechend der Höhe der PhIP-Aufnahme in vier Gruppen unterteilt.
Das Ergebnis
In der Gruppe mit dem höchsten PhIP-Konsum beobachteten die Wissenschaftler etwa 50 Prozent mehr Dickdarm-Adenome als bei denjenigen, die die geringste Menge PhIP aufnahmen. Die Gewebeveränderungen zeigten sich vor allem im untersten Darmabschnitt. Die Wissenschaftler sind sich darüber einig, das 50 Prozent höhere Risiko für Adenome lässt sich nicht allein durch den Fleischkonsum erklären, sondern hängt ganz klar mit der Vorliebe für stark Gebratenes zusammen. Dr. Sabine Rohrmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum folgert aus den Ergebnissen: „Vorsicht beim Grillen und Braten! Lieber Schmorgerichte oder andere Zubereitungsarten wählen, die mit geringerer Hitze auskommen.“
Weitere Schadstoffe
Damit aber nicht genug. Heterozyklische aromatische Amine sind nämlich nur ein Teil der gesundheitsschädlichen Stoffe, die beim Grillen entstehen.
Tropft Fett oder Fleischsaft auf die glühenden Kohlen, entsteht bei der Verbrennung Benzpyren, das auch krebserregend ist. Die Schadstoffe steigen mit dem Rauch auf und setzen sich auf dem Grillgut ab. Bei gepökelter Grillware können sich auf gleiche Weise die ebenfalls krebserregenden Nitrosamine entwickeln.
Grillen - aber richtig
Grillen ist im Grunde eine der gesündesten Gararten: Durch die direkte Hitze, schließen sich sofort die Poren im Fleisch und die wertvollen Vitamine, Mineralstoffe und der gute Geschmack bleiben erhalten. Grillfreunde sollten daher darauf achten, das Fleisch nicht zu scharf anzubraten, und darauf, dass kein Fett, Fleischsaft oder Marinade in die Glut kleckert. Wenn blauer Rauch aufsteigt, ist das ein Zeichen, dass krebserregende Substanzen das Fleisch umnebeln. Am besten also mageres Fleisch in genügend Abstand von den glühenden Kohlen auflegen und die Marinade vorher gut abtropfen lassen.
Mai 2009
HIV - Warnung vor Schnelltest aus dem Internet
Es sei nicht sichergestellt, ob der HIV-Bluttest zu einem korrekten Ergebnis führe, hieß es in der dpa-Meldung vom 13.05.09. Als europäische Bevollmächte des indischen Herstellers Divine Medical Group hatte die Firma AF Medical Health Services & Supplies alle Chargen des HIV-Schnelltests zurückgerufen. Dem Test fehlt offenbar die für Medizinprodukte nötige CE-Kennzeichnung. Deshalb darf er in Europa nicht verkauft und angewendet werden.
Mai 2009
HIV - Neues aus der Virusforschung
Heidelberger Virologen haben entdeckt, wie das HI-Virus den Schutzmechanismus menschlicher Zellen lahmlegt.
Neben dem Immunsystem besitzt unser Körper noch weitere Schutzmechanismen, um Viren zu bekämpfen und so Infektionen zu stoppen. Unsere Zellen verfügen über ein Reservoir an Schutzeiweißen. Diese speziellen Schutzproteine dienen dazu, die Virusvermehrung zu hemmen. Dazu gehört auch das Protein CD317. Wie aber schützt CD317 die Zelle? Das Schutzprotein CD317 hindert die neu gebildeten Viren am Verlassen der Zelle, indem es die Viren fest an die Zelloberfläche bindet. Ein Befall neuer Zellen ist so nicht möglich. Leider funktioniert dieser Mechanismus im Falle von HIV nicht. Denn das HI-Virus selbst verfügt auch über ein bestimmtes Protein namens Vpu, das die Blockade des Schutzproteins CD317 aufhebt bzw. dieses vernichtet. Die Folge: Je weniger CD317 eine Zelle besitzt, desto mehr Viren können der Abfangvorrichtung entkommen.
"In Anwesenheit von Vpu wird CD317 von einem zelleigenen System zügig abgebaut. Vermutlich bindet Vpu an CD317 und markiert es für eine schnelle Beseitigung", erklärt Virologe Dr. Keppler, der Leiter des Heidelberger Forschungsteams.
Vereinfacht gesagt, das HI-Virus münzt die für die Abwehr nützlichen Schutzproteine als "zu beseitigen" um, sodass sie von einem zelleigenen System fälschlicherweise vernichtet werden. Als Folge kann sich das Virus ungehindert ausbreiten.
Aufgrund der Ergebnisse schwebt den Virologen für die Zukunft vor, die Interaktion zwischen Vpu und CD317 zu stören. Sie hoffen, damit einen Angriffspunkt für neue Therapien entdeckt zu haben.
Dem Schutzprotein von Ratten kann das HI-Virus nichts anhaben
Im weiteren Verlauf ihrer Untersuchungen stellten die Forscher außerdem fest, dass Vpu gegen das CD317 von Rattenzellen nichts ausrichten kann. Das Schutzprotein von Ratten ist gegen die Strategie des HI-Virus immun, sodass sich das Virus bei den Tieren nicht so schnell ausbreiten kann. Das erklärt möglicherweise auch, warum die Infektion bei Ratten einen anderen Verlauf nimmt als beim Menschen.
Es wäre also denkbar, das Schutzeiweiß CD317 bei Ratten gentechnisch auszuschalten, um den Grad der Infektion, dem beim Menschen anzugleichen. Damit könnten die Forschungsergebnisse helfen, die Forschung am Tiermodell zu verbessern.
Mai 2009
Onkologie - Kinderwunsch nach Krebs
Das Universitätsklinikum Erlangen forscht mit Hochdruck an einer neuen Methode zum Erhalt der Fruchtbarkeit bei Frauen und hat dafür kürzlich eine Förderung erhalten. Den Frauen wird vor der Krebstherapie Eierstockgewebe entnommen, eingefroren und nach überstandener Erkrankung wieder eingesetzt.
Allerdings gibt es bei dieser Methode ein Problem: Bei der Rückübertragung des entnommenen Gewebes besteht die Gefahr, dass alte Tumorzellen mit übertragen werden. Bei Brust- oder Lymphdrüsenkrebs ist diese Methode relativ unbedenklich. Ganz anders sieht es jedoch bei Eierstockkrebs und Leukämie aus. Das Forschungsprojekt soll nun das Rückübertragungsrisiko von Krebszellen ausschalten.
Krebsbehandlung und Fruchtbarkeit
Chemo-, Hormon-, Strahlentherapie oder Operationen können die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen dauerhaft schädigen. Für junge Menschen stellt sich also bei einer Krebsdiagnose nicht nur die Frage nach der besten Behandlungsmethode. Auch ein möglicher Kinderwunsch muss bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. Für Männer ist das Problem eher geringfügig. Sie können ihre Spermien gegebenenfalls vor der Behandlung einfach einfrieren lassen. Der später aufgetaute Genpool ist dann genauso einsatzfähig wie vor der Krebstherapie. Junge Frauen hingegen sind von der Frage nach der Zukunftsplanung zum Zeitpunkt einer Krebsdiagnose häufig überfordert. Oft muss eine Entscheidung getroffen werden, obwohl ein Kinderwunsch oder ein entsprechender Partner noch nicht einmal vorhanden ist - und das auch noch unter Zeitdruck. Dazu kommt: Es gibt zwar verschiedene Verfahren die Fruchtbarkeit der betroffenen Frauen zu erhalten, diese sind aber wesentlich komplizierter als die für Männer, und auch die Prognosen sind nicht so eindeutig.
Wenn die Fruchtbarkeit erhalten bleiben soll …
Zum einen können vor einer Bestrahlung des Beckenbereichs die Eierstöcke operativ aus dem Bestrahlungsgebiet ausgelagert werden, um die Strahlenschäden zu verringern. Später werden die Eierstöcke dann wieder an ihren Ort zurück verlegt.
Zum anderen können – wie bei einer künstlichen Befruchtung - Hormone verabreicht werden, sodass in einem Zyklus mehrere Eizellen entstehen. Diese werden dann entnommen und eingefroren. Manchmal bleibt jedoch nicht mehr genügend Zeit für diese zurzeit gängigste Methode, weil die Krebstherapie so schnell wie möglich begonnen werden muss.
Viel Hoffnung liegt daher auf dem neuen Verfahren, der sogenannten Kryokonservierung von Ovarialgewebe. Dabei wird mittels Bauchspiegelung Eierstockgewebe entnommen und schonend eingefroren. Im Gegensatz zur Entnahme von Eizellen kann das Eierstockgewebe auch noch eine halbe Woche vor Therapiebeginn entnommen werden. Nach überstandener Krebserkrankung, also ca. zwei Jahre nach Ende der Therapie, wird das Gewebe aufgetaut und wieder eingesetzt.
Die erste erfolgreiche Rückübertragung ist in Deutschland im April 2008 geglückt. Der 32-Jährigen wurde zweieinhalb Jahre nach der Krebstherapie Eierstockgewebe voll funktionsfähig zurück verpflanzt. Weltweit haben bis heute fünf Frauen nach einer solchen Rückübertragung Kinder geboren. Ein Beweis dafür, dass auf diese Weise die Fruchtbarkeit von zuvor krebsbehandelten Frauen wieder hergestellt werden kann.
April 2009
Schweinegrippe - Wir sind vorbereitet
Die öffentlichen Medien berichteten in den letzten Tagen gehäuft von der Schweinegrippe. Die BerlinApotheke ist vorbereitet ...
Die öffentlichen Medien berichteten in den letzten Tagen gehäuft von der Schweinegrippe. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Pandemie-Warnstufe am 29. April zum zweiten Mal angehoben, auf Stufe 5 auf einer Skala von 1 bis 6.
Inzwischen sind auch in Deutschland drei Personen mit dem Grippe-Virus A/H1N1 infiziert. Alle drei hatten zuvor Mexiko bereist. Eine Person ist schon wieder vollständig genesen, die anderen beiden befinden sich nach ärztlichen Aussagen auf dem Weg der Besserung. Jörg Hacker, Präsident des Robert-Koch-Instituts, erklärte am 29.04. im „Heute-Journal“ des ZDF, dass die Schweinegrippe im Gegensatz zur Vogelgrippe leicht von Mensch zu Mensch übertragbar sei.
Eine Epidemie sei daher nicht ausgeschlossen, Deutschland sei jedoch gut vorbereitet. Die Situation wird auch weiterhin mit erhöhter Wachsamkeit beobachtet, es besteht jedoch kein Grund zur Panik. Das unterstreicht auch Detlev H. Krüger, Professor für Virologie und Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum der Humboldt-Universität Berlin.
Alle Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen
Für den Fall der Fälle hat die für die Pandemieplanung verantwortliche Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz bereits die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen für das Land Berlin getroffen.
Arzneimittelvorräte in ausreichender Menge sind laut Senatsverwaltung vorhanden und werden bei Pandemiestufe 6 sofort an das Versorgungssystem verteilt. In den öffentlichen Apotheken und in Krankenhausapotheken werden die entsprechenden antiviralen Medikamente dann gegen ein vorliegendes Rezept ausgegeben.
Auch die BerlinApotheke hat sich auf den Ernstfall gut vorbereitet, wird Medikamente bereitstellen und ihren Kunden wie gewohnt mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere Mitarbeiter sind über die Umstände und möglichen und wichtigen Maßnahmen informiert, so dass wir Sie auch zu diesem Thema kompetent beraten können. Schon jetzt haben wir ein Kontingent antiviraler Medikamente am Lager. Natürlich bekommen Sie bei uns auch Mund-und Nasenschutz, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Gern informieren wir Sie darüber, an wen Sie sich im Zweifelsfall wenden müssen.
Übertragung und Dauer der Influenza
Von Mensch zu Mensch können die Grippeviren durch Speicheltröpfchen beim Atmen, Husten oder Niesen übertragen werden. Auch eine Übertragung über verunreinigte Oberflächen, z.B. Arbeitsflächen oder Gegenstände oder die Hände ist möglich. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum versammelt sind, also in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Veranstaltungen, in Kaufhäusern usw.
Eine Infektion kann bereits 24 Stunden vor dem Auftreten erster Symptome vorliegen. Nach dem Auftreten von Symptomen sind Erwachsene in der Regel bis 5 Tage und Kinder bis über 7 Tage ansteckend. Die Erkrankung dauert bei normalem Verlauf etwa eine Woche.
Symptome
Die Krankheit setzt schlagartig ein und die körperlichen Beschwerden sind grippetypisch: hohes Fieber (über 38,5 Grad Celsius), Schüttelfrost, Reizhusten, Hals-, Glieder- oder Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit und Schweißausbrüche. Bei derartigen Symptomen sollten Sie sofort telefonisch Ihren Arzt verständigen.
Ansteckung vermeiden
Einige einfache Hygieneregeln mindern das Risiko, sich selbst oder andere anzustecken:
• Menschenansammlungen und engen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden.
• Andere Menschen nicht anhusten oder anniesen, Einmaltaschentücher benutzen und in geschlossene Müllbehälter entsorgen.
• Häufiger die Hände gründlich waschen.
• Hände vom Gesicht fernhalten, besonders von Augen, Mund und Nase.
• Räume gründlich lüften.
• Handkontaktflächen meiden, Sanitäreinrichtungen, Türgriffe, Telefonhörer u. ä. regelmäßig reinigen, am besten desinfizieren.
Wenn Sie erkrankt sind
• Bleiben Sie zu Hause und nehmen Sie telefonisch Kontakt zu Ihrem Arzt auf.
• Reduzieren Sie den Kontakt zu anderen Menschen.
• Tragen Sie bei Kontakt zu anderen Menschen einen Mund-Nasen-Schutz. Diesen erhalten Sie auch bei uns in der BerlinApotheke.
• Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Kontakt mit Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Personen mit schweren chronischen Erkrankungen.
• Halten Sie Bettruhe, trinken Sie viel und vermeiden Sie körperliche Tätigkeiten.
Bitte beachten Sie fortlaufend alle Informationen zur aktuellen Lage aus Tagespresse, Funk und Fernsehen oder im Internet.
Sollten Sie Fragen haben, beraten auch wir Sie gern persönlich oder telefonisch in der BerlinApotheke.
Weblinks zum Thema und zur aktuellen Situation:
http://www.rki.de/cln_100/nn_200120/DE/Content/
InfAZ/I/Influenza/IPV/Schweineinfluenza__Situation.html
http://www.bundesregierung.de
http://www.heute.de
http://www.tagesschau.de
April 2009
HIV - Gut informiert und sicher reisen
Sie sind reisebegeistert und haben die Koffer schon gepackt?
Was Sie bei der Reiseplanung wissen sollten, erfahren Sie auf unserer Informationsveranstaltung im Mai.
- Welche Einreisebestimmungen müssen beachtet werden?
- Wie vertragen sich notwendige Impfungen mit der antiretroviralen Therapie?
- Welche Gesundheitsrisiken sind mit der Reise verbunden?
Zu diesen und ähnlichen Fragen informiert Sie Dr. Stephan Dupke.
Wann?
27.05.2009, 19:30Uhr
Wo?
mediosmanagement GmbH | Friedrichstr. 113a, 1.OG | 10117 Berlin
Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt. Wir bitten vorab um telefonische Anmeldung unter (030) 2833530 oder direkt in der BerlinApotheke.
Diese Veranstaltung erfolgt mit freundlicher Unterstützung von der Pfizer Pharma GmbH.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch,
Ihre BerlinApotheke
April 2009
HIV - gleiches Risiko für Herz- und Kreislauf wie beim Rauchen
HIV, Rauchen oder Diabetes mellitus – das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen ist ungefähr dasselbe. Das belegen jetzt zwei neue Studien.
Immer noch sind Herz- und Kreislauferkrankungen in den Industrienationen die häufigste Todesursache. HIV-Positive haben heute durch die antiretrovirale Therapie eine höhere Lebenserwartung als noch vor einiger Zeit und sind daher genauso gefährdet wie HIV-Negative auch. Dazu kommt, dass die HIV-Infektion selbst ein Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen ist, ähnlich hoch wie das Rauchen oder eine Diabetes-mellitus-Erkrankung. Neue Studien belegen dies deutlich.
Studie 1
Für eine amerikanische Studie, die die Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie auf den Stoffwechsel untersucht, wurden spezielle Messungen an der Gefäßwand der Halsschlagader durchgeführt (Messung der Intima-Media-Dicke). Diese lassen Rückschlüsse auf das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung zu. Untersucht wurden 433 HIV-Patienten und 5749 gesunde Probanden. Bei den HIV-Patienten war die Intima-Media dicker als bei den Gesunden. Der Effekt von HIV war vergleichbar mit dem von Rauchern, Diabetes und 10 Lebensjahren mehr und bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.
Studie 2
Eine weitere Studie bestätigte den negativen Einfluss von HIV auf die Gefäße. Sie untersuchte die Dehnbarkeit der Arterien von zehn 34-jährigen HIV-Positiven, die noch keine Therapie bekamen, und die von 20 gesunden Teilnehmern – davon zehn 36-jährige und zehn 62-jährige. Die Dehnbarkeit der Arterien bei den HIV-Patienten entsprach der der 60-jährigen Probanden, war also deutlich herabgesetzt.
Fazit
Die Studien zeigen, dass nicht nur die HIV-Medikamente, sondern auch die HIV-Infektion selbst das Herzkreislaufsystem ungünstig beeinflussen. Um einer Erkrankung vorzubeugen, sollten daher die klassischen Risikofaktoren, Rauchen Bluthochdruck und Cholesterinwerte regelmäßig kontrolliert bzw. vermieden werden.
April 2009
HIV - Wenig Viren im Blut, viele Viren im Sperma
Obwohl bei Testpersonen keine Viren im Blut nachgewiesen werden konnten, befanden sich im Sperma bis zu 16.000 Kopien/ml.
Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich zwei unabhängig voneinander durchgeführte Studien. Beide Studien untersuchten parallel die Viruslast in Blut und Sperma von HIV-Patienten. Bei 5 Prozent der Patienten, bei denen keine Viren im Blut nachgewiesen werden konnten, fanden sich jedoch Viren im Sperma in unterschiedlicher Konzentration. Bei einer Testperson waren es sogar 16.000 Kopien/ml (Virusmenge pro ml Sperma).
Ergebnis der ersten Studie
Für die erste Studie wurden Blut- und Spermaproben von 145 Männern untersucht. Die Nachweisgrenze lag im Blut bei 50 Kopien/ ml und im Sperma bei 200 Kopien/ ml. Obwohl die Viruslast im Blut bei den Testpersonen seit einem halben Jahr unterhalb der Nachweisgrenze lag und sie keine Geschlechtskrankheiten aufwiesen, konnte bei sieben Patienten das HI-Virus im Sperma nachgewiesen werden.
Ergebnis der zweiten Studie
Die zweite Studie untersuchte die Viruslast in Blut und Sperma von 25 Personen, beginnend sechs Monate nach Einnahme einer antiretroviralen Therapie. Bei allen untersuchten Patienten konnten keine Viren im Blut nachgewiesen werden, wohl aber im Sperma und zwar bei fast der Hälfte (48 %) der untersuchten Personen. Bei vier von 25 Patienten lag die Viruslast im Sperma oberhalb von 5000 Kopien/ ml, einer hatte sogar 16.000 Kopien/ ml. Bei einem der Männer enthielt jede Spermaprobe HI-Viren, bei den anderen Testpersonen war das Virus nur sporadisch nachweisbar.
Fazit
Vor dem Hintergrund dieser Studien ist die Behauptung einiger Fachleute, Sex ohne Kondome sei bei einer Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze gefahrlos, eher fragwürdig. Dabei wird die Viruslast im Blut zugrunde gelegt. Wie die Studien zeigen, entspricht die Viruslast im Blut jedoch nicht der des Spermas. Dazu kommt, dass „unterhalb der Nachweisgrenze“ nicht bedeutet, dass keine Viren vorhanden sind.
Nach wie vor gilt also: Sicherer Sex ist geschützter Sex.
April 2009
Venenmessung in der BerlinApotheke
Besenreiser und Krampfadern sind nicht nur unschön, sondern auch sichtbare Anzeichen für eine Venenschwäche, die sich langfristig zu einem ernsten Venenleiden entwickeln kann.
Wie es um die Gesundheit Ihrer Venen steht, lässt sich schnell und schmerzfrei feststellen.
Vom 18. bis 22. Mai 2009 messen wir täglich von 10 bis 18 Uhr kostenlos Ihre Venenfunktion. Anschließend beraten wir Sie gern zur Vorbeugung oder Linderung eines Venenleidens.
Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns in der BerlinApotheke Oranienburger Tor oder in der BerlinApotheke Friedrichshain.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
März 2009
HIV - Prezista® 300 mg ab April nicht mehr im Handel
Auch weiterhin wird es das antiretrovirale Medikament geben, aber in zwei neuen Stärken. Prezista® 400 mg und Prezista® 600 mg haben gerade die Zulassung für den Deutschen Markt bekommen.
Die Produktion des herkömmlichen Prezista® 300 mg wird Ende März eingestellt.
Die Neuerung hat zwei Vorteile: Zum einen kann Prezista® 400 mg zukünftig auch zur Therapie unvorbehandelter Patienten eingesetzt werden. Bisher bekamen ausschließlich vorbehandelte Patienten den Proteasehemmer. Zum anderen müssen vorbehandelte Patienten weniger Tabletten schlucken.
Das Therapie-Chema sieht dann folgendermaßen aus:
- Unvorbehandelte Patienten nehmen
1 x täglich: 2 Tabletten Prezista® 400 mg + 1 Kapsel Norvir® - Vorbehandelte Patienten nehmen
morgens: 1 Tablette Prezista® 600 mg + 1 Kapsel Norvir® und abends: 1 Tablette Prezista® 600 mg + 1 Kapsel Norvir®
März 2009
Onkologie - Acrylamid in Lebensmitteln reduziert – aber nicht genug
Seit 2002 ist bekannt, dass beim Frittieren stärkehaltiger Produkte der krebsverdächtige Stoff Acrylamid entstehen kann. Sind die Kontrollen und Maßnahmen von damals tatsächlich ausreichend?
Seit 2002 ist bekannt, dass beim Frittieren stärkehaltiger Produkte der krebsverdächtige Stoff Acrylamid entstehen kann. Sind die Kontrollen und Maßnahmen von damals tatsächlich ausreichend?
Kaum einer wagte sich vor rund sechs Jahren noch mit gutem Gewissen Pommes, Cornflakes oder Mürbegebäck zu verspeisen. Das Schreckgespenst Acrylamid hatte nicht nur den Frittenfans gehörig den Appetit verdorben, sondern verunsicherte die Verbraucher allgemein. Tierversuche hatten gezeigt: Bei Mäusen löst Acrylamid Krebs aus und schädigt das Erbgut. Wie die Substanz beim Menschen wirkt, ist bis heute nicht geklärt.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) reagierte damals prompt. In Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Bundesländern und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz führte das BVL ein Konzept zur Minimierung der Acrylamidbelastung in Lebensmitteln ein. Mit Herstellern von Fertigprodukten wurden Verfahren entwickelt, bei denen möglichst wenig Acrylamid entsteht. Seit 2008 existiert ein Programm auf EU-Ebene, das in Deutschland auch die regelmäßige Kontrolle von Brot, Getreidebrei, Säuglings- und Kindernahrung im Gläschen vorsieht.
Dennoch gibt es kritische Stimmen, denen die Maßnahmen nicht ausreichen.
Foodwatch fordert Kennzeichnungspflicht
Foodwatch e. V. ist eine Organisation, die sich für die Rechte der Verbraucher und die Qualität von Lebensmitteln einsetzt. Dem Verein reichen die bisherigen Maßnahmen und Vorgaben für Industrie und Hersteller bei Weitem nicht aus. Die Acrylamidwerte müssen stärker gesenkt und mehr Transparenz für den Verbraucher geschaffen werden, so die Forderung. Herstellern und Behörden lägen zwar tausende von Testergebnissen vor, der Verbraucher aber tappe immer noch im Dunkeln, moniert Foodwatch. Deshalb sollten alle acrylamidhaltigen Nahrungsmittel gekennzeichnet, die Werte auf der Verpackung ausgewiesen und sämtliche Messergebnisse veröffentlicht werden. Aus folgenden Gründen:
Zum einen ist immer noch nicht geklärt, wie viel Acrylamid welche gesundheitlichen Folgen für den Menschen hat. Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass bei jeder Menge der Substanz ein Krankheitsrisiko besteht, das mit der Dosis steigt. Die Belastung sollte also so niedrig wie möglich gehalten werden. Sind belastete Produkte gekennzeichnet, kann der Verbraucher selbst entscheiden, welche er kauft bzw. wie viel Acrylamid er sich zumutet.
Zum anderen fehle ohne Öffentlichkeit der Druck auf die Hersteller, den Acrylamidgehalt nachhaltig zu senken, meint Foodwatch.
Wie entsteht Acrylamid?
Acrylamid entsteht beim Rösten, Frittieren, Braten und Backen stärkehaltiger Produkte wie Kartoffelchips, Pommes oder Lebkuchen. Auch in Mais-Chips, Cornflakes, Popcorn, Brot, Knäckebrot, Toast, Zwieback, Keksen, Knabbergebäck, Kaffee- und Kakaopulver, in der Panade von Fischstäbchen und in Kuchen wurde Acrylamid gefunden.
Chemisch gesehen entsteht Acrylamid, wenn reduzierende Zucker wie Glucose oder Fructose mit der Aminosäure Asparagin reagieren. Je höher die Temperatur ist, desto mehr Acrylamid entsteht. Je stärker gebräunt die Erzeugnisse sind, desto mehr Acrylamid enthalten sie.
Tipps zur Reduzierung von Acrylamid
Schon einfache Maßnahmen, beispielsweise die Verwendung anderer Zutaten oder geringere Backtemperaturen senken den Acrylamidgehalt. Da die höchsten Werte vor allem in Kartoffelprodukten gefunden wurden, hier einige Tipps zur acrylamidarmen Zubereitung:
- Pommes und Kartoffelchips sollten nur goldgelb sein. Wer selbst frittiert, sollte die Temperatur auf 175 Grad einstellen, bei Backofen-Fritten sind 180° Grad gefahrlos.
- Frittieröl, das den Zusatzstoff E900 enthält, sollte nicht benutzt werden, denn das Schaumverhütungsmittel fördert möglicherweise die Entstehung von Acrylamid.
- Für Bratkartoffeln besser gekochte Kartoffeln verwenden und in Butter braten; Kartoffeln mit grünen Stellen meiden.
- Beim Brotkauf darauf achten, dass die Kruste nicht zu dunkel ist, und beim Toasten den Toaster auf Goldgelb einstellen.
- Wer die Küche beim Braten, Backen und Frittieren gut belüftet, vermeidet, dass das leicht flüchtige Acrylamid eingeatmet wird. Denn inwieweit die Substanz gefahrlos eingeatmet werden kann, ist ebenfalls nicht geklärt.
Eine gute Nachricht zum Schluss: Pellkartoffeln, Kartoffelpüree oder Kartoffelsalat enthalten kein Acrylamid.
März 2009
Onkologie - Alkohol erhöht das Krebsrisiko von Frauen
Sie sind weiblich und trinken nur ein alkoholisches Getränk pro Tag? Schon das genügt, um Ihr Risiko für eine Krebserkrankung zu erhöhen.
Das zeigte die britische Million-Women-Studie, deren Ergebnisse jetzt im Journal of the National Cancer Institute erschienen sind. Für die Studie machten zwischen 1996 und 2001 über 1,2 Millionen Frauen über 50 Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten. Diese wurden auf die Häufigkeit innerhalb von 7,2 Jahren auftretender Krebserkrankungen bezogen.
Die Ergebnisse
Neben Brustkrebs fördert das tägliche Bier demnach auch bösartige Tumore in Darm, Leber und bei Rauchern auch im Kopf-Hals-Bereich.
In Zahlen ausgedrückt heißt das:
Bei einem täglichen Konsum von 10 Gramm reinem Alkohol, was in etwa einem alkoholischen Getränk gleichzusetzen ist, steigt das
- Brustkrebsrisiko um 12 Prozent
- Darmkrebsrisiko um 10 Prozent
- Risiko für Leberkrebs um 24 Prozent
- Risiko für Mund und Rachenkarzinome um 29 Prozent
- Kehlkopfkrebsrisiko um 44 Prozent
- Speiseröhrenkrebsrisiko um 22 Prozent.
Die letzten drei Krebsarten treten nur dann vermehrt auf, wenn die Frauen auch rauchen.
Warum Alkohol das Krebsrisiko erhöht
Acetaldehyd, das beim Abbau von Alkohol entsteht, wirkt im ganzen Körper schädigend. Diese Substanz ist auch für die lästigen „Kater“-Symptome verantwortlich. Acetaldehyd kann außerdem die DNA verändern, bzw. deren Reparatur behindern, so dass Zellen entarten. Experten vermuten, dass Nikotin lokal die krebsfördernde Wirkung des Alkohols fördert. So erklärt sich das relativ stark erhöhte Krebsrisiko im Kopf-Hals-Bereich.
Alkohol erhöht auch die Konzentration verschiedener Hormone im Blut, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung stehen. Dazu gehören Östrogen, Testosteron und Insulin. Außerdem schädigt Alkohol die Leberzellen, so dass Leberkrebs entstehen kann.
Diese Ergebnisse klingen massiv nach Spaß verderben, aber es gibt auch gute Nachrichten: Einigen Krebserkrankungen könnte durch Alkohol auch vorgebeugt werden. Die Million-Women-Studie zeigte, dass sich milder Alkoholkonsum positiv auf die Krebsrate von Nieren und Schilddrüse auswirkt. Auch das Non-Hodgkin-Lymphom, eine Krebserkrankung, bei der bestimmte Blutzellen ungehindert wuchern, tritt seltener auf.
Wie Frau sich jetzt verhalten soll
Die Ergebnisse tragen nicht gerade zu einer eindeutigen Haltung im Umgang mit Alkohol bei. Das britische Krebsforschungsinstitut Cancer Research UK sieht aber aufgrund der Studienergebnisse keinen Grund, von einem gemäßigten Alkoholkonsum abzuraten. Allerdings sollte das Krebsrisiko im Zusammenhang mit Alkohol nicht völlig außer Acht gelassen werden.
Also, hoch die Tassen, aber in Maßen.
März 2009
Aktion der BerlinApotheke zum Weltgesundheitstag
Auch wir wollen etwas zum Weltgesundheitstag beitragen …
Am 7. April 2009 ist es wieder soweit. Die Weltgesundheitsorganisation (Who) erinnert mit dem Weltgesundheitstag an ihre Gründung vor genau 61 Jahren. Auch wir wollen etwas zum Weltgesundheitstag beitragen …
… und laden Sie deshalb zu einem kostenlosen Gesundheitscheck in die BerlinApotheke ein.
Vom 30. März bis 04. April messen wir Ihren Blutzucker, Blutdruck, Gesamtcholesterinwert und Body Mass Index (BMI).
Anschließend besprechen wir die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen und geben Ihnen, wenn Sie mögen, wertvolle Tipps für Ihre Gesundheit.
Wir würden uns freuen, Sie zu unserer Aktion zu begrüßen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin zwischen 9.00 und 18.00 Uhr mit uns – telefonisch oder direkt in der BerlinApotheke. Für Ihren Besuch sollten Sie ca. eine halbe Stunde Zeit einplanen.
Einige Infos zum Weltgesundheitstag
Wie jedes Jahr hat die WHO auch diesmal wieder ein Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den 7. April festgelegt: „Maßnahmen des Gesundheitswesens im Katastrophenfall“. Dazu finden weltweit verschiedene Veranstaltungen statt.
In den Anfangsjahren waren die Themen des Weltgesundheitstages vorrangig den zum Teil dramatischen gesundheitlichen Verhältnissen in Entwicklungsländern gewidmet. Außerdem galt er als Appell an die Industrieländer, die ärmeren Länder finanziell und personell zu unterstützen. Mit der 1977 ins Leben gerufenen „Gesundheit für alle“-Strategie der WHO rückten dann zunehmend Themen mit strategischer Bedeutung in den Vordergrund wie die Entwicklung von Gesundheitssystemen, Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung.
In Deutschland wurde der Weltgesundheitstag erstmals 1954 aufgegriffen. Heute wird er im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt und die von der WHO vorgegebenen Themen sind der Situation in Deutschland angepasst.
März 2009
Onkologie - Mikrokügelchen gegen Leberkrebs
SIRT. Nicht nur der Name, auch das Therapie-Verfahren als solches klingt nach Science-Fiction. Tatsache ist aber: SIRT ist ein hochwirksames Verfahren zur Bekämpfung bösartiger Tumoren und Metastasen der Leber und wird seit 2007 erfolgreich angewandt.
Bei dieser Methode werden, im Gegensatz zur herkömmlichen Bestrahlung, Millionen kleinster, mit bloßem Auge nicht sichtbare, radioaktive Kunstharzkügelchen direkt zum Tumor geschleust. Die Krebsherde werden also nicht von außen, sondern direkt von innen bestrahlt. Dazu wird in der Leistengegend ein kleiner Schnitt gemacht. Von dort werden die Kügelchen, sogenannte Mikrosphären, mithilfe eines Katheters in die Leberarterie geleitet. Auf diesem Weg gelangen sie direkt zum erkrankten Gewebe.
"Dort sammeln sie sich in den kleinen, den Tumor versorgenden Blutgefäßen, geben ihre Strahlung punktgenau an die Krebszellen ab und verkleinern oder zerstören diese", erklärt Institutsdirektor Prof. Vogl vom Klinikum der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt. Dort wird die SIRT u. a. praktiziert.
Die neue Bestrahlungsmethode bietet einen großen Vorteil: "Mit der SIRT können wir Tumoren und Metastasen in der Leber präzise und hoch dosiert bestrahlen. Das umliegende gesunde Gewebe wird dabei weitgehend geschont", so Vogl. Sein Team hat sich darauf spezialisiert, die Therapie ohne Krankenhausaufenthalt des Patienten durchzuführen. Für 2009 sind bereits 15 ambulante SIRT-Behandlungen geplant. Ein weiterer wichtiger Vorteil: Die Therapie wird von allen Krankenkassen erstattet.
Februar 2009
Onkologie - Wenn die Schokolade nach Eisen schmeckt
Viele Menschen leiden während einer Chemotherapie an verändertem Geschmacks- und Geruchsempfinden. Genaue Ursachen sind bisher nicht bekannt. Eine neue Untersuchung soll jetzt Licht ins Dunkel bringen.
Neben Operation und Bestrahlung ist die Chemotherapie die dritte Methode eine Krebserkrankung zu bekämpfen. Die meisten Patienten verbinden mit der Chemotherapie sofort Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen. Inzwischen ist es jedoch gut möglich, Übelkeit und Erbrechen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
Häufig berichten Patienten allerdings über Veränderungen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung. Einige nehmen diese Nebenwirkung einfach nur zur Kenntnis, andere empfinden sie als starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Zum Beispiel berichten 82 % der Patienten unter Chemotherapie, dass ihr Geschmacksempfinden für bitter erhöht ist. Leider gibt es bisher keine verlässlichen Aussagen darüber, welche Patienten besonders anfällig für diese Wahrnehmungsstörungen sind, noch bei welchen Substanzen sie auftreten.
Neue Forschung
Eine Forschungsgruppe um Dr. Dr. Frank Mayer vom Universitätsklinikum Tübingen ist jetzt den falschen Geschmäckern und Gerüchen auf der Spur. Teilnehmer der Untersuchung sind sowohl Patienten unter und nach einer üblichen Chemotherapie als auch Patienten nach einer Knochenmarkstransplantation. Die Wissenschaftler wollen klären, welche Geschmacks- bzw. Geruchsveränderungen unter Chemotherapie zu erwarten sind, und mit welchem Verlauf der Störungen nach Abschluss der Therapie zu rechnen ist. Außerdem soll untersucht werden, ob ein Zusammenhang zwischen verändertem Geruchs- bzw. Geschmacksempfinden und Gewichtsverlust besteht.
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ist es möglich, Patienten im Hinblick auf mögliche Wahrnehmungsveränderungen fundiert zu beraten. Bei Behandlungsalternativen bestünde außerdem die Möglichkeit, die besser verträgliche Therapie zu wählen und den Patienten zu entlasten.
Die Ergebnisse der Erhebung sollen im Juni 2009 auf der weltweit größten onkologischen Fachtagung in Florida vorgestellt werden. Die endgültige Auswertung wird Ende des Jahres erwartet.
Erste Ergebnisse
Einige Hinweise gibt es schon jetzt: Zum einen spielt die Intensität der Chemotherapie offenbar keine Rolle für das Auftreten der Sinnesveränderungen. Zum anderen haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass bei Knochenmarkstransplantationen die Herkunft des Spendermaterials die Veränderungen beeinflusst. Außerdem zeichnet sich ab, dass der Geschmacksverlust mit höheren Gewichtsverlusten bei den betroffenen Patienten einhergeht.
Februar 2009
HIV - Krankheitsverlauf liegt in den Genen
Eigentlich ist der sogenannte Toll-like Rezeptor 7, kurz TLR 7, ein ganz brauchbarer Mitstreiter des Immunsystems. Eine bestimmte Mutation von ihm tut dem Verlauf einer HIV-Erkrankung jedoch gar nicht gut.
Die TLRs sind Strukturen des angeborenen Immunsystems und für das Erkennen und Abwehren von Bakterien und Viren im Körper zuständig. Das HI-Virus aktiviert die Toll-like Rezeptoren, die dann verschiedene interzelluläre Botenstoffe aussenden. Einige davon bekämpfen das HI-Virus, andere hingegen unterstützen dessen Ausbreitung im Körper.TLR7 erkennt spezifisch die Erbsubstanz des HI-Virus.
Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass eine bestimmte Mutation des TLR 7 die Freisetzung der Botenstoffe entscheidend beeinflusst. Liegt diese Mutation vor, wird der Stoff Interferon Alpha in sehr viel geringerem Maß ausgeschüttet als durch das "normale" TLR7. Fatal, denn Interferon Alpha dient der Bekämpfung des Virus. Folglich kann sich die HIV-Infektion schneller ausbreiten und die Krankheit erreicht frühzeitig das Endstadium.
Die Wissenschaftler Prof. Ralf Schumann vom Mikrobiologischen Institut der Charité-Universitätsmedizin Berlin und Dr. Osamah Hamouda vom Robert-Koch-Institut untersuchten insgesamt 1279 Studienteilnehmer. 734 von ihnen waren HIV-positiv. Bei einem Viertel aller Probanden wurde die spezielle Mutation des TLR 7 festgestellt. Bei den Teilnehmern, die HIV-positiv waren und zusätzlich die Mutation aufwiesen, war die Viruslast wesentlich höher und der Krankheitsverlauf deutlich beschleunigt.
Außerdem war der genetisch veränderte TLR 7 bei 44,4 Prozent der HIV-positiven Frauen, aber nur bei 17,9 der HIV-negativen Frauen vorhanden. Dies könnte bedeuten, dass die Träger der Mutation empfänglicher für die Infektion sind. Allerdings bedarf diese Vermutung noch weiterer Untersuchungen.
Schon länger ist bekannt, dass Toll-like Rezeptoren die Immunabwehr und den Krankheitsverlauf bei anderen Infektionskrankheiten stark beeinflussen.
Die neuen Ergebnisse sind besonders für HIV-Patienten interessant, denn sie eröffnen auf diesem Gebiet ganz neue Perspektiven:
"Mit diesen Erkenntnissen können Risikopatienten rechtzeitig erkannt und eventuell effektiver behandelt werden", erläutert Prof. Schumann. "Möglicherweise können die Toll-like Rezeptoren auch potentieller Angriffspunkt für eine Impfung gegen das HI-Virus sein."
Februar 2009
Onkologie - Bewegung nach den Wechseljahren gegen Brustkrebs
Frauen, die nach den Wechseljahren körperlich aktiv sind, haben ein deutlich niedrigeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als untätige.
Regelmäßige körperliche Ertüchtigung senkt das Brustkrebsrisiko. Diese Erkenntnis deutete sich schon in früheren Studien an. Die Studie MARIE des Deutschen Krebsforschungszentrum und des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat jetzt den Beweis erbracht - und noch viel mehr. Bisher wusste niemand, wie viel Sport Frauen genau machen müssen, damit tatsächlich ein Schutzeffekt eintritt. Auch war bisher unklar, in welcher Lebensphase körperliche Aktivität zur Vorbeugung vor Brustkrebs am sinnvollsten ist, und welche Art von Tumoren dadurch beeinflusst wird. Auf diese Fragen gibt die Studie MARIE (Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung) jetzt Antwort.
Die Studie
Für die Studie wurden 3.464 Brustkrebspatientinnen und 6.657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren befragt. Alle gaben Auskunft über ihre körperliche Aktivität während der Lebensphase vom 30. bis 49. Lebensjahr und der Phase 50 Jahre und mehr.
Ergebnisse
Die Auswertung der beiden Gruppen im Vergleich ergab Folgendes:
Insgesamt waren die gesunden Frauen körperlich aktiver gewesen als die Gruppe der Frauen mit Brustkrebs.
Die körperlich aktivsten Frauen trugen ein um ein Drittel niedrigeres Risiko nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken, verglichen mit denen, die sich wenig bewegten. Und auch das ergab die Untersuchung: Um dem Brustkrebsrisiko vorzubeugen, muss sich niemand verausgaben. Die aktivsten Teilnehmerinnen der Studie gingen pro Tag zwei Stunden zu Fuß und fuhren eine Stunde Fahrrad. Die körperlich inaktivsten waren gerade mal 30 Minuten täglich zu Fuß unterwegs. In den Berechnungen wurde nicht nur Sport berücksichtigt, sondern alle Arten körperlicher Betätigung, wie beispielsweise Gartenarbeit, der Fußweg zum Supermarkt oder der Radweg zur Arbeit.
Außerdem machte die Auswertung der Studie deutlich, dass vor allem die körperliche Aktivität in der Lebensphase nach den Wechseljahren dazu beiträgt, das Brustkrebsrisiko zu senken.
Weiter wurden im Rahmen der Studie auch die Brustkrebsfälle selbst untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei den aktiven Frauen insbesondere solche Tumoren seltener auftreten, die Rezeptoren für die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron ausbilden. Diese bösartigen „hormonrezeptor-positiven“ Tumoren machten bei den MARIE-Teilnehmerinnen 62,5 Prozent aller Brustkrebsfälle aus.
Klar ist jetzt auch, dass der Schutzeffekt körperlicher Aktivität auf das Brustkrebsrisiko unabhängig von Gewichtszunahme, Gesamtenergiezufuhr und Body Mass Index ist. Daher vermuten die Forscher, dass körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko über hormonelle Prozesse senkt, und nicht, wie bislang vermutet, durch Abnahme des Körperfetts oder durch andere Veränderungen der Körperkonstitution.
Den Studienergebnissen folgend rät Frau Dr. Karen Steindorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum und leitende Wissenschaftlerin der Studie daher allen Frauen:
"Bleiben oder werden Sie körperlich aktiv – auch in der zweiten Lebenshälfte. Sie senken nicht nur Ihr Brustkrebsrisiko, sondern auch Knochen, Herz und Gehirn profitieren nachweislich davon."
Februar 2009
Onkologie - Übergewicht begünstigt Eierstockkrebs
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und dem Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken? Und wenn ja welchen?
Genau diesen Fragen ist das Team um Prof. Dr. Michael Leitzmann, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Präventivmedizin der Medizinischen Fakultät Regensburg im Rahmen einer Studie des u. s. Krebsforschungszentrums nachgegangen.
An der umfangreichen U.S.-Studie nahmen 94.525 Frauen teil, die zu Studienbeginn 1996 zwischen 50 und 71 Jahre alt waren. Sie beantworteten einen Fragebogen, der detaillierte Informationen über Körpermaße wie Gewicht, Umfang und Größe, zur allgemeinen Lebensweise und zur medizinischen Vorgeschichte abfragte. Anschließend wurden die Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet, und alle in dieser Zeit auftretenden Fälle von Eierstockkrebs wurden erfasst und bestätigt.
Im Rahmen dieser Studie untersuchten die Wissenschaftler die Beziehung zwischen dem Körpergewicht und dem Auftreten von Eierstockkrebs. Zur Bewertung des Körpergewichts wurde der Body Mass Index (BMI) der Frauen zugrunde gelegt. Der BMI wird berechnet, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch die Größe in Meter zum Quadrat teilt. Eine 1,70 m große und 65 Kilo schwere Frau hat beispielsweise einen BMI von 22,5.
Übergewicht und Wechseljahre ohne Hormongabe verstärken das Risiko
Die Auswertung der Daten zeigte: Übergewichtige Frauen mit einem BMI über 30 haben, verglichen mit Frauen, die zu Beginn der Studie normalgewichtig waren (BMI unter 25), ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken.
Weitere Berechnungen ergaben, dass bei übergewichtigen Frauen, die außerdem in den Wechseljahren keine Hormone einnahmen, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sogar bei 80 % lag.
Aufgabe für die Zukunft wird nun sein, auf Grundlage der Studienergebnisse Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, die langfristig das Risiko zu erkranken senken.
Januar 2009
HIV - Informationsveranstaltungen der Berliner Aids-Hilfe
Wir möchten auf eine Veranstaltungsreihe aufmerksam machen. Auch 2009 hat die Berliner Aids-Hilfe wieder Informationsabende zu medizinischen Fragen bei HIV und Aids organisiert.
Die einzelnen Veranstaltungen der "Medizinischen Reise 09" finden jeden letzten Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr im Café PositHiv statt. Geplant sind Vorträge zu verschiedenen Themen von Fachleuten, die auch persönliche Fragen beantworten. Anschließend wird ein kleiner Imbiss gereicht.
Medizinische Reise 2009 - Die Themen
28. Januar 2009
Leben mit dem Virus heute aus medizinischer Sicht
Überlebenswahrscheinlichkeit, Therapiebeginn, Komplikationen, Langzeittherapie
Dr. Daniel Prziwara
25. Februar 2009
HIV-Medikamente - wie kombinieren?
Standardrichtlinien, Aspekte der Auswahl
Dr. Tobias Glaunsinger
25. März 2009
Laborwerte und was sie bedeuten
Erläuterung der wichtigsten Laborparameter
Dr. Peter Kreckel
29. April 2009
Wie infektiös bin ich? - Zur Viruslast unter der Nachweisgrenze
Die Positionen von BZgA, DAH und RKI, was schlussfolgern wir?
Armin Schafberger
27. Mai 2009
Nebenwirkungsmanagement heute
Eine ganzheitliche Sicht
Dr. Michael Rausch
24. Juni 2009
Von A wie Allergie bis Z wie Zervixkarzinom
ergänzende Gesundheitsaspekte bei HIV
Jörg Claus
26. August 2009
Depression, Vergesslichkeit, Angst
psychologische und neurologische Erklärungsansätze
Andreas Mertens
30. September 2009
Reha-Maßnahmen und Kuren für Positive
Infos zu Reha- und Kurmaßnahmen, Voraussetzungen und Beantragung
Dr. Heribert Hillenbrand
28. Oktober 2009
HIV und Alter
Medizinische Aspekte des Alterns bei HIV-Erkrankung
Dr. Christoph Mayr
25. November 2009
Zurückgeschaut - Wichtige Erkenntnisse des Jahres
Priv. Doz. Dr. Keikawus Arastéh
Café PositHiv
Bülowstr. 6
10783 Berlin
Telefon: (030) 216 86 54
U-Bhf. und Bushaltestelle (Bus M19) Nollendorfplatz
Mehr Infos zur Berliner Aids-Hilfe: www.berlin-aidshilfe.de
Januar 2009
Tee ist gut für Körper Geist und Seele
Tee trinken in der BerlinApotheke Oranienburger Tor am 2. Februar 2009.
Tee beruhigt, wärmt, erfrischt und entspannt. Wer täglich Schwarztee trinkt, ist weniger anfällig für Stress. Viele Teesorten haben sogar heilende Wirkung.
Entdecken Sie die Welt des Tees bei uns in der BerlinApotheke Oranienburger Tor.
Am 2. Februar laden wir Sie ein. Zwischen 10.00 und 18.00 Uhr können Sie verschiedene Tees probieren und sich von einer Fachfrau beraten lassen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Ihre BerlinApotheke
Januar 2009
HIV - Frauen trotz gesunder Vaginalschleimhaut ansteckungsgefährdet
Bisher galt die gesunde Vaginalschleimhaut als unüberwindbare Barriere für Viren, auch für HIV. Diese Annahme hat sich jetzt als falsch erwiesen.
Lediglich der Gebärmutterhals mit seinem einschichtigen Zellgewebe sei gefährdet, von den HI-Viren durchdrungen zu werden, glaubte die Fachwelt. Demnach erschien die Verwendung eines Diaphragmas, das vor dem Geschlechtsverkehr vor den Gebärmuttermund platziert wird, ideal. Das Diaphragma schützt nicht nur vor dem Eindringen unerwünschter Spermien, sondern gleichzeitig auch vor HIV - so dachte man. Leider stimmt das nicht. Eine amerikanische Forschungsgruppe von der Feinberg School of Medicine in Chicago hat kürzlich den bisher unbekannten Übertragungsweg der HI-Viren bei Frauen entdeckt. Dieser zeigt: Frauen sind trotz gesunder Vaginalschleimhaut nicht vor einer Ansteckung mit HIV geschützt.
Der Weg der HI-Viren durch die Vaginalschleimhaut
Die Vaginalschleimhaut besteht aus einer mehrlagigen Zellschicht (Epithel), wobei die Zellen der verschiedenen Schichten dicht nebeneinanderliegen. Die HI-Viren erschienen bisher zu groß, um das Epithel zu durchdringen.
Um den Weg der HI-Viren verfolgen zu können, kennzeichneten die amerikanischen Zellbiologen die Viren mit Fluoreszenz-Markern und beobachteten deren Weg unter dem Mikroskop. Die Forscher stellten fest: Die Viren benötigten etwa vier Stunden, um etwa 50 Mikrometer tief in die gesunde Schleimhaut einzudringen. In dieser Tiefe können die HI-Viren schon auf ihre Zielzellen, verschiedene Zellen des Immunsystems, treffen. Die Forscher beobachteten, dass sich die HI-Viren zwischen den Epithelzellen hindurchdrängten, wobei sie die Lücken nutzten, die beim Abstoßen der alten Epithelzellen entstehen.
Die Bedeutung der Forschungsergebnisse
Der amerikanische Studienleiter, Thomas Hope, spricht von einem unerwarteten und wichtigen Ergebnis. Besonders für Frauen ist die Kenntnis über den Ansteckungsweg von großer Bedeutung. Für sie heißt das nämlich, dass das Diaphragma zum Schutz vor HIV absolut ungeeignet ist. Den sichersten Schutz bietet auch für Frauen das Kondom. Von den ca. 3000 HIV-Neuinfektionen im Jahr 2008 in Deutschland waren immerhin 350 Frauen, weltweit waren sogar die Hälfte der Neuinfizierten Frauen.
Januar 2009
HIV - Richtige Medikamenteneinnahme - weniger Resistenzen
Häufig fällt im Zusammenhang mit der HIV-Therapie der Begriff "Resistenzen". Was aber ist das - eine Resistenz, wie entsteht sie und wie kann man sie vermeiden?
Diese Fragen wurden uns in letzter Zeit sehr oft gestellt. Da wir stets bemüht sind, unsere Kunden verständlich und möglichst umfassend zu informieren, möchten wir Ihrem Informationsbedürfnis an dieser Stelle nachkommen.
Was ist eine Resistenz?
Das HI-Virus gehört zu der Klasse der Retroviren. Ist das HI-Virus gegen einen antiretroviralen Wirkstoff, also gegen einen Wirkstoff, der das Retrovirus bekämpfen soll, unempfindlich geworden, spricht man von einer Resistenz dieses Virus gegen den Wirkstoff. Ein Wirkstoff gegen den die Viren resistent sind, scheidet für eine HIV-Therapie aus.
Was passiert bei der Medikamenteneinnahme?
Wird ein Medikament eingenommen, geschieht Folgendes: Die Tablette und deren Wirkstoff werden in den Körper aufgenommen und über das Blut verteilt. Gleichzeitig fängt der Körper an, den Wirkstoff wieder auszuschneiden. Dadurch verringert sich nach und nach die Wirkstoffmenge im Blut. Bevor die Wirkstoffkonzentration nicht mehr ausreicht, um das Virus wirksam zu bekämpfen, die sogenannte Wirkgrenze erreicht ist, muss die nächste Dosis des Medikaments eingenommen werden.
Wie entsteht eine Resistenz?
Sobald sich das Virus vermehrt, entstehen dabei auch Viren, die fehlerhaft sind, d.h. die Fehler in ihrem Erbmaterial haben, sogenannte Mutationen. Es gibt völlig harmlose Mutationen, die ihre Infektiösität verlieren, aber auch solche, deren Fehlerhaftigkeit fatal ist. Liegt der Fehler nämlich genau an der Angriffsfläche für das Medikament, kann das Medikament nichts mehr gegen das Virus ausrichten. Die mutierte Virusform ist dann resistent gegen das Medikament und kann sich ungehindert weitervermehren. Die Viruslast steigt und die Betroffenen müssen auf eine neue Medikamentenkombination umgestellt werden. Im schlimmsten Fall liegt die Mutation an einer besonders sensiblen Stelle und es entsteht eine sogenannte Kreuzresistenz. Das Virus ist dann nicht nur gegen das derzeit eingenommene Medikament resistent, sondern auch gegen andere Medikamente, die der Patient nie zuvor eingenommen hat. Besonders anfällig für die Entwicklung von Kreuzresistenzen ist die erste Generation der NNRTIs (Sustiva, Viramune). Bei dieser Medikamentenklasse kann eine einzelne Mutation eine Resistenz gegenüber der gesamten Medikamentenklasse hervorrufen.
Wie können Resistenzen verhindert werden?
Das A und O einer erfolgreichen HIV-Therapie ist die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Halten Sie sich also bitte unbedingt an die Einnahmevorschrift. Denn je genauer Sie diese befolgen, desto effektiver wird die Virusvermehrung unterdrückt und desto geringer ist die Chance, dass sich eine Resistenz entwickelt.
Ist eine Resistenz erst einmal aufgetreten, bleibt diese bestehen.
Sind Resistenzen übertragbar?
Leider ist es möglich, dass das Virus mit dem Sie infiziert sind resistent ist, obwohl Sie noch nie antiretrovirale Medikamente eingenommen haben. In diesem Fall wurde bei ihrer Infektion eine resistente Virusmutation übertragen. Man spricht dann von primär resistenten Virusvarianten, die bei ca. 10% der Neuinfektionen vorkommen.
Resistenztestung
Heute ist es möglich, vor einer Therapie festzustellen, ob ein Patient Resistenzen aufweist. Das Vorgehen ist einfach: Dem Patienten wird Blut abgenommen, das dann in einem standardisierten Verfahren auf bestehende Mutationen gegen die verschiedenen Medikamente getestet wird. Anhand der Ergebnisse kann der Arzt dann eine wirksame Therapie zusammenstellen.
Auch an dieser Stelle betonen wir nochmal, dass Sie selbst die Ausbildung von Resistenzen verhindern können, indem Sie Ihre Medikamente vorschriftsmäßig einnehmen. Sollte Ihnen die regelmäßige Einnahme Probleme bereiten, besprechen Sie dies unbedingt mit ihrem Arzt.
Dezember 2008
Frohe Weihnachten
Wir wünschen unseren Kunden und Geschäftspartnern ein entspanntes und schönes Weihnachtsfest, einen vergnüglichen Jahreswechsel und ein frohes, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2009.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und hoffen, Sie auch im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen.
Ihre BerlinApotheke
Dezember 2008
Onkologie - Sport und Krebs
Welchen Einfluss haben Sport und Bewegung auf das körperliche, seelische und soziale Befinden von Krebspatienten? Darüber haben Experten kürzlich auf einem internationalen Symposium in München diskutiert.
Früher galt: Während einer Krebsbehandlung sollte sich der Patient körperlich schonen. Diese Sichtweise ist längst überholt. Das unterstrichen auch die Beiträge auf dem Münchner Symposium. Sport wirkt nicht nur vorbeugend gegen Krebs, sondern verbessert auch die Heilungschancen der Erkrankung. Sport unterstützt die Behandlung und die Nachsorge von Krebspatienten.
"Sport sollte neben Chemotherapie, Bestrahlung und Operation einen festen Stellenwert in der Krebsbehandlung erhalten – so wie ein Medikament", betont der Sportmediziner und Initiator der Veranstaltung, Professor Dr. Martin Halle.
Als Vorbeugemaßnahme reichen wöchentlich drei mal 30 Minuten, Patienten nach Operationen, Chemo- und Strahlentherapie sollten täglich 45 Minuten intensiv körperlich aktiv sein, empfiehlt Halle. Leichtes Schwitzen und ein bisschen Atemnot sind gut, dann wird der Stoffwechsel angeregt.
Brustkrebspatientinnen beispielsweise sollten sich fettarm ernähren, eine Gewichtszunahme vermeiden und schon in der akuten Behandlungsphase sportlich aktiv werden. "Der Sport führt zu gesteigerter Fitness und reduziert die Nebenwirkungen der Krebsbehandlung. Übelkeit, Erbrechen und chronische Müdigkeit werden weniger, wenn sich eine Brustkrebs-Patientin regelmäßig moderat sportlich betätigt. Körperliche Aktivität wirkt sich auf Energiebilanz, Hormonhaushalt, Insulinspiegel und Immunsystem positiv aus", erläutert Prof. Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.
Kurz: Sport beugt einer Krebserkrankung nicht nur vor. Wer während einer Krebsbehandlung moderat Sport treibt, tut aktiv etwas für den eigenen Heilungsprozess. Denn Sport und Bewegung regen den Kreislauf an, steigern die eigene Fitness und verbessern das Körpergefühl.
Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen wollen: Die Deutsche Krebshilfe hat eine Broschüre herausgegeben, mit dem Titel "Bewegung und Sport bei Krebs – die blauen Ratgeber 48". Diese können Sie kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe anfordern, im Internet lesen oder als pdf-Datei herunterladen.
Dezember 2008
Onkologie - Bauchspeck erhöht Prostatakrebsrisiko
Die Körperfettverteilung an Hüfte und Taille spielt eine entscheidende Rolle für das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken. Das hat jetzt eine weltweite Langzeitstudie gezeigt.
Entscheidend dafür, wie hoch das Risiko eines Mannes ist, an Prostatakrebs zu erkranken, ist der sogenannte Taillen-Hüftumfang-Quotient. Der berechnet sich, indem man den Wert des Taillenumfangs durch den des Hüftumfangs teilt. Liegt der Quotient bei über 0,99, so tragen diese Männer ein um 43 Prozent höheres Risiko für eine fortgeschrittene Prostatakrebserkrankung im Vergleich zu denjenigen, bei denen der Quotient unter 0,89 liegt.
Dies geht aus der 1992 begonnenen prospektiven EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) hervor, deren Ergebnisse jetzt in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift "Cancer Epidemiology Biomarkers and Prevention" veröffentlicht wurden. An der EPIC-Studie nahmen über 153 457 Männer im Alter zwischen 25 und 70 Jahren teil.
Schon länger vermuten Wissenschaftler, dass die Bauchfettmenge das Prostatakrebsrisiko beeinflusst. Die Daten der EPIC-Studie belegen jetzt, dass es so ist, über die kausalen Zusammenhänge gibt es bisher aber nur Theorien. Denkbar ist, dass das Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt im Hinblick auf das Prostatakrebsrisiko verändert. Ergänzende Auswertungen der Studie weisen daraufhin, dass der Androgenspiegel eine Rolle spielen könnte. Androgene sind Geschlechtshormone, die das Wachstum und die Reifung der Prostata beeinflussen.
Prostatakrebs ist bei europäischen Männern die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Bekannte Risikofaktoren für Prostatakrebs sind ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine erbliche Vorbelastung und außerdem die Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen.
Dezember 2008
HIV - 20. Welt-Aids-Tag am 1. Dezember
Rund um den Erdball machen am 1. Dezember wieder viele Aids-Organisationen mit Aktionen und Informationen auf das Thema Aids aufmerksam.
Sie rufen zur Solidarität mit Infizierten, Kranken und Betroffenen auf und dazu, selbst aktiv zu werden. Dieser Tag soll dazu genutzt werden, über Infektionsgefahren aufzuklären und Vorurteile abzubauen. 1988 von der WHO ins Leben gerufen, erinnert der Welt-Aids-Tag dieses Jahr zum 20. Mal daran, dass HIV und Aids weltweit nach wie vor aktuelle Themen sind.
Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere“ fordert der Welt-Aids-Tag Politik, Wirtschaft und Medien und natürlich jeden Einzelnen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Aids auf. Denn trotzdem heute Medikamente zur Behandlung einer HIV-Infektion zur Verfügung stehen und eine Infektion nicht mehr zwangsläufig zum Tod führt, Aids ist weiterhin ein Problem. In diesem Jahr haben sich allein in Deutschland 3000 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert, nach wie vor existieren keine Medikamente zur Heilung und immer noch sterben Menschen. Aufklärung und Prävention sind daher nach wie vor wichtig und notwendig.
Tragen auch Sie heute die Rote Schleife als Zeichen der Solidarität mit HIV-Infizierten und Betroffenen.
November 2008
Onkologie - Die geistigen Fähigkeiten schwinden - ist die Chemo schuld?
Vergesslichkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Wortfindungsstörungen während einer Tumorerkrankung. Dieses Phänomen kennen viele Patienten. Eine neue Studie zeigt: Auslöser ist nicht allein die Chemotherapie.
Nach beendeter Therapie und guter Prognose ist für viele Krebspatienten alles anders als vorher, denn sie empfinden ihre geistigen Fähigkeiten als deutlich eingeschränkt.
Bisher schienen Forschungsergebnisse zu bestätigen, was Forscher und Betroffene vermuteten: Die Ursache für die kognitiven Probleme sei die stark belastende Chemotherapie. So dokumentieren mehrere Studien der letzten zehn Jahre bei bis zu 75 Prozent der getesteten Patienten nach einer Chemotherapie eine Einschränkung der geistigen Fähigkeiten. Zwar waren die Störungen nicht allzu stark und erreichten bei Weitem nicht das Ausmaß einer Demenz, erstreckten sich jedoch über ein breites Spektrum kognitiver Funktionen. Häufig klagen Patienten sogar noch Jahre nach der Behandlung über Schwierigkeiten.
Das Problem
Bei allen bisherigen Studien wurden die kognitiven Fähigkeiten erst nach Abschluss der Chemotherapie getestet.
Jetzt zeigt eine neue Studie unter der Leitung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU): Die Chemotherapie kann höchstens einer von mehreren Auslösern für das Schwinden der geistigen Fähigkeiten während einer Krebstherapie sein.
Die Studie
COGITO (Cognitive Impairment in Therapy of Breast Cancer), so der Name der Studie, ist eine der weltweit größten Verlaufsstudien auf diesem Gebiet. Untersucht wurden die kognitiven Fähigkeiten von über 100 Brustkrebspatientinnen und zwar vor Beginn der Krebstherapie - auch vor einer Operation. Innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose wurde die Untersuchung zweimal wiederholt.
Genauso untersuchte die Studie den Einfluss hormoneller Veränderungen auf die geistigen Fähigkeiten, denn bei den meisten Brustkrebspatientinnen sinkt therapiebedingt der Östrogenspiegel. Häufig führen Chemotherapie und Hormonbehandlung sogar zu einer vorzeitigen Menopause (Aufhören der Monatsblutung in den Wechseljahren der Frau).
Ergebnisse
"Bereits vor Beginn jeder Krebstherapie fanden sich bei ungefähr einem Drittel unserer Patientinnen auffallend schlechte kognitive Testergebnisse", berichtet Dr. Hermelink, eine Leiterin der Studie. Bei wiederholten Tests gegen Ende der Chemotherapie zeigte sich bei 27 Prozent der Frauen überwiegend eine Verschlechterung der Ergebnisse, 28 Prozent erzielten jedoch bessere Ergebnisse.
"Wir schließen daraus, dass es andere Faktoren geben muss, die schon vor Beginn der Therapie zu einer Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit führen. Diese Faktoren üben bei einem Teil der Patientinnen während der Behandlung weiterhin Einfluss aus, während sich andere Patientinnen bereits wieder davon erholen.", so Hermelinks Schlussfolgerung.
Auch eine Antiöstrogen-Therapie zeigte keine negative Wirkung auf die kognitiven Fähigkeiten der Patientinnen. Die vorzeitige Menopause hatte bei einem kleinen Teil der Tests sogar einen positiven Einfluss.
Zusammenfassend heißt das, dass eine kognitive Beeinträchtigung bereits nach der Diagnose und vor Beginn der Therapie besteht. Eine zusätzliche Schädigung durch die Chemotherapie kann durch die Studie zwar nicht ausgeschlossen werden, die Chemotherapie ist jedoch keinesfalls alleiniger Auslöser.
Fazit
"Wir können deshalb mit Sicherheit sagen, dass es andere Faktoren als eine Chemo- und Hormontherapie geben muss, die bei manchen Krebspatienten die kognitiven Fähigkeiten verschlechtern. …. Wir gehen davon aus, dass der Stress der Diagnose eine wichtige Rolle spielt. Schließlich kann er unter diesen Umständen wie ein Trauma wirken, was durch die Behandlung verstärkt werden kann.", meint Hermelink. Zukünftig soll dieser Sachverhalt genauer untersucht werden.
November 2008
Onkologie - Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Ernährung
Ein Wissenschaftlerteam vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke hat ein Ernährungsmuster identifiziert, das das Brustkrebsrisiko erhöht.
Die Daten, die die Wissenschaftler um Prof. Dr. Heiner Boeing jetzt in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift British Journal of Nutrition* veröffentlicht haben, belegen Folgendes: Der erhöhte Verzehr von Butter, Margarine, verarbeitetem Fleisch und Fisch sowie ein zu geringer Brot- und Fruchtsaftkonsum können das Brustkrebsrisiko um das Zweifache erhöhen.
Bereits in den 80er Jahren deuteten Tier- und Humanstudien auf einen Zusammenhang zwischen erhöhter Fettaufnahme und Brustkrebsrisiko hin. Um zu überprüfen, ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, werteten die Forscher die Daten von 15.351 Teilnehmerinnen der Potsdamer EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) mit einem neuen statistischen Ansatz aus. Im Zentrum des Interesses stand dabei zum einen die Frage, ob es ein an Fettsäuren abgeleitetes Ernährungsmuster gibt, das in einem direkten Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko steht. Zum anderen wollten die Forscher wissen, ob die verschiedenen Fettsäurearten einen günstigen oder ungünstigen Effekt auf das Brustkrebsrisiko haben.
Die Studie
Die 1994 begonnene Potsdamer EPIC-Studie ist eine prospektive Studie, d. h., die Studienteilnehmer wurden mittels Bevölkerungsstichprobe rekrutiert und litten zu Beginn der Studie nicht an der zu untersuchenden Krankheit. Die von Prof. Dr. Boeing geleitete Studie untersucht Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen. Teilnehmer sind 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren.
Das Ergebnis
In der Gruppe von Frauen, die gleichzeitig viel verarbeitetes Fleisch, Fisch, Butter oder andere tierische Fette sowie Margarine konsumierten, dafür aber wenig Brot und Fruchtsäfte, traten im Verlauf von 6 Jahren etwa doppelt so viele Brustkrebserkrankungen auf wie in der Vergleichsgrupe, die sich gegenteilig ernährten. Damit haben die Wissenschaftler ein Ernährungsmuster ausgemacht, das mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden ist. Ein positiver oder negativer Einfluss von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren war nicht erkennbar. Die beobachtete Risikobeziehung war unabhängig vom Körpergewicht der Frauen. Auch spielte es keine Rolle, ob sich die Frauen vor oder in der Menopause befanden oder eine Hormonersatztherapie bekamen.
„Dieser Befund bestätigt sowohl die älteren Daten als auch die erst kürzlich publizierten Befunde anderer prospektiver Studien. …. Auffällig ist auch, dass jüngste Studien auf günstige Effekte einer fettarmen Ernährung hinweisen“, konstatiert Prof. Dr. Boeing.
*British Journal of Nutrition: Schulz, M. et al., 2008, 100:942-946
November 2008
HIV - Therapie mit Dreifach-Kombi erfolgreich bei Resistenzen
Auch bei HIV-Infizierten, bei denen die antiretrovirale Therapie (HAART) nicht mehr hilft, ist es möglich, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken. Das erklärte jetzt Prof. Jürgen Rockstroh, HIV-Therapeut und Vorsitzender der Deutschen AIDS-Gesellschaft auf einer Veranstaltung in Köln. Voraussetzung dafür seien jedoch Substanzen, die vorher bei den Patienten als noch wirksam getestet worden sind, so Rockstroh.
Die Studie
Rockstrohs Aussage basiert auf einer Studie mit 103 HIV-Patienten, von denen alle vorher durchschnittlich 13 Jahre lang behandelt worden waren. Bei den Patienten hatten bisherige Therapien versagt und alle hatten mehr als 1000 HIV-RNA-Kopien in einem Milliliter Blut. Grund für das Versagen bisheriger Therapien sind multiresistente Viren, das sind solche, die gegen mehrere Wirkstoffe bereits unempfindlich sind. Für die Studie mussten die Viren der Patienten allerdings noch für Darunavir (PI) und Etravirin(NNRTI) empfindlich sein.
Die Patienten erhielten in der Studie erstmals den Integrasehemmer Raltegravir, den mit Ritonavir verstärkten Proteasehemmer Darunavir und Etravirin (nicht-nukleosidischer Transkriptase-Hemmer, kurz NNRTI). 83 Prozent der Patienten erhielten zusätzlich noch einen nukleosidischen Hemmstoff der Reverstranskriptase, zwölf Prozent den Fusionshemmer Enfuvirtid.
Ergebnis
Bereits nach vier Wochen Therapie lag bei der Hälfte der Patienten die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze, also bei weniger als 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut. Bei 90 Prozent der Patienten konnten in der 24. Woche keine Viren mehr nachgewiesen werden. Nur ein Patient beendete die Studie vorzeitig wegen Fieber und Hautausschlag.
Insgesamt war die Therapie sehr gut verträglich.
Professor Rockstroh wertet das Ergebnis als großen Fortschritt in der Therapie zuvor intensiv behandelter Patienten. Für die Zukunft gilt es nun zu prüfen, welche und wie viele Substanzen Patienten mit multiresistenten Viren tatsächlich benötigen.
November 2008
HIV - Ritonavir bald als hitzestabile Tablette
Bisher gab es ihn ausschließlich als Softgel-Kapsel. Das hat jetzt die Pharma-Firma Abbott geändert und Ritonavir als Tablette formuliert.
Der Wirkstoff Ritonavir wird zur Therapie von HIV-Infektionen und AIDS eingesetzt. Bisher gab es ihn ausschließlich als Softgel-Kapsel. Das hat jetzt die Pharma-Firma Abbott geändert und Ritonavir als Tablette formuliert.
Der Vorteil
Die hitzestabile Tablette muss nicht mehr gekühlt werden und lässt sich daher gut in Entwicklungsländern anwenden, in denen die meisten HIV-Infizierten leben.
Mit der neu entwickelten Norvir®-Tablette werden ähnliche Wirkstoffspiegel im Blut erreicht wie mit der herkömmlichen Softgel-Kapsel. Belegt ist dies durch eine Studie, die auf der 17. Internationalen Aids-Konferenz in Mexico-City vorgestellt wurde.
Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis die Tabletten in Deutschland zugelassen werden. Die Firma Abbott hat die Zulassung zwar bereits bei der EMEA (Europäische Arzneimittelagentur) beantragt, erfahrungsgemäß dauert die Zulassung jedoch ungefähr ein Jahr, so dass mit der Zulassung erst im Oktober 2009 gerechnet wird.
Oktober 2008
HIV - Vortrag in der BerlinApotheke
"Haut und HAART- adäquate Hautpflege unter antiretroviraler Therapie" ist für viele HIV-Betroffene ein wichtiges Thema.
Für alle, die dazu mehr wissen wollen, hat die BerlinApotheke eine Informationsveranstaltung organisiert. Hautarzt Jens Roßbacher wird einen ca. 45-minütigen Vortrag halten. Im Anschluss des Vortrags beantwortet Jens Roßbacher Fragen rund um das Thema Haut.
Wann?
29. Oktober 2008
19.00 – 20.30 Uhr
Wo?
Arcotel Velvet
Oranienburger Str. 52
10117 Berlin
Leider sind unsere Kapazitäten begrenzt, deshalb bitten wir um Anmeldung bis zum 10.10.2008 in der
BerlinApotheke Oranienburger Tor
Oranienburger Str. 51
10117 Berlin Apotheke
Tel: (030) 283 35 30
oder unter m.philipp@berlinapotheke.de
Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt.
Wir freuen uns auf Sie.
Ihre BerlinApotheke
Oktober 2008
Achtung krebserregende Fritten!
2002 wurde das erste Mal Alarm geschlagen. Damals rückte der Stoff Acrylamid in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Jetzt schrillen die Alarmglocken wieder. Diesmal heißt der Krebs erregende Feind Glycidamid und ist noch weit gefährlicher.
2002 wurde das erste Mal Alarm geschlagen. Damals rückte der Stoff Acrylamid in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Jetzt schrillen die Alarmglocken wieder. Diesmal heißt der Krebs erregende Feind Glycidamid und ist noch weit gefährlicher.
Acrylamid entsteht beim Erhitzen von Lebensmitteln
Als bekannt wurde, dass Acrylamid gesundheitsschädlich ist, reagierte die Industrie prompt und verbesserte die Rezepturen und Herstellungsverfahren. So wurde der Acrylamid-Gehalt in Lebensmitteln reduziert. Außerdem stellte sich heraus, dass von den in Lebensmitteln enthaltenen Mengen Acrylamid kaum eine toxische Wirkung ausgeht. Äußerst gefährlich hingegen ist Glycidamid, ein Stoff, der beim Abbau von Acrylamid in der Leber entsteht. Glycidamid löst Untersuchungen zufolge selbst in geringsten Mengen Mutationen in Säugetierzellen aus.
Schon länger bestand die Vermutung, dass Glycidamid nicht nur in der Leber, sondern auch beim Erhitzen im Lebensmittel selbst entsteht, allerdings fehlte der konkrete Nachweis. Den hat vor Kurzem ein Forscherteam der Technischen Universität München erbracht: Zehn verschiedene Sorten Kartoffelchips, drei Sorten vorgebackene und unter Haushaltsbedingungen hergestellte Pommes frites enthielten alle Glycidamid in Mengen von 0,3 bis 0,5 Mikrogramm/kg. Kartoffelprodukte enthalten viel Asparagin, die Grundsubstanz, aus der Acrylamid entsteht und damit auch Glycidamid. Acrylamid reagiert mit Teilen des Frittierfetts und mit Sauerstoff. Dabei bildet sich das als stark Krebs erregend eingestufte Glycidamid.
Gesättigte statt ungesättigte Fette
Damit aber nicht genug. Das Münchner Team machte eine weitere Besorgnis erregende Entdeckung: Kartoffelstücke, die in ungesättigtem Fett gebraten wurden, also in Ölsorten, die als wesentlich gesünder gelten als gesättigte Fette, enthielten deutlich mehr Glycidamid. Im Klartext heißt das: Sonnenblumenöl ist zum Frittieren ungeeignet, besser ist Kokosöl.
Maximaltemperatur 175°C
Außerdem sollte bei der Zubereitung von gebratenen oder frittierten Speisen auf die Temperatur geachtet werden. Acrylamid und Glycidamid entstehen erst bei Temperaturen ab 120°C, größere Mengen erst oberhalb von 180°C. Bei einer Frittiertemperatur von 175°C und kurzer Frittierzeit hält sich die Belastung durch Acrylamid nach derzeitigem Wissen jedoch in tolerierbaren Grenzen.
Verbesserung der Produktionsverfahren
In Sachen Acrylamid hat die Industrie bereits reagiert und auch im Hinblick auf den Anteil von Glycidamid in Lebensmitteln ist Besserung in Aussicht: Mit Hochdruck arbeiten die Wissenschaftler daran, das derzeitige Nachweisverfahren so zu perfektionieren, dass es selbst in einfachen Handelslaboren durchgeführt werden kann. Damit wäre die Industrie in der Lage, durch Verfahrensverbesserungen bei der Produktion zukünftig auch dem Krankmacher Glycidamid Paroli zu bieten.
September 2008
Onkologie - Wiederholte Bestrahlung ist möglich
Lange Zeit galt: Die Strahlentherapie kann bei Krebserkrankungen nur einmal zum Einsatz kommen. Langzeitstudien haben jedoch gezeigt: Wiederholte Bestrahlung ist ohne gehäufte Nebenwirkungen möglich.
Die Strahlentherapie ist ein fester Bestandteil der Behandlung vieler Krebserkrankungen. Bisher galt, dass sie nur einmal durchgeführt werden darf. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) ist dieser Grundsatz jedoch nicht länger haltbar. Langzeitstudien zeigen, dass dasselbe Organ durchaus wiederholt bestrahlt werden kann. Denn dank moderner Technik sind in den letzten Jahren die Bestrahlungsgeräte so verbessert worden, dass Nebenwirkungen in wesentlich kleinerem Umfang auftreten als früher.
„Moderne Geräte ermöglichen eine punktgenaue, sogenannte stereotaktische Bestrahlung. Die Strahler rotieren während der Behandlung um den Körper des Patienten. Sie fokussieren die Strahlung besser als bisher auf den Tumor. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend geschont“, erklärt Professor Dr. med. Volker Budach, Präsident der DEGRO und Chefarzt an der Klinik für Strahlentherapie der Berliner Charité.
Besonders schonend ist die sogenannte Brachytherapie. Dabei wird eine Strahlenquelle für eine bestimmte Zeit in den Körper eingeführt, entweder direkt in den Tumor, in dessen Nähe oder nach der Entfernung ins Tumorbett. So wird das gesunde Gewebe geschont und Nebenwirkungen minimiert. Auch die Aufteilung der Strahlendosis auf mehrere Tage oder Wochen vermindert mögliche Nebenwirkungen.
Bei Hirn- und Kopf-Hals-Tumoren, aber auch bei Brust-, Lungen- und Prostatakrebs ist der Erfolg einer wiederholten Strahlentherapie inzwischen belegt. Aber es gibt Grenzen. Dazu meint Prof. Budach: „Natürlich lassen sich die gleichen Körperteile nicht unbegrenzt bestrahlen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich viele Zellen von einer Erstbestrahlung erholen.“ In dem Fall können Ärzte nach Monaten oder Jahren eine weitere Strahlentherapie durchführen.
Eine wiederholte Bestrahlung wäre beispielsweise dann wichtig, wenn Patienten nach einer überstandenen Krebserkrankung erneut einen Tumor entwickeln. Die Re-Bestrahlung könnte die Lebensqualität dieser Patienten verbessern bzw. das Leben verlängern.
„Ein absolutes Verbot einer erneuten Bestrahlung würde diesen Menschen eine Therapie vorenthalten“, so Budach.
September 2008
Onkologie - Drei Pikser gegen Krebs - hohe Akzeptanz von Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald hat gezeigt: Die Mehrzahl junger Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern lässt sich gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen, also gegen jene Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen.
Für die Untersuchung des Instituts für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Uni Greifswald wurden in Mecklenburg-Vorpommern 760 Frauen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren befragt. Im Brennpunkt des Interesses standen dabei die Einstellung, das Wissen und das Verhalten der befragten Frauen bezüglich der Vorbeugung vor Gebärmutterhalskrebs.
Drei Ergebnisse der Untersuchung sind besonders interessant:
- Zum Zeitpunkt der Erhebung im Februar 2008 waren bereits 68 Prozent der Befragten im Alter von 14–17 Jahren gegen HPV geimpft.
- Zwei Drittel der älteren Frauen, die die Impfung für sich selbst nicht in Betracht ziehen, würden aber ihre Töchter auf jeden Fall impfen lassen. Das spricht dafür, dass die Mehrheit der befragten Frauen vom Nutzen der Impfung überzeugt ist.
- Die Kenntnisse der Befragten über die Infektion mit HPV als Ursache für Gebärmutterhalskrebs sind mangelhaft. Genauso schlecht steht es um das Wissen zu Übertragung und Schutz gegen HPV.
Viele Frauen entscheiden sich also für diese Impfung, wissen aber kaum etwas über den Zusammenhang von HPV und Gebärmutterhalskrebs. Sie lassen sich impfen, ohne zu wissen, wie und warum die Impfung schützt.
Diese Wissenslücke wollen wir schließen und im Folgenden das Thema HPV und Gebärmutterhalskrebs näher beleuchten.
Humane Papillomviren (HPV) und Gebärmutterhalskrebs
HPV-Viren sind die sexuell am häufigsten übertragenen Viren der Welt. Von den rund 120 bisher bekannten HPV-Typen befallen etwa 40 die Geschlechtsorgane. Einige davon führen nur zu gutartigen Feigwarzen, andere dagegen können zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen.
Nahezu jeder Erwachsene hatte schon einmal eine HPV-Infektion, ohne es zu bemerken. In der Regel siegt das Immunsystem und die Infektion heilt bei den meisten Frauen ohne Therapie und ohne Folgen aus. Ungefähr 10 % der Erkrankten allerdings bleiben dauerhaft infiziert. Sie können Zellveränderungen entwickeln, die aber nur in ca. zwei bis drei Prozent der Fälle zu Gebärmutterhalskrebs führen.
Medikamente gegen eine bestehende Infektion mit HPV gibt es leider noch nicht, möglich sind lediglich Vorbeugemaßnahmen gegen eine Ansteckung und die Impfung im Vorfeld.
Weitere Faktoren, die Gebärmutterhalskrebs durch HPV begünstigen
Wie Untersuchungen ergeben haben, steigern bestimmte Faktoren das Risiko der Krebsentstehung durch HPV:
- Rauchen
- die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel (Pille)
- ein geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV oder durch bestimmte Medikamente)
- Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern (z. B. Chlamydien oder Herpes-Simplex-Viren)
- eine hohe Geburtenzahl (so besteht bei Frauen mit sieben und mehr Geburten ein vier Mal höheres Krebsrisiko als bei Frauen, die noch nie entbunden haben).
Übertragung von HPV
Die verschiedenen HPV-Typen befallen jeweils unterschiedliche Körperregionen. Mit anderen Worten, Erreger, die Hand- und Fußwarzen hervorrufen, führen im Geschlechtsbereich nicht zur Warzenbildung und umgekehrt. Eine Ansteckung mit genitalen humanen Papillomviren findet hauptsächlich durch Geschlechts- und Analverkehr statt. Nicht eindeutig geklärt ist bislang, ob der Erreger auch auf nicht-sexuellem Weg übertragen werden kann, z. B. durch verunreinigte Toiletten, Handtücher oder Seife. Nach aktuellem Wissensstand werden die Viren nicht über Körperflüssigkeiten, sondern durch Hautkontakt übertragen.
Schutz gegen HPV
Der Gebrauch von Kondomen reduziert das Übertragungsrisiko der HPV-Viren, bietet aber leider keinen zuverlässigen Schutz. Denn Kondome bedecken oft nicht die gesamte infizierte Hautpartie. Trotzdem ist der Einsatz von Kondomen sinnvoll, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass durch den Gebrauch von Kondomen Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals schneller abheilen.
Der sicherste Schutz gegen eine HPV-Infektion ist also sexuelle Enthaltsamkeit oder die monogame Beziehung mit einem gesunden Partner.
Junge Frauen können sich jedoch vorbeugend gegen HPV impfen lassen.
Impfung gegen HPV
In mehr als 70 von 100 Fällen, in denen HPV-Viren zu Gebärmutterhalskrebs oder zur Krebsvorstufe geführt haben, war dies auf die Erregertypen HPV 16 und HPV 18 zurückzuführen. Aus diesem Grund wird gegen diese beiden häufigsten Erreger geimpft.
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt seit 2007, dass sich Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen sollen. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Impfung. Natürlich können sich auch Frauen impfen lassen, die älter als 17 Jahre sind. Allerdings müssen sie dann die Impfung in der Regel aus eigener Tasche zahlen.
Die komplette HPV-Impfung besteht aus drei Einzeldosen, die innerhalb eines halben Jahres verabreicht werden. Die Kosten für eine komplette Impfung betragen in Deutschland etwa 480 Euro. Zurzeit stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung, Gardasil® und Cervarix®.
Ob für Sie eine Impfung in Betracht kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
Nebenwirkung
Die Hersteller nennen als sehr häufige Nebenwirkung Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Blutungen an der Impfstelle. Häufig tritt Fieber auf.
Auf jeden Fall zur Krebsvorsorge
Auf jeden Fall sollten alle Frauen regelmäßig zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehen. Das gilt ohne Wenn und Aber auch für Frauen, die gegen HPV geimpft sind. Die Impfung schützt zwar vor den beiden häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen, aber natürlich gibt es auch andere Virustypen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.
Im Klartext heißt das: Die Impfung gegen HPV minimiert zwar das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, aber ein Restrisiko bleibt immer bestehen.
Impfung nicht unumstritten
Zwar empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut die Impfung gegen HPV, allerdings ist diese auch umstritten. Von verschiedener Seite werden gegen eine flächendeckende Impfung junger Frauen folgende Argumente ins Feld geführt:
Weil bislang keine ausreichenden Beobachtungen und Ergebnisse vorliegen, ist noch immer unklar, welche Langzeitwirkungen durch die Impfung zu erwarten sind und wie lange der Impfschutz überhaupt anhält. Die Probanden wurden bislang lediglich über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg beobachtet.
Darüber hinaus wird bemängelt, dass die Patientinnen vor der Impfung nicht auf eine bereits vorliegende HPV-Infektion untersucht werden. Außerdem steht der Impfstoff im Verdacht, starke Nebenwirkungen hervorzurufen.
Und schließlich weisen die Kritiker immer wieder auf das problematische Kosten-Nutzen-Verhältnis der Behandlung hin. Die Impfung ist ausgesprochen kostspielig, die Dauer des Impfschutzes jedoch unbekannt und der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs selbst beschränkt sich auf die Erreger HPV 16 und HPV 18. Da es aber noch andere krebsauslösende Erreger gibt, sind trotz Impfung weiterhin Vorsorgeuntersuchungen notwendig. Sie allein können das Risiko einer Gebärmutterhalskrebserkrankung um 90-95 % reduzieren.
Vor diesem Hintergrund stellt sich für Viele ganz konkret die Frage, ob diese Impfung tatsächlich Sinn macht.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.frauenaerzte-im-netz.de
www.krebsinformationsdienst.de
www.individuelle-impfentscheide.de
www.gebaermutterhalskrebs.com
www.emea.europa.eu
www.rki.de
September 2008
HIV - Licht am Horizont für Patienten mit NNRTI-Resistenzen
Am 28.08. dieses Jahres hat die Europäische Arzneimittelbehörde ein neues Medikament zur Behandlung von HIV-1-Infektionen zugelassen. Der Wirkstoff heißt Etravirin und gehört zur Substanzklasse der sogenannten nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, kurz NNRTI.
Das neue Medikament ist insofern vielversprechend, als dass es offenbar dort wirkt, wo andere NNRTIs aufgrund von Resistenzen unwirksam geworden sind.
Etravirin ist zugelassen für Patienten, die bereits eine Behandlung ihrer HIV-Infektion erhalten haben und muss mit anderen antiviralen Arzneimitteln und in Kombination mit einem geboosterten Protease-Inhibitor angewendet werden.
Wirkung von NNRTIs
NNRTIs hemmen die Reverse Transkriptase, also ein viruseigenes Enzym, das das Virus benötigt, um neue infektiöse Viruspartikel zu bilden. Auf diese Weise wird die Viruslast im Körper des Patienten gesenkt.
Leider entwickeln sich gegen diese Wirkstoffe, zu denen auch Efavirenz und Nevirapin gehören, schnell und häufig Resistenzen, von denen viele Patienten betroffen sind. So wurden 2002 beispielsweise bei fast 10 Prozent aller Patienten in Europa mit akuter HIV-Infektion NNRTI-Resistenzen ausgemacht.
Hier stellt Etravirin einen echten Fortschritt in der HIV-Therapie dar. Denn der neue Wirkstoff erwies sich Studien zufolge in vielen Fällen wirksam gegen Viren mit einer Resistenz gegen die herkömmlichen NNRTIs.
Dosierung
Etravirin, Handelsname Intelence®, wird zusammen mit Nukleosidanaloga RT-Hemmern in einer Dosierung von 2 x 200 mg pro Tag (2x2 Tabletten à 100mg) nach einer Mahlzeit eingenommen.
Etravirin sollte nicht zusammen mit Atazanavir, Fosamprenavir und Tipranavir oder einem nicht-geboosterten Proteasehemmer eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Vor allem zu Behandlungsbeginn treten häufig Durchfälle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Virusstörungen, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten auf. Selten wurde über schwere Hautausschläge berichtet.
Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.
Bei Fragen können Sie sich gern an uns wenden.
August 2008
Onkologie - Methadon gegen Leukämie
Bisher war Methadon vornehmlich als Mittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit bekannt. Jetzt hat sich gezeigt, dass Methadon – ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid - noch eine ganz andere Wirkung hat: Es tötet Leukämiezellen.
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulm haben damit einen ganz neuen Ansatz in der Krebstherapie gefunden. Das Team um Dr. Friesen vom Institut für Rechtsmedizin hat in einer Studie belegt, dass Methadon zum Absterben von Leukämiezellen führt - und zwar sehr effektiv: Methadon wirkt sogar bei Zellen, die gegen Chemotherapien und Bestrahlungen resistent sind.
„Die Studienergebnisse eröffnen Chancen auf neue Therapien für Leukämiepatienten, bei denen Behandlungen durch Chemotherapie und Bestrahlung nicht erfolgreich waren“, so die Studienleiterin Dr. Claudia Friesen.
Ergebnisse der Studie
Die Ulmer Studie, die auch in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachblatts „Cancer Research“ veröffentlicht wurde, ist die erste, die die Wirkung von Methadon auf Leukämiezellen untersucht hat.
Im Rahmen der Studie wurden Leukämiezellen im Labor mit verschiedenen Konzentrationen von Methadon behandelt. Es zeigte sich, dass eine kurzfristige hohe Dosierung eine ähnlich positive Wirkung hatte wie eine langfristige niedrige.
Methadon bindet sich ausschließlich an Leukämiezellen, die auf ihrer Oberfläche entsprechende Rezeptoren besitzen. In der erkrankten Blutzelle selbst hemmt Methadon dann einerseits die weitere Teilung und so die Vermehrung der Krebszellen, andererseits aktiviert es den Signalweg, über den die Zelle den Befehl zum Absterben erhält. Das Entscheidende dabei ist: Die gesunden Blutzellen werden nicht angegriffen.
Künftig werden allerdings noch weitere Versuchsreihen nötig sein, bevor konkrete Therapien entwickelt werden können. Außerdem gilt zu klären, ob Methadon auch bei anderen Krebsarten ähnlich gut wirkt.
Weitere Informationen:
Cancer Research Vol. 68, 6059-6064, August 2008
http://www.aacr.org/home/search.aspx?s=friesen
http://www.uniklinik-ulm.de -
August 2008
Onkologie - Neue Therapie bei Brustkrebs
Die radikale Entfernung der gesamten Brust gehört für Frauen mit Brustkrebs eher der Vergangenheit an. Heute versuchen spezialisierte Operateure die Brust weit gehend zu erhalten. Ein neues Therapieverfahren macht jetzt möglicherweise sogar die anschließenden Bestrahlungen überflüssig.
Das Universitätsklinikum Saarland in Homburg hat kürzlich ein ganz neues Therapieverfahren bei Brustkrebs etabliert. Dabei wird im Operationssaal das Tumorbett nach Entfernung des Tumors mit einem neuen Gerät schon während der Operation bestrahlt.
Zwölf Patientinnen wurden bereits mit dem neuen Verfahren, der sogenannten Teilbrustbestrahlung, behandelt, weitere sollen folgen. Dieser neue Therapieansatz kommt im Rahmen einer großen internationalen Studie namens TARGIT (targeted intra-operative radiation therapy) zur Anwendung. In Deutschland allein sind an der Studie insgesamt 11 Zentren beteiligt, die europäische Leitung befindet sich in London.
Das Therapieverfahren
Die Therapie wird mit einem während der Operation einsetzbaren Bestrahlungsgerät, dem Intrabeam®, durchgeführt und ist für Patientinnen mit kleinen Mammakarzinomen geeignet.
Im Operationssaal wird nach der Entfernung des Tumors ein Kugelapplikator, der eine Röntgenquelle enthält, in das Tumorbett eingeführt. Bestrahlt wird dann zielsicher genau die Region mit dem höchsten Risiko für ein lokales Wiederauftreten des Brustkrebses. Auf diese Weise werden das umliegende Gewebe und die Haut geschont.
Darüber hinaus deuten erste wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass bei dieser Therapieform die sonst übliche anschließende Bestrahlung möglicherweise nicht mehr nötig ist.
Sollte sich das neue Verfahren durchsetzen, hätte das große Vorteile: Bei dem neuen Therapieverfahren ist die Gesamttherapiezeit deutlich kürzer und es treten weniger Nebenwirkungen auf.
August 2008
HIV - PrivatSprechstunde im SchwuZ
Achtung! Nicht verpassen!
Im SchwuZ findet am Freitag, den 05.09.2008 ein Informationsabend zu HIV-Medikamenten statt. Der Experte Jukka Hartikainen klärt Fragen zu Neben- und Wechselwirkungen, die unter einer HIV-Therapie auftreten können, sowie Fragen rund um den Stoffwechsel. Moderiert wird der Abend von Ades Zabel. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
Wo Ihr das SchwuZ findet?
SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH
Mehringdamm 61
10961 Berlin
Telefon: (030) 629088 – 0
Wann genau findet der Infoabend statt?
Freitag, 05. September 2008
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Hier könnt Ihr Euch den Flyer ansehen: Flyer-Schwuz
Einen informativen Abend wünscht Euch
die BerlinApotheke
August 2008
HIV im Dialog
Zum 10. Mal findet am 12. und 13. September 2008 der Kongress „HIV im Dialog“ im Roten Rathaus statt. Unter dem diesjährigen Motto „Vom Leben reden“, werden mehr als 1000 Besucher erwartet ...
Zum 10. Mal findet am 12. und 13. September 2008 der Kongress „HIV im Dialog“ im Roten Rathaus statt. Unter dem diesjährigen Motto „Vom Leben reden“, werden mehr als 1000 Besucher zu der Veranstaltung erwartet.
HIV im Dialog steht wieder unter der Schirmherrschaft des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit. Eröffnet wird der Kongress durch die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.
Ein Schwerpunkt in diesem Jahr bildet der Themenkomplex Neurologie, Psychologie und Psychiatrie bei HIV und Aids. Aber auch viele andere Themen sind geplant, wie z.B. HIV und Alter, neue Perspektiven aus der Forschung, sowie das immer aktuelle Thema Prävention.
Bei der Reminders Day Aids Gala, die am Samstag Abend ab 20 Uhr stattfinden wird, wird auch in diesem Jahr wieder der Reminders Day Award an eine Person verliehen, die sich mit Ihrem Engagement im Kampf gegen HIV und Aids besonders verdient gemacht hat. Im Jahr 2007 ging dieser Preis an Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth.
Das geplante Programm der beiden Tage, sowie weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite: www.HIV-im-Dialog.de. Die Teilnahme am Kongress ist kostenlos.
Juli 2008
HIV - Firma Roche stoppt HIV-Forschung
In den Anfangsjahren der Hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) hat die Firma Roche einen wesentlichen Beitrag zur Aids-Therapie geleistet. Jetzt hängt der Schweizer Arzneimittel-Konzern die HIV-Forschung an den Nagel.
Keines der Medikamente, das derzeit in der Entwicklung ist, stellt einen bedeutsamen Fortschritt im Vergleich zu schon existierenden Produkten dar, so die Begründung des Pharma-Riesen für den Forschungsstopp.
Roche vertreibt derzeit drei HIV-Wirkstoffe – T-20, Nelfinavir und Saquinavir. Diese Medikamente werden auch in Zukunft weiter hergestellt, versichert der Konzern. Gleiches gilt für die bestehenden HIV-Diagnostika, also für die Mittel zur Erkennung von HIV-Infektionen.
Immerhin hat sich die Situation im Vergleich zur Zeit vor 1996 und damit vor HAART deutlich verbessert. Dank der Fortschritte in der HIV-Forschung ist die einst tödliche Erkrankung bis heute zwar nicht heilbar, jedoch behandelbar.
Quellenangabe:
VADIAN.NET AG
URL: http://www.nachrichten.ch/detail/314186.htm
Frankfurter Allgemeine FAZ.net
URL: http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=80092036
Juli 2008
Sommer – Sonne – Hautkrebs
Die Zahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät daher die kostenlose Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs zu nutzen.
In Deutschland erkranken jährlich 140 000 Menschen neu an Hautkrebs. 90 Prozent davon sind mit höchster Wahrscheinlichkeit auf zu viel Sonne zurückzuführen. Besonders die heute 35-jährigen tragen ein hohes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Das berichtet jetzt der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz Werner Nording und rät dringend dazu, die von den Krankenkassen kostenlos angebotene Vorsorgeuntersuchung zu nutzen. Da es sich um eine Früherkennungsmaßnahme handelt, wird nicht mal die Praxisgebühr fällig.
Standardisierte Früherkennung
Seit Anfang Juli hat Deutschland die Hautkrebs-Früherkennung standardisiert eingeführt. Danach bekommt jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren eine solche Untersuchung alle zwei Jahre von der Krankenkasse bezahlt. Zur Vorsorge berechtigt sind sowohl Hautärzte als auch Allgemeinmediziner, praktische Ärzte und Internisten mit entsprechender Fortbildung. Denn früh erkannt stehen die Chancen für eine Heilung gut.
Dem Hautkrebs selbst vorbeugen
Die wichtigste Maßnahme, um dem Hautkrebs vorzubeugen ist ein ausreichender Sonnenschutz. Dabei sollten Sie folgende Regeln beachten:
- Die Haut langsam an die Sonne gewöhnen (aber nicht im Solarium)
- Die Haut mit leichter, lichtdichter Kleidung vor direkter Sonnenbestrahlung schützen
- Kopf bedecken
- Sonnenbrille tragen
- Nackte Haut durch Sonnschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor schützen, und die Creme o.ä. eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien auftragen. Wiederholtes Eincremen sichert zwar die Wirkung des Lichtschutzfaktors, verlängert sie aber nicht.
Besonders bei Kindern auf guten Sonnenschutz achten. Kinder unter zwei Jahren nicht der direkten Sonne aussetzen. - Mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr sind nicht zu empfehlen
UV-Index im Internet
Der UV-Index (UVI) ist ein international gültiger Wert, mit dem Sie sich ausrechnen können, wie lange Sie sich unbeschadet der Sonne aussetzen dürfen.
Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Je höher der Wert, desto größer ist das Sonnenbrandrisiko.
Im Internet können Sie sich auf der Web-Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz über die aktuelle Belastung durch Sonnenstrahlen informieren. Dort ist auch eine Drei-Tages-Prognose des UVI zu finden.
Um die Seite einzusehen, klicken Sie bitte hier: www.bfs.de/uv/uv2/uvi
Juli 2008
Onkologie - Naturstoff gegen Krebs entdeckt
Ein deutsches Forscherteam der Leibniz-Universität Hannover (LUH), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig hat einen Naturstoff entdeckt, der Krebswucherungen zerstört. Argyrin heißt er und die Forschungsergebnisse klingen sehr vielversprechend.
Nach wie vor ist die wirksame Behandlung vieler Krebserkrankungen in der Medizin ein Problem. Zahlreiche Tumore sprechen auf die gängigen Chemotherapeutika nicht an oder werden gegen Medikamente resistent.
Jetzt ruht die Hoffnung auf dem Naturstoff Argyrin. Denn bei der Behandlung krebskranker Mäuse haben die Forscher, Prof. Nisar Malek und Prof. Markus Kalesse und Dr. Frank eine aufregende Entdeckung gemacht:
Der Tumor stellt das Wachstum ein, er schrumpft um bis zu 50 Prozent und sein Inneres beginnt sich aufzulösen – scheinbar ohne Nebenwirkungen.
Die Suche nach der richtigen Substanz
Grundlage für den wissenschaftlichen Durchbruch war eine Beobachtung des Mediziners Prof.Nisar Malek der MHH. Er untersucht seit einiger Zeit die Rolle eines speziellen Proteins bei der Krebsentstehung, des so genannten Cyclin-Kinase-Hemmers. Dabei hat Malek festgestellt, dass Mäuse ein geringeres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken, wenn bei ihnen der Abbau des Kinase-Hemmers unterdrückt wird.
"Ich brauchte also eine Substanz, die den Abbau des von mir untersuchten Proteins in den Krebszellen verhindert. Diese wäre mit großer Wahrscheinlichkeit ein gutes Krebsmedikament", schlussfolgerte Malek.
Bei ihrer Suche stießen Malek und der LUH-Chemiker Prof. Markus Kalesse auf den Naturstoff Argyrin. Argyrin ist eine Substanz, die im Boden lebende Mikroorganismen, sogenannte Myxobakterien, produzieren. Myxobakterien gelten schon seit längerem als potenzielle Medikamenten-Lieferanten. Ein Produkt der Myxobakterien, Epothilon, ist in den USA bereits seit dem Vorjahr als Krebsmedikament zugelassen.
Die Wirkung von Argyrin
Anschließend starteten die Wissenschaftler ein umfangreiches Forschungsprogramm, um herauszufinden, wie der Wirkmechanismus von Argyrin funktioniert, und ob Argyrin auch chemisch hergestellt werden könne. Dabei stießen sie auf einen völlig neuen Mechanismus, den Malek wie folgt beschreibt:
"Argyrin blockiert die molekulare Maschinerie der Zelle, mit der sie Proteine abbaut, die nicht mehr benötigt werden, und damit natürlich auch den Abbau des fraglichen Kinase-Hemmers, dessen Fehlen Krebserkrankungen auslöst."
Klinische Prüfung folgt
Die Ergebnisse der Forschung sind kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift "CancerCell", Ausgabe 2008 14, veröffentlicht worden.
Schon mal nicht schlecht. Aber die Forscher betrachten die Veröffentlichung lediglich als Etappenziel. Für sie gilt es in Zukunft herauszufinden, wie Argyrin auf den Metabolismus anderer Lebewesen wirkt, und ob es eventuell Unverträglichkeiten gibt. Außerdem versuchen die Forscher, die Wirkung des Argyrin-Moleküls noch zu verbessern. "Solch eine optimierte Struktur wollen wir bald in die klinische Prüfung bringen", verkündet Prof. Kalesse zuversichtlich.
Juli 2008
HIV - Aktuelle Informationen rund um das Thema Reisen
Menschen, die HIV-positiv sind und die Welt bereisen wollen oder längere Auslandsaufenthalte planen, stoßen in verschiedenen Ländern auf ganz unterschiedliche Grenzen.
In viele Länder können HIV-Positive ohne weiteres einreisen, in anderen Ländern ist dies nur unter bestimmten Bedingungen, beschränkt oder gar nicht möglich. Österreich beispielsweise können HIV-Positive ohne Einschränkungen bereisen, in Kanada müssen sich Personen, die dort länger als sechs Monate bleiben wollen auf HIV testen lassen, und in den USA dürfen HIV-Positive den amerikanischen Flughafen theoretisch nicht mal zur Durchreise betreten. So unterschiedlich die Länder, so unterschiedlich sind auch deren Bestimmungen.
Für alle diejenigen, die sich zum Thema Reisen und HIV einzelner Länder - über Einreisebestimmungen und mehr - informieren möchten, gibt es jetzt eine neue Webseite. Verwenden Sie die Webadresse hivtravel.org oder klicken Sie hier.
Die Informationen dieser Website sind auf Englisch und können länderspezifisch abgefragt werden.
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich an uns.
Wir sind gern für Sie da.
Ihre BerlinApotheke
Juni 2008
TÜV für die Beine - Venenmessaktion der BerlinApotheke
Krämpfe, schwere, müde und geschwollene Beine, besonders gegen Abend - Sie kennen das? Eventuell sind das die ersten Anzeichen für eine Venenschwäche.
Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet an Veränderungen der Beinvenen oder hat bereits akute Beschwerden. Denn die Elastizität der Venen lässt mit der Zeit nach, so dass das Risiko für Venenerkrankungen mit den Jahren steigt. Bewegungsmangel, übermäßiges Sitzen und Stehen sowie Übergewicht begünstigen die unerwünschten Venenleiden wie Krampfadern, Besenreißer oder Thrombosen noch zusätzlich.
Aber – die Lage ist nicht aussichtslos: Wird ein Venenleiden frühzeitig erkannt, ist es möglich die Krankheit positiv zu beeinflussen.
Wir überprüfen kostenlos Ihre Venenfunktion
Mit Hilfe eines speziellen Venenmessgerätes bestimmen wir völlig schmerzfrei, schnell und genau das Fließverhalten des Blutes in Ihren Venen.
Das Messergebnis gibt Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit Ihrer Venen und darüber, ob eine Venenschädigung vorliegt. Anschließend informieren wir Sie gern darüber, was Sie tun können, um Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern.
In den nachstehenden Apotheken freuen wir uns über einen Termin mit Ihnen.
21.07. – 25.07.2008
BerlinApotheke Oranienburger Tor
Oranienburger Str. 51
10117 Berlin
Tel: (030) 28 33 530
14.07.- 18.07.2008
BerlinApotheke Friedrichshain
Warschauer Str. 27
10243 Berlin
Tel: (030) 29 62 024
28.07.-01.08.2008
BerlinApotheke an der Charité
Luisenstr. 54/55
10117 Berlin
Tel: (030) 28 39 00 48
Wir freuen uns auf Sie.
Ihre BerlinApotheke
Juni 2008
Onkologie - Thalidomid: Fluch und Segen
Der Contergan-Wirkstoff Thalidomid ist zur Verbesserung von Chemotherapien wieder zugelassen ...
Vor rund 50 Jahren war der Contergan-Wirkstoff Thalidomid schuld
daran, dass tausende Kinder mit Missbildungen zur Welt kamen.
Die Hälfte von ihnen ist bereits gestorben. Einst als harmloses Schlafmittel beworben, wurde Contergan 1961 nach Bekanntwerden der furchtbaren Nebenwirkungen vom Markt genommen. Jetzt ist Thalidomid wieder auf dem Markt – gründlich erforscht und mit anderer medizinischer Bestimmung.
Zulassung von Thalidomid gegen das Multiple Myelom
Am 21. April dieses Jahres hat die EU Thalidomid wieder zugelassen - zur Behandlung des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, bei der Plasmazellen entarten. Diese Krankheit betrifft überwiegend ältere Menschen. Bisher wurde das Multiple Myelom mit den Arzneimitteln Melphalan und Prednison behandelt. Eine Studie (s.u.) hatte jedoch gezeigt, dass die Chemotherapie erfolgreicher verläuft, wenn die Patienten zusätzlich Thalidomid erhalten.
So darf Thalidomid ab sofort als Kombinationstherapie mit Melphalan und Prednison nicht vorbehandelten Patienten ab 65 Jahren verabreicht werden, die an Multiplen Myelom leiden und bei denen eine hoch dosierte Chemotherapie nicht in Betracht kommt.
Renaissance von Thalidomid
Schon kurz nachdem das Schlafmittel Contergan damals vom Markt genommen wurde, kehrte dessen Wirkstoff Thalidomid zurück.
Thalidomid ist entzündungs- und tumorhemmend und vermindert die Neubildung von Gefäßen. Die Substanz wirkt da, wo andere Medikamente nichts mehr ausrichten können.
Bereits 1964 entdeckte ein israelischer Arzt zufällig die Wirksamkeit der Substanz gegen die Lepra. 2001 wurde Thalidomid als „Arzneimittel für seltene Leiden“ ausgewiesen und in das entsprechende EU-Gemeinschaftsregister eingetragen. In den USA ist Thalidomid schon seit 2006 zur Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen.
Heute wird Thalidomid weltweit gegen Lepra, Haut- und Autoimmun-erkrankungen, Aids und Krebs eingesetzt.
Studie beweist längere Überlebenszeit
Am Universitätsklinikum in Lille teilte der Studienleiter Thierry Facon 447 Myelom-Kranke zwischen 65 und 75 Jahren, die bisher unbehandelt waren, nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen.
Gruppe 1:
125 Probanden erhielten eine Chemotherapie mit der Kombination aus den drei Wirkstoffen Melphalan, Prednison und Thalidomid.
Gruppe 2:
195 erkrankte Patienten erhielten nur Melphalan und Prednison.
Gruppe 3:
126 Versuchsteilnehmer erhielten eine Stammzell-Transplantation und zusätzlich Melphalan.
Die Patienten wurden im Durchschnitt 51,5 Monate beobachtet.
Es zeigte sich, dass die Teilnehmer der Gruppe 2 mit durchschnittlich 33,2 Monaten die kürzeste Überlebensrate hatten, gefolgt von Gruppe 3 mit 38,3 Monaten. Am höchsten war die Überlebensrate bei Gruppe 1, bei der die Chemotherapie durch Thalidomid verstärkt worden war. Sie lag bei 51,6 Monaten.
Bereits eine einzige Kapsel kann Fehlbildungen verursachen
Auch wenn inzwischen der Wirkstoff Thalidomid nicht mehr nur als Horrorarznei gesehen werden kann, die Nebenwirkungen sind dieselben wie damals. Deshalb hat sich das herstellende Unternehmen Celgene zu strengen Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Dazu gehört auch, dass das Präparat nicht an Frauen im gebärfähigen Alter abgegeben werden darf. Sollte dies unumgänglich sein, muss sich die Patientin verpflichten, mit zwei verschiedenen Methoden gleichzeitig zu verhüten. Darüber hinaus führt Celgene in jedem EU-Mitgliedstaat ein Schwangerschafts-Präventions-Programm durch.
Contergan-Geschädigte betrachten den Einsatz von Thalidomid jedoch nach wie vor mit gemischten Gefühlen. Überall dort, wo das Medikament eingesetzt wird, kann es zu neuen Fällen von Fehlbildungen kommen, so das Argument. Und das ist nicht von der Hand zu weisen ist. In Brasilien beispielsweise, wo viele Analphabeten leben und Thalidomid zur Behandlung der Lepra eingesetzt wird, sind erneut Kinder mit Fehlbildungen geboren worden. Der Grund: Viele junge Frauen deuteten die Bildsymbole auf der Verpackung falsch. Die Abbildung zeigte einen durchgestrichenen Körper einer schwangeren Frau. Die Frauen gingen fatalerweise davon aus, dass es sich bei dem Präparat um ein Verhütungs- oder Abtreibungsmittel handelte.
Bei auftretenden Fragen zu dem Wirkstoff Thalidomid wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder an uns. Wir beraten Sie gern.
Juni 2008
Onkologie - Wichtig bei Chemotherapie: Mucositis-Prophylaxe
Patienten, die mit einer Chemotherapie behandelt werden, wollen wissen, was sie tun können, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, zu lindern oder sie wieder los zu werden …
Die BerlinApotheke ist onkologische Schwerpunkt-Apotheke und betreut und berät Patienten unter Chemotherapie. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Patienten, die mit einer Chemotherapie behandelt werden, wissen wollen, was sie tun können, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, zu lindern oder sie wieder los zu werden.
Eine der häufigsten Nebenwirkungen ist die Mucositis – eine unangenehme Entzündung der Mundschleimhaut. Sie wird von einigen chemotherapeutischen Wirkstoffen ausgelöst oder tritt als Folge von Bestrahlungen besonders im Kopf- und Halsbereich auf.
Es gibt jedoch eine Reihe vorbeugender Maßnahmen, um das Risiko für eine Mucositis zu senken. Diese lassen sich problemlos im Alltag umsetzen. Dazu gehören:
- regelmäßige Mundhygiene
Besonders unter einer Chemotherapie sollten Sie auf Ihre Mundhygiene achten. 30 Minuten nach jedem Essen, mindestens aber alle 4 Stunden sollte eine Mundpflege sorgfältig durchgeführt werden. - schonende Zahnreinigung
Verwenden Sie ausschließlich weiche Zahnbürsten.
Falls Ihr Zahnfleisch zu empfindlich ist, säubern Sie die Zähne mit Wattestäbchen.
Das Reinigen der Zahnzwischenräume empfiehlt sich nur, wenn dabei keine Blutungen auftreten. Benutzen Sie dazu ungewachste Zahnseide und führen Sie die Reinigung zweimal täglich durch.
Empfehlenswert sind Mundspüllösungen, die keinen Alkohol enthalten, wie zum Beispiel Meridol® Mundspüllösung. Alkohol trocknet die Schleimhäute zusätzlich aus und reizt sie.
Zahnprothesen sollten gut angepasst sein, möglichst nur zum Essen getragen werden und mit verdünnter Wasserstoffperoxidlösung (3%) gereinigt werden.
- intensive Mundpflege
Untersuchen Sie täglich Ihre Mundhöhle vor dem Spiegel. Nehmen Sie dazu einen Löffelstiel und eine Taschenlampe zu Hilfe. Wichtig ist, die Schleimhäute vor dem Austrocknen zu schützen. Zur Pflege bei trockenen oder eingerissenen Lippen setzen Sie am besten reichhaltige Fettstifte ein. Sind die Mundschleimhäute sehr trocken, haben sich zuckerfreie Lutschbonbons bewährt, deren säuerlicher Geschmack den Speichelfluss anregt. Auch Kaugummi kauen und häufiges Trinken von kleinen Flüssigkeitsmengen - am besten Zitronen- oder Pfefferminztee oder Zitronenlimonade - fördern den Speichelfluss. Stark saure oder kohlensäurehaltige Getränke aber auch scharf gewürzte Speisen können die empfindliche Mundschleimhaut unter Umständen zusätzlich angreifen. - Kältetherapie
Bei einigen wenigen Chemotherapien empfiehlt es sich, schon während der Verabreichung der Infusion oder Spritze Eiswürfel zu lutschen, bevorzugt aus Ananassaft. - Schmerzen und Entzündungen lindern
Kleinere betroffene Stellen können mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Salben oder speziellen Mundspüllösungen behandelt werden.
Sind die Schmerzen so groß, dass Sie nicht mehr essen können, steht eine Reihe von Schmerzmitteln zur Verfügung, die Ihr Arzt für Sie auswählt.
Sollten Entzündungen der Mundschleimhaut auftreten, setzen Sie sich möglichst zeitnah mit Ihrem Arzt in Verbindung. Großflächigere Entzündungen können zusätzlich von Bakterien oder Pilzen befallen werden, die therapiert werden müssen.
Hinweise bei Schleimhautproblemen
Ist Ihre Mundschleimhaut bereits angegriffen, beachten Sie bitte folgendes:
- Ernähren Sie sich ausgewogen und eiweißreich. Essen Sie viele Milchprodukte, denn sie schützen die Schleimhaut. Frischmilch sollten Sie allerdings wegen der Schleimbildung vermeiden. Gut geeignet sind Sauermilch, Sauermilchprodukte, Kefir und Sojadrinks.
- Bevorzugen Sie pürierte Kost und Suppen. Auch Säuglingsnahrung ist gut geeignet (meist säure- und natriumarm und püriert).
- Schneiden Sie feste Nahrung klein oder zerkleinern sie im Mixer. Feste Speisen durch Soßen, Mayonnaise oder milde Salatsoßen verfeinern.
- Trinken Sie mehrmals in der Stunde Wasser, Apfelsaft, Traubensaft oder Tee.
- Benutzen Sie einen Strohhalm.
Vermeiden Sie:
- kohlensäurehaltige Getränke
- sehr heiße und sehr kalte Speisen
- scharf Gewürztes, Saures, Hartes, Knuspriges oder grob Geschnittenes
- Lebensmittel, die am Gaumen kleben oder mit Dickungsmittel hergestellt sind
- säurehaltige Nahrungsmittel wie Obst mit hohem Fruchtsäuregehalt (z.B. Johannisbeeren, Orangen, Ananas, Grapefruit, Obstsäfte, Tomaten, Rhabarber, Früchtetee). Diese reizen die Schleimhäute.
- Alkohol
- Zigaretten o.ä.
Haben Sie Fragen zu diesem Thema?
Dann wenden Sie sich an uns. Wir sind gern für Sie da.
Juni 2008
HIV - Keine Einschränkung mehr für Tipranavir
Die Europäische Kommission hat jetzt den Protease-Hemmer Tipranavir (Handelsname Aptivus®) uneingeschränkt zur HIV-Therapie zugelassen.
Bereits Ende 2005 war das Medikament Aptivus® (Wirkstoff Tipranavir) "unter außergewöhnlichen Umständen" von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) zugelassen worden. Damals war es aus wissenschaftlichen Gründen nicht möglich, vollständige Informationen über das Medikament zu erhalten.
Tipranavir wird in Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir verabreicht, das die Wirkung von Tipranavir, einem sogenannten nicht-peptidischen Protease-Hemmer, verstärkt.
Der Wirkstoff Tipranavir
Als Protease-Inhibitor hemmt Tipranavir ein Enzym, das das Virus benötigt, um neue, infektiöse Viruspartikel zu bilden. Auf diese Weise senken Protease-Hemmer die Viruslast im Körper des Patienten. Leider entwickeln sich gegen diese Art Wirkstoff relativ schnell Resistenzen.
Nicht so bei Tipranavir, denn im Gegensatz zu anderen Protease-Hemmern besitzt Tipranavir als erster dieser Klasse keine peptidähnliche Struktur. Der nicht-peptidische Protease-Hemmer wird daher zur Therapie von HIV-Infizierten eingesetzt, die bereits intensiv antiretroviral behandelt worden sind und bei denen HIV gegen andere Portease-Hemmer resistent geworden ist.
Nebenwirkungen
Die bessere Wirksamkeit von Tipranavir gegenüber anderen Protease-Hemmern geht offenbar mit vermehrten Nebenwirkungen einher. Daher ist die Therapieabbruchrate bei Tipranavir relativ hoch. Häufig kommt es zu Durchfällen, Übelkeit, Kopfschmerz, Bauchschmerz und Hautausschlägen. Die Kombination von Tipranavir/Ritonavir könnte außerdem die Leber schädigen.
Eingeschränkte Zulassung 2005
Als Tipranavir 2005 beschleunigt zugelassen wurde, gab es noch keine zuverlässigen Daten über den Wirkstoff. Die beschleunigte Zulassung ist ein Genehmigungsverfahren für Therapien, bei lebensbedrohlichen Krankheiten, die einen entscheidenden Nutzen für Patienten gegenüber bestehenden Therapien aufweisen. Jetzt liegen zuverlässige Daten aus langfristigen Studien vor und die Zulassung von Tipranavir ist amtlich.
Juni 2008
Die BerlinApotheke rennt …
Drei Tage dauerte die Veranstaltung des Sportclubs Charlottenburg. Insgesamt gingen 2823 Firmen-Teams aus Berlin ins Rennen.
Die BerlinApotheke startete am ersten Tag der DKB-Teamstaffel mit 1263 weiteren Teams. Gut trainiert und ambitioniert liefen für unsere Apotheke Michaela Kosiol, Silke Reimer, Juliane Schneider, Sascha Krause und Jochen Thorwarth.
Vorbei ging es am Brandenburger Tor, 5 km rund um den Tiergarten - die Straße des 17. Juni entlang bis zum Großen Stern, links in die Hofjägerallee, Tiergartenstraße und zum Ziel nähe Ebersstr.
Viele Teams hielten Schilder hoch, um ihren Läufern in dem Gewimmel die Übergabe des Staffelholzes zu erleichtern. Die BerlinApotheke bewies auch hier ihre Einzigartigkeit und schwenkte ein knuspriges Baguette.
Sengende Sonne und staubiger Untergrund erschwerten die Bedingungen. Dennoch: Nach genau 2 Stunden 17 Minuten und 58 Sekunden hatten unsere Läufer alle das Ziel erreicht. Pro Läufer ist das im Schnitt eine super Zeit von 27,5min/ 5km. Damit belegt die BerlinApotheke in der Gesamtwertung der Firmen Platz Nr. 1415 von 2823 angetretenen Teams. Das ist allerbestes Mittelfeld und wir sind sehr stolz auf unser Team.
Es hat allen viel Spaß gemacht und wir trainieren weiter, denn das war erst der Anfang: Im nächsten Jahr schlagen wir sie alle!
Juni 2008
"Marie": Hormonersatztherapie erhöht Brustkrebsrisiko auch in Deutschland
In Amerika ist schon lange Fakt, was jetzt auch in Deutschland bewiesen ist: Für Frauen, die mehr als fünf Jahre eine Hormonersatztherapie einnehmen, erhöht sich das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.
Das belegt die Ende Mai veröffentlichte Studie "Marie" des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
"Nehmen oder nahmen Sie Hormone ein? Wenn ja, welches Präparat und wie lange? Wann wurde die Therapie abgesetzt?"
Fragen, die 3.464 Brustkrebs-Patientinnen und 6.657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 für eine groß angelegte Untersuchung detailliert beantworteten. "Marie" hat die Auswirkungen von Hormonen, die gegen Wechseljahresbeschwerden eingenommen wurden, auf das Brustkrebsrisiko erfasst. Sechs Jahre hat die Untersuchung gedauert, jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Ergebnisse der Studie "Marie":
- Frauen, die Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden eingenommen haben, tragen ein um 37 Prozent erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken gegenüber Frauen, die nie eine Hormonersatztherapie angewandt haben.
- Direkt während der Zeit der Hormoneinnahme ist das Risiko sogar um 73 Prozent erhöht.
- Das Brustkrebsrisiko erhöht sich gegenüber "Nie-Anwenderinnen" nur, wenn die Hormone länger als fünf Jahre eingenommen werden.
- Innerhalb von fünf Jahren nach Absetzen der Therapie sinkt das Brustkrebsrisiko wieder auf das der "Nie-Anwenderinnen".
- Die Studie zeigt außerdem: Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken ist bei einer Kombinationstherapie mit Östrogen und Gestagen wesentlich höher als bei einer Östrogen-Monotherapie.
Die Amerikaner hatten recht
Bereits in den Jahren 2002 und 2003 hatte sowohl eine amerikanische als auch eine britische Studie zu diesem Thema für Aufregung gesorgt. Deutschland blieb jedoch unbeeindruckt und viele deutsche Ärzte hielten unbeirrt an der Hormonersatztherapie fest. Mit dem Argument, die deutschen Verschreibungsgewohnheiten seien ganz andere als die in Amerika, wurden die Ergebnisse damals vom Tisch gewischt.
Wie "Marie" jetzt gezeigt hat, sind die deutschen Resultate denen der Amerikaner jedoch sehr ähnlich.
Dank "Marie" sollten sich nun auch bei uns die Therapieansätze ändern.
"Mit unseren neuen Daten geben wir den Ärzten in Deutschland solide Informationen an die Hand, um ihre Patientinnen über Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie zu beraten.", konstatiert Prof. Dr. Jenny Chang-Claude vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
Juni 2008
HIV-Neuinfektionen – Tendenz steigend
Der Halbjahresbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin für die 2. Hälfte 2007 gibt nicht unbedingt Anlass zum Jubeln.
Aus dem Bericht wird deutlich: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr 2006 insgesamt um 4% gestiegen. Hauptbetroffene sind mit 65% Männer, die Sex mit Männern haben. In dieser Gruppe stieg die Zahl der Neuinfektionen verglichen zum Vorjahr sogar um 12%.
Andere sexuell übertragbare Erreger begünstigen die HIV-Übertragung
Laut RKI ist diese erschreckende Bilanz offenbar nicht auf ein abnehmendes Schutzverhalten bei den homosexuellen Männern zurückzuführen, sondern vermutlich auf die Zunahme anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen, allen voran der Syphilis. Denn der Syphilis-Erreger, wie auch andere, führt dazu, dass das HI-Virus leichter übertragen wird. Genauer, HIV-Positive mit einer zusätzlichen sexuell übertragbaren Erkrankung geben das HI-Virus leichter weiter, sind also infektiöser. Und: Personen, die z. B. an Syphilis erkrankt sind, können sich leichter mit dem HI-Virus anstecken.
Die gute Nachricht
Der Anteil der HIV-Neuinfektionen unter Drogenkonsumenten und Migranten aus Hochprävalenzgebieten (in denen HIV und Aids stark verbreitet sind) ist kleiner geworden.
Bei den Frauen sank der Anteil an den HIV-Neudiagnosen 2007 auf 16,1%. Das ist der niedrigste prozentuale Wert seit Beginn der differenzierten Erfassung 1993.
25 neu diagnostizierte HIV-Infektionen betrafen Kinder
Von den 25 infizierten Kindern wurden 16 in Deutschland geboren.
Offenbar war der Mehrheit der werdenden Mütter dieser Kinder kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten worden.
Die Mutterschaftsrichtlinien sehen jedoch vor, dass die betreuenden Ärzte dazu verpflichtet seien, einen HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge-Untersuchungen anzubieten.
Das betonte der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen bereits im Dezember 2007.
Mai 2008
Neue Hoffnung für Lipodystrophie-Betroffene
40-50% aller HIV-Infizierten unter antiretroviraler Therapie sind von der sogenannten Lipodystrophie betroffen. Jetzt belegt eine Studie: Die Gabe des synthetisch hergestellten Hormons Tesamorelin unterbindet die unschöne Fettumverteilung und wirkt sich positiv auf die Lipidwerte (Blutfette) aus. Bis ein entsprechendes Medikament auf den Markt kommt, ist demnach nur noch eine Frage der Zeit.
Lipodystrophie
Lipodystrophie ist eine Stoffwechselstörung, die nicht nur eine Erhöhung der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride) sondern auch eine Veränderung der Körperfettverteilung zur Folge hat.
Charakteristisch ist die Abnahme des Unterhautfetts (Lipoatrophie) vor allem im Gesicht, an den Extremitäten und am Gesäß sowie die Vergrößerung der Fettpolster an Bauch, Brust und Rücken.
Die Lipodystrophie ist für HIV-Infizierte nicht nur ein kosmetisches Problem, auch das Risiko an Diabetes oder an kardiovaskulären (Herz und Gefäße betreffenden) Leiden zu erkranken ist erhöht.
Lipodystrophie tritt als Nebenwirkung vor allem bei Patienten auf, die mit Medikamenten der Arzneistoffgruppen der NRTI (nukleosidanaloge Reverse Transkriptase Hemmer) und PI (Protease-Hemmer) behandelt werden.
Tesamorelin gegen Lipodystrophie
Schon in der Vergangenheit hat es diverse Versuche gegeben, die Lipodystrophie zu beheben. Die besten Ergebnisse wurden dabei mit Wachstumshormonen erzielt. Leider traten dabei immer wieder starke Nebenwirkungen besonders beim Glukosestoffwechsel auf.
Jetzt ist ein neuer Anwärter am Start: Tesamorelin, ein synthetisches Hormon, das die Freisetzung des Wachstumshormons Somatotropin aus der Hypophyse bewirkt. Über diesen „Umweg“ werden die unerwünschten Nebenwirkungen offenbar weitgehend vermieden.
Studie belegt die Wirksamkeit von Tesamorelin
Die Wirksamkeit von Tesamorelin wurde bereits in einer 2007 veröffentlichten randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie nachgewiesen. Teilnehmer waren 412 HIV-Patienten mit Lipodystrophie, die sich täglich 2 mg Tesamorelin oder Placebo injizierten. Nach 26 Wochen war bei den Patienten der Tesamorelin-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe ein Fünftel des Bauchfetts verschwunden. Die Wirksamkeit war bei Frauen und Männern gleich und auch der Einfluss auf die Lipidspiegel war positiv. Die Cholesterol- und Triglycerid-Werte waren bei den Tesamorelin-Patienten signifikant niedriger als bei den Placebo-Patienten, die HDL-Spiegel dagegen deutlich erhöht. Auch die Nachbeobachtungszeit im Anschluss an die Studie fiel positiv aus.
Allerdings zeigte sich, dass nach Absetzen der Tesamorelingabe die Symptome der Lipodystrophie wieder auftraten.
Um letzte Zweifel an der Sicherheit des Medikaments auszuräumen, wird zurzeit eine zweite randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie gleichen Designs durchgeführt. Diese soll Mitte 2008 abgeschlossen sein. Dann steht der Einführung eines entsprechenden Medikaments hoffentlich nichts mehr im Weg.
Maßnahmen gegen Lipodystrophie
Weiterhin ist also allen Betroffenen angeraten, eigene Maßnahmen gegen die Lipodystrophie zu ergreifen:
Es gilt das Rauchen aufzugeben, Diät zu halten und sich viel zu bewegen.
Ein Bluthochdruck sollte vom Arzt medikamentös behandelt werden. Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, fragen Sie Ihren Facharzt um Rat.
Mai 2008
Reyataz™ 300 – eine Kapsel weniger pro Tag
Patienten, die mit dem Medikament Reyataz™ behandelt werden, haben nun Grund zur Freude. Seit dem 15.05.2008 können sie sich auf nur eine Kapsel täglich beschränken.
Statt täglich zwei Kapseln à 150mg nehmen sie dann nur noch eine Kapsel Reyataz™ 300 (à 300mg) ein.
Die Einnahmevorschriften bleiben dabei unverändert. Reyataz™ wird zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen.
Reyataz™ ist ein Medikament zur Behandlung von HIV-Infektionen und enthält den Wirkstoff Atazanavir. Bisher wurde Reyataz™ in zwei Einzeldosen à 150mg verabreicht. Reyataz™ gehört zur Gruppe der Protease Hemmer, die den Zusammenbau neuer Viren verhindern.
In der Regel wird Atazanavir in Kombination mit anderen HIV-Präparaten eingesetzt.
Mai 2008
"Wir leben nicht um zu essen, wir essen um zu leben"
Die BerlinApotheke setzt auf Ernährungsberatung
Wer sich gesund und bewusst ernährt, fühlt sich nicht nur besser und fitter, sondern beugt auch vielen Krankheiten vor, z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Nahrungsmittelallergien oder einem zu hohen Cholesterinspiegel.
Und – wer kennt das nicht: Eine Diät nach der anderen, aber nach kurzer Zeit sind die mühsam abgehungerten Pfunde wieder da oder haben sich sogar vermehrt.
Hier kann eine qualifizierte Ernährungsberatung sehr hilfreich sein.
Unsere erfahrene Expertin berät Sie gern
Vor drei Jahren hat unsere Mitarbeiterin
und PTA Beate Preißler erfolgreich ihre Prüfung als Fachkraft für Beurteilung von ernährungsbedingten Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten bei der IHK abgelegt. Seitdem bietet sie den Kunden der BerlinApotheke und den Patienten umliegender Arztpraxen qualifizierte Ernährungsberatung mit entsprechendem Coaching an.
In separaten Räumlichkeiten und ruhiger, entspannter Atmosphäre können sich Interessierte individuell oder in Gruppen beraten lassen. Gelegentlich finden dort auch Vortragsabende statt.
"Wer abnehmen will, muss essen"
Beate Preißler ist spezialisiert auf die Beratung Übergewichtiger, aber genauso auch Ansprechpartnerin für Schwangere und Stillende, Diabetiker, Allergiker, Sportler und für alle, die aus persönlichen Gründen einfach nur gesünder essen wollen.
Verständlich und individuell informiert sie über die wichtigsten Nährstoffe, ihre Eigenschaften und Funktionen für den Körper und erarbeitet bei einer Ernährungsumstellung gemeinsam mit Patienten und Kunden erreichbare Etappenziele.
Mithilfe einer BIA-Messung (Näheres zur BIA-Messung finden Sie unter: http://www.berlinapotheke.de/BIA-messung.php) kann der Anteil von Muskel-, Fett- und Wassermasse im menschlichen Körper exakt bestimmt werden. Im Falle einer Gewichtsreduktion lässt sich mit diesem Gerät wunderbar der Erfolg einer Ernährungsumstellung kontrollieren.
In der Fachzeitschrift PtAheute wurde Frau Beate Preißler zu ihrer Ausbildung interviewt. Um diesen Artikel einzusehen, klicken Sie bitte hier.
Interessiert?
Dann kommen Sie einfach in eine Filiale der BerlinApotheke oder wenden Sie sich per Mail an Frau Beate Preißler: b.preissler@berlinapotheke.de
Kosten für eine individuelle Beratung: 30 min / 10,-€
Die erste Beratung dauert eine Stunde.
April 2008
Durchfall - Diarrhoe
Wir sprechen von Durchfall – medizinisch Diarrhoe, wenn der Betroffene mehr als dreimal täglich Stuhl ungeformter Konsistenz abgibt, oft verbunden mit einem unkontrollierbaren Stuhldrang.
Verschiedene Ursachen
Durchfall kann von Viruserregern hervorgerufen werden, also die Auswirkung eines Magen-Darm-Infekts sein. Außerdem können Durchfälle durch die Unverträglichkeit von Milchzucker z.B. nach Magen- oder Darmoperationen oder durch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hervorgerufen werden.
Auch während einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung treten häufig Durchfälle als unangenehme Nebenwirkung auf.
Und - Durchfall kann die direkte Folge eines Tumors sein.
In schweren Fällen sollten Sie ihren Arzt aufsuchen. Blutiger Durchfall muss in jedem Fall vom Arzt differentialdiagnostisch abgeklärt werden.
Durchfall während einer Bestrahlung oder Chemotherapie
Bestrahlung oder Chemotherapie schädigen besonders die Zellen, die sich häufig teilen. Natürlich will man in erster Linie Krebszellen abtöten, aber bestimmte gesunde Zellen, wie z. B. die Schleimhautzellen im Darm werden ebenfalls geschädigt. Eine gesunde Darmschleimhaut und eine gesunde Darmflora aber sind die Voraussetzung für die Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit aus der Nahrung. Ist die Schleimhaut geschädigt, kommt es zu Durchfällen. Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine werden dann nur unvollständig verdaut und nicht ausreichend in den Körper aufgenommen.
Wie lange und wie stark der Durchfall ist, hängt von der Dosis und der Therapiedauer ab. Zwei bis drei Wochen nach Therapieende verschwinden die Symptome wieder. Auch Angst und die starke seelische Belastung während der Therapie können zu Durchfall führen.
Praktische Hinweise
Sie selbst können einiges tun, um die Beschwerden zu lindern, bzw. zu heilen.
- Trinken Sie viel Wasser (ohne Kohlensäure), schwach gesüßten Tee (Schwarztee über 4 Minuten ziehen lassen) oder klare Brühe. Günstig sind auch Sportlergetränke, die reich an Elektrolyten sind, denn mit dem Durchfall verliert der Körper Kalium und Magnesium. Versuchen Sie 2,5 bis 3 Liter pro Tag zu trinken.
- Nehmen Sie leichte, fettarme und stopfende Nahrungsmittel zu sich, wie beispielsweise geriebene Äpfel, zerdrückte Bananen, dunkle Schokolade, Kartoffeln oder Weißmehlprodukte. Gut geeignet sind auch gekochte Spargelspitzen, Rote Bete, grüne Bohnen, Möhren, Erbsen, Spinat und Zucchini, Reis, Haferschleim, Naturjoghurt, Magerquark, Fisch, Geflügel und Rinderhack (gebacken, gegart bis es ganz zart ist). Essen Sie häufig kleine Mahlzeiten – am besten fünf bis sechs pro Tag.
- Meiden Sie Säfte, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol, Milch und gesäuerte Milchprodukte.
- Essen Sie kein Vollkornbrot, Müsli, Schweinefleisch, frisches oder getrocknetes Obst, rohes Gemüse, Popcorn, keine gebratene, fettreiche Nahrung, Nüsse, Oliven, Chips, Salzstangen, Zwiebeln, keine starken Gewürze und Kräuter, keinen Broccoli und keinen Kohl.
- Leichte Durchfälle können Sie mit der Einnahme des Wirkstoffes Loperamid selbst behandeln. Das Arzneimittel erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Zu Beginn der Behandlung von akuten Durchfällen sollten Erwachsene zwei Kapseln (4mg) einnehmen; dann nach jedem wässrigen Stuhl eine weitere Kapsel (2mg). Sie sollten die tägliche Dosis von sechs Kapseln (12mg) jedoch nicht überschreiten.
- Ist die Haut um den Darmausgang sehr gereizt, reinigen Sie sie nach jedem Stuhlgang mit warmem Seifenwasser. Auch warme Sitzbäder lindern die Beschwerden.
Bei anhaltenden Beschwerden informieren Sie ihren Arzt.
April 2008
PEP - die „Pille-danach“ gegen mögliche HIV-Infektion
Sex mit dem HIV-positiven Partner und plötzlich platzt das Kondom. Die Sorge um eine mögliche Ansteckung ist in so einem Fall natürlich groß.
Aber die Chancen, eine potentielle Infektion mit dem HI-Virus erfolgreich abzuwenden, stehen gut. Wichtig ist, dass der oder die Betroffene schnell handelt.
Die Maßnahme, die einer möglichen HIV-Infektion vorbeugt, heißt HIV-Postexpositions-Prophylaxe, kurz PEP.
Schnell reagieren
Je schneller eine PEP nach einer potentiellen Infektion eingeleitet wird, desto größer ist die Chance, dass die HIV-Infektion verhindert wird. Der Erfolg lässt sich zwar nicht garantieren, aber der Schutzeffekt wird auf 80% geschätzt.
Die prophylaktisch (vorbeugend) verabreichten antiretroviral wirksamen Medikamente sollten zeitnah eingenommen werden - am besten innerhalb von zwei Stunden, möglichst innerhalb von 24, aber nie später als 72 Stunden nach einer möglichen Infektion mit dem HI-Virus. Die Behandlung, die die Kombination von drei verschiedenen Wirkstoffen vorsieht, setzt der Betroffene dann über einen Zeitraum von vier Wochen fort.
Infektion abhängig von der Erregermenge
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine HIV-Übertragung statt findet, hängt von der übertragenen Erregermenge ab. Das heißt, je höher die Viruslast des Infizierenden ist, und je länger das infektiöse Sekret, also Blut, Sperma oder Vaginalsekret, in Kontakt mit Wunden oder Schleimhäuten kommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus.
Sofort-Maßnahmen
Wenn Sie Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten hatten, können Sie einiges tun, um das Ansteckungsrisiko zu verringern:
- Kommt infektiöses Sekret in Kontakt mit Stich- oder Schnittverletzungen, erhöhen Sie den Blutfluss durch Druck auf das umliegende Gewebe.
- Geschädigte Haut oder Schleimhaut sollte intensiv gespült werden, möglichst mit einem Antiseptikum, zumindest aber mit Wasser.
- Bei einer eventuellen Übertragung durch sexuellen Kontakt spülen Sie die infektiöse Körperflüssigkeit so schnell wie möglich von der Schleimhaut ab. Penis, Eichel und die Innenseite der Vorhaut unter fließendem Wasser mit Seife waschen.
- Eine Scheiden- oder Darmspülung wird nicht empfohlen, da das Verletzungsrisiko relativ groß ist und dem Virus neue Eintrittspforten in den Körper öffnen würde.
- Wasserlassen hilft, virushaltiges Material aus der Harnröhre zu spülen.
- Samenflüssigkeit im Mund sofort ausspucken und anschließend den Mund mit Wasser oder besser mit hochprozentigem Alkohol (über 40%) spülen.
Danach suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt (Infektiologe) auf.
Der Arzt empfiehlt eine PEP
Ihr Arzt bespricht mit ihnen, wie groß die Infektionsgefahr tatsächlich ist und ob eine medikamentöse Behandlung notwendig ist.
Sollte ihr Arzt ihnen eine HIV-Postexpositionsprophylaxe empfehlen, stehen verschiedene HIV-Medikamente zur Verfügung, die miteinander kombiniert werden.
Die Nebenwirkungen der PEP betreffen meist den Magen-Darm-Trakt.
Vor der PEP werden Sie auf HIV getestet, um sicher zu gehen, dass Sie selbst nicht HIV-positiv sind. Ansonsten besteht die Gefahr dass sich Resistenzen bilden, da die Medikamente bei der PEP nur vier Wochen eingenommen werden.
Teilen Sie ihrem Arzt mit, ob der Ansteckende selbst HIV-Medikamente einnimmt. Der Arzt wird diese Information wegen eventuell bestehender Resistenzen bei der Auswahl ihrer PEP berücksichtigen.
Sollten Sie sich an eine Klinik wenden, erhalten Sie dort eine Medikamentendosis, die bis zur nächsten Sprechstunde einer HIV-Schwerpunktpraxis reicht.
Da HIV-Medikamente nicht explizit für eine PEP zugelassen sind, lässt sich ihr Arzt schriftlich bestätigen, dass Sie als „Patient“ über die Behandlung aufgeklärt wurden und damit einverstanden sind.
Nach Beendigung der PEP sollten Sie nach 6 Wochen und noch mal nach 3 Monaten einen HIV-Antikörpertest machen.
Kosten
Die Kosten für die PEP werden im Fall einer „privaten Exposition“, nicht von der Krankenkasse übernommen und müssen selber getragen werden (Zurzeit zwischen 1.200€ und 1.800€). Bei beruflicher Exposition werden die Kosten von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen.
Berliner Kliniken, in denen Sie rund um die Uhr eine HIV-PEP erhalten:
Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum
Rubensstr. 125, 12157 Berlin, Tel.: (030) 130200
Charité, Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, Tel.: (030) 84450
Charité, Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Tel.: (030) 85050
April 2008
Viracept® wieder auf dem Markt
Nach dem Rückruf im vergangenen Jahr ist das HIV-Medikament Viracept® (Wirkstoff Nelfinavir) jetzt wieder auf dem Markt. Der Herstellungsprozess sei geändert und diese Änderung von der EU-Kommission genehmigt worden, teilte Roche am Donnerstag, dem 11.04.2008, in Basel mit.
Im Juni letzten Jahres hatte der Baseler Pharmakonzern Roche das HIV-Medikament europaweit zurückgerufen. Der Grund: Einige Chargen des Präparats waren bei der Herstellung mit der erbgutschädigenden Chemikalie Methansulfonsäureethylester verunreinigt worden. Im August 2007 hatte die EU-Kommission die Zulassung von Viracept® deshalb vorübergehend ausgesetzt.
Bereits im September 2007 hatte sich der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelagentur EMEA für die Wiederzulassung von Viracept® ausgesprochen. Da die Inspektoren der EMEA sich jedoch erst davon überzeugen mussten, dass der Herd der Verunreinigung gefunden und beseitigt worden war, verzögerte sich die erneute Markteinführung.
Der Wirkstoff Nelfinavir ist ein Virenhemmer der ersten Generation. Inzwischen gebe es zwar neuere Medikamente, für manche HIV-Patienten sei das Mittel jedoch weiterhin wichtig, etwa weil sie andere Präparate nicht vertragen, teilte Roche mit. Außerdem sei Nelfinavir hitzestabil und müsse nicht gekühlt werden. Dies ist für viele Entwicklungsländer von großer Bedeutung.
April 2008
Popeyes Muskeln – alles nur wegen des Spinats?
In der aktuellen Ausgabe des Kundenmagazins Reflex der Kieser-Training® AG gibt unser Mitarbeiter Jochen Thorwarth nützliche Tipps, wie Sie durch richtige Ernährung, ihr Muskelaufbau-Training optimal unterstützen können. Jochen Thorwarth ist Projektleiter von AminoKonzept® und Entwickler des gleichnamigen medizinischen Muskelaufbaupräparates.
Den vollständigen Artikel finden Sie in der April-Ausgabe ab Seite 4. Um den Artikel einzusehen, klicken Sie bitte hier.
März 2008
BIA-Messaktionen in der BerlinApotheke
Wollen Sie wissen, wie sich ihr Körpergewicht zusammensetzt und ob Sie wirklich fit sind? Dann auf zur BIA-Messung in die BerlinApotheke.
Warum bin ich so schwer? Zu dick?
Wollen Sie wissen, wie sich ihr Körpergewicht zusammensetzt und ob Sie wirklich fit sind? Dann auf zur BIA-Messung in die BerlinApotheke.
Wir werten aus: Körperfettmasse, Muskelmasse, Körperwasser.
Eine Messung dauert nicht länger als 10 Minuten – Sie müssen sich nur vorher in einer unserer Filialen zu den entsprechenden Terminen anmelden (siehe unten).
Die BerlinApotheke lädt Kunden und Interessierte zur BIA-Messung ein
BIA ist die Abkürzung für Bioelektrische Impedanzanalyse. Die BIA ist ein modernes, weltweit anerkanntes Messverfahren, das die unterschiedliche Leitfähigkeit verschiedener Gewebetypen des Körpers nutzt.
Die BIA liefert viele aufschlussreiche Ergebnisse
Bei der BIA-Messung werden die Zellmasse, der Wasser- und der Fettanteil des Körpers gemessen und anschließend ausgewertet.
Durch die Messergebnisse lässt sich nicht nur feststellen, ob Sie über- oder untergewichtig sind, sondern auch wie es um ihre körperliche Fitness steht, ob Sie richtig ernährt sind, ob ihr Körper zu viel oder zu wenig Wasser eingelagert hat und sogar ob Sie evtl. an Hormonstörungen oder Allergien leiden. Auch die Muskelmasse ihres Körpers kann so bestimmt werden.
Die BIA eignet sich optimal zur Verlaufskontrolle bei Ernährungsumstellungen und Gewichtsreduktion oder zum Erfassen des Trainingszustands bei Sportlern.
Das Verfahren ist ganz einfach, schnell und genau
Sie legen sich entspannt hin und an Hand und Fuß werden je zwei Hautelektroden angebracht. Anschließend wird ein schwaches, nicht wahrnehmbares Wechselstromfeld erzeugt.
Die verschiedenen Körpergewebe haben unterschiedliche Widerstände. Körperfett beispielsweise wirkt als Isolator, das elektrolythaltige Körperwasser aber leitet sehr gut. Durch die unterschiedliche Leitfähigkeit der Gewebetypen werden die Gewebeanteile bestimmt. Aus einem Ungleichgewicht verschiedener Gewebeanteile lassen sich wiederum mögliche Ursachen ableiten wie z.B. Fehlernährung oder Fehlfunktionen.
Eine BIA-Messung dauert nicht länger als 10 Minuten.
Zeit und Ort der BIA-Messaktion – bitte melden Sie sich vorher an:
BerlinApotheke Oranienburger Tor: 27.03.–29.03.2008
Oranienburger Str. 51
Tel: (030) 28 33 530
BerlinApotheke an der Charité: 31.03.–02.04.2008
Luisenstr. 54/ 55
Tel: (030) 28 39 00 48
BerlinApotheke Friedrichshain: 09.04.+16.04.2008
Warschauer Str. 27
Tel: (030) 296 20 24
Sie können sich selbstverständlich auch in unserer Filiale am Hackeschen Markt anmelden, dort findet aber leider keine Messung statt.
BerlinApotheke Hackescher Markt: nur Anmeldung möglich
Rosenthaler Str. 46/47
Tel: (030) 282 78 76
März 2008
Jahresfeier 2008 mit der BerlinApotheke
Unsere erste Jahresfeier am 01. März 2008 war ein Riesenerfolg.
In den Räumlichkeiten von Universal Music Deutschland mit direktem Blick auf die Spree begrüßte die BerlinApotheke Geschäftspartner und Freunde zu einem netten gemeinsamen Abend. Das „fliegende Buffet“ und die Klänge von DJ Bertram sorgten für eine entspannte und angenehme Atmosphäre.
Für die Veranstaltung gab es gleich zwei gute Gründe.
Zum einen liegt uns der persönliche Kontakt zu unseren Geschäftspartnern und Freunden sehr am Herzen. So bot die Jahresfeier viel Gelegenheit für anregende Gespräche und neue Kontakte - und das in einer außergewöhnlichen Umgebung fernab von Alltag und Geschäft.
Zum anderen wollten wir mit der Veranstaltung die Kindernothilfe e.V. unterstützen. Der Verein sorgt dafür, dass Kinder in Nairobi/ Kenia mit familiären und finanziellen Problemen eine schulische Grundausbildung erhalten.
Wir danken allen, die sich daran beteiligt haben, denn die Sammel-Aktion hat sich gelohnt: Unsere Geschäftspartner spendeten zusammen 1200,00€. Die BerlinApotheke selbst hat noch was drauf gelegt: Der Betrag wurde - wie von Manfred Schneider auf der Feier angekündigt - verdoppelt.
Wir freuen uns über die vielen positiven Reaktionen unserer mehr als 200 geladenen Gäste. Ihnen haben die offene Atmosphäre, die vielen netten Gespräche, das Zusammentreffen mit Bekannten und das Kennenlernen neuer Menschen offensichtlich genauso viel Spaß gemacht wie uns selbst.
Februar 2008
Isentress – neues Medikament für HIV-Patienten mit Resistenzen
Am 21.12.2007 hat die EU-Kommission ein neues Medikament zur Behandlung von HIV-Patienten mit Arzneimittel-Resistenzen zugelassen. Die Zulassung gilt für alle 27 EU-Staaten sowie für Norwegen und Island.
Isentress, so der Handelsname, enthält den Wirkstoff Raltegravir und wird in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln eingesetzt. Das Medikament ist zugelassen für erwachsene, vorbehandelte Patienten, bei denen andere HIV-Medikamente durch Resistenzen unwirksam geworden sind.
Isentress wird zweimal täglich als 400mg-Einzeltablette unabhängig von der Nahrungsaufnahme eingenommen.
Als Nebenwirkungen werden vor allem Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen und Fieber genannt. Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen bewegen sich jedoch auf Placeboniveau, d.h. das Medikament ist gut verträglich.
Ein bedeutender Schritt vorwärts in der HIV-Therapie
Neu an Raltegravir ist sein Wirkmechanismus. Raltegravir hemmt die Integrase, eines von drei Enzymen, das für die Vermehrung des HIV-Virus verantwortlich ist.
Die Integrase steuert den Einbau der Erbsubstanz des Virus in das Erbgut der befallenen Zelle. Wird die Integrase gehemmt, können die Gene des HI-Virus nicht in das Erbgut der Wirtszelle eingebaut werden. Auf diese Weise lässt sich die virale Vermehrung und damit die Ausbreitung der HIV-Infektion auf andere Körperzellen verhindern.
Es gibt zwar bereits Präparate, die die anderen beiden für die Vermehrung des HI-Virus verantwortlichen Enzyme, Protease und Reverse Transkriptase, blockieren, aber Raltegravir ist der bisher einzige zugelassene Integrase-Hemmer (Integrase-Inhibitor).
Doppelblindstudien ermöglichten Zulassung
Die Zulassung von Isentress basiert auf zwei doppelblinden, placebo-kontrollierten klinischen Studien.
Dabei wurde der Wirkstoff Raltegravir 24 Wochen lang an HIV-Patienten mit Resistenzen gegen mindestens ein HIV-Medikament getestet.
Für die Studien wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe erhielt zu ihrer optimierten Basistherapie (OBT) ein Placebo, die andere Gruppe zusätzlich zur OBT zweimal täglich 400mg Raltegravir.
Im Ergebnis ließ sich für die mit Raltegravir behandelte Gruppe folgendes feststellen:
- die HIV-RNA-Last verringerte sich(auf unter 400 Kopien/ml),
- die Viruslast verringert sich(auf unter 50 Kopien/ml) und
- die CD4-Zellenzahl steigt.
Ein Video, das den Wirkmechanismus von Raltegravir veranschaulicht, finden Sie unter http://www.hiv-integrase.de.
Januar 2008
Polarity – Energie für Körper und Seele
Wann? Am 5. Februar 2008 um ...
Polarity ist eine neue Form der Körperarbeit, die darauf zielt,
• Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten und stärken,
• Blockierungen im Energiefluss zu lösen und
• gesundheitsfördernde Ressourcen zu aktivieren.
Wir bieten ihnen die Gelegenheit, die Möglichkeiten und Methoden dieser prozessorientierten Körperarbeit näher kennen zu lernen.
In Zusammenarbeit mit der Heilpraktikerin und Körpertherapeutin Eva Mansee Knecht hat die BerlinApotheke einen einstündigen Vortrag zum Thema „Polarity“ organisiert.
Wann? 5. Februar 2008, um 19.00 Uhr
Wo? Insumed, Oranienburger Str. 51, 10117 Berlin
Anmeldung unter Tel: (030) 282 78 76.
Die Veranstaltung ist kostenlos, wir bitten jedoch um telefonische Anmeldung.
Januar 2008
Neue HIV-Therapie – nur eine Tablette pro Tag
Vor 10 Jahren wurden die ersten HAART-Regime entwickelt (HAART steht für "hoch aktive antiretrovirale Therapie"). Damals mussten HIV-Patienten noch bis zu 30 Tabletten täglich einnehmen. Mit Atripla® genügt jetzt eine Pille pro Tag.
Mitte Dezember 2007 hat die europäische Arzneimittelbehörde ein neues Präparat zugelassen. Atripla® - so der Name des Präparats – bietet eine Dreifachkombination aus verschiedenen Wirkstoffen. Es enthält
- Efavirenz 600mg,
- Emtricitabin 200mg,
- Tenofovir Disoproxil Fumarat 300mg.
Das Besondere daran: Es ist die bisher erste und einzige HIV- bzw. AIDS-Therapie, bei der täglich nur eine Einzeltablette verabreicht wird.
Atripla® ist zwar nicht das erste Kombinationspräparat in der HIV-Therapie, aber es ist das erste, das die gesamte Therapie mit nur einer Tablette täglich abdeckt. Diese soll auf nüchternen Magen eingenommen werden, vorzugsweise vor dem Zubettgehen, um unerwünschte Wirkungen auf das Nervensystem zu vermeiden.
Atripla® ist zugelassen als eigenständige Therapie und in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten der HIV-1-Infektion bei Erwachsenen mit einer mehr als dreimonatigen Virussupression von unter 50 Kopien/ml, sofern kein Therapieversagen auftrat und keine Hinweise auf Resistenzen gegen einen der drei Bestandteile von Atripla® bestehen.
In den USA ist das Medikament seit dem Sommer 2006 auf dem Markt und steht seither als Therapie zur Behandlung von Patienten, die eine HIV-Behandlung begonnen haben, an erster Stelle.
Januar 2008
Sperma-Protein erhöht Infektionsgefahr mit HIV dramatisch
Wie eine neue Studie zeigt, erhöhen Eiweißbruchstücke, die in großen Mengen in der menschlichen Samenflüssigkeit vorkommen, die Infektionsrate des HI-Virus um das rund 1000-fache. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Vorgänge bei der sexuellen Übertragung des Virus und eröffnet neue Möglichkeiten, die Ausbreitung von AIDS zu verhindern.
Bisher stand die Wissenschaft vor einem Rätsel: Die Virusmenge, die beim heterosexuellen Verkehr übertragen wird, ist für eine erfolgreiche Infektion mit HIV eigentlich viel zu gering. Dennoch entstehen 80% der HIV-Infektionen durch sexuellen Kontakt.
Nach mehr als 10 Jahren intensiver Forschung haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Ulm jetzt eine interessante Entdeckung gemacht: Sie fanden in der menschlichen Samenflüssigkeit kleine Eiweissbruchstücke (Peptide), die sich aus der sauren Prostata- Phosphatase abspalten. Die saure Prostata-Phosphatase (PAP) ist ein in der Prostata gebildetes Enzym. Die Forscher um Frank Kirchhoff und Jan Münch konnten nachweisen, dass die entdeckten Peptide sogenannte amyloide Fibrillen ausbilden, Fasern, die das Virus wie mit einer Fähre in die infizierbaren Lymphzellen schleusen.
"Diese Fibrillen, als Semen-Enhancer of Virus Infection (SEVI) bezeichnet, binden HIV-Partikel mit hoher Effizienz und verstärken die Anheftung der Viren an die Zielzellen", so der Ulmer Virologe Jan Münch.
Weitere Versuche belegen, dass in Gegenwart der infektionsverstärkenden SEVI-Fibrillen nur einige wenige Viruspartikel nötig sind, um Zellen zu infizieren – "mehr als 1000-fach weniger als sonst", berichtet Frank Kirchhoff, der Seniorautor der Studie.
Außerdem fanden die Forscher heraus, dass derartige Fibrillen weit häufiger auftreten als bisher angenommen und ihre Fähigkeit, virale Infektionen zu verstärken, nicht nur auf HIV beschränkt ist.
Mit ihren Untersuchungsergebnissen haben die Wissenschaftler um Kirchhoff und Münch ein neues Kapitel in der AIDS-Forschung aufgeschlagen. Allerdings gilt es noch etliche Fragen zu klären, beispielsweise:
Wie helfen die Fibrillen dem Virus, in die Zielzellen zu gelangen?
Ist die Konzentration der SEVI-Fibrillen von Mann zu Mann unterschiedlich?
Schon jetzt arbeiten die Forscher an der Entwicklung von Wirkstoffen, die die Bildung von Fibrillen bzw. deren infektionsverstärkende Wirkung hemmen sollen. Denn wie auch Kirchhoff betont, wird es in naher Zukunft keine effektiven Impfstoffe zur Verhinderung der HIV-Übertragung geben.
Wenn es also gelänge, die Aktivität der Fibrillen zu blockieren, wäre dies ein Durchbruch: Das Risiko der sexuellen Übertragung von HIV ließe sich damit drastisch reduzieren.
Quelle: Cell 2007/131: 1059-1071
Dezember 2007
Haarausfall während einer Chemotherapie
Während einer Chemotherapie ist Haarausfall – in Fachkreisen Alopezie genannt - eine der häufigsten unerwünschten Behandlungsfolgen.
Die meisten Patienten empfinden Haarausfall als deutliche Beeinträchtigung ihres äußeren Erscheinungsbildes. Obwohl es sich bei der Alopezie während einer Chemotherapie lediglich um einen vorübergehenden Zustand handelt, kann das Selbstwertgefühl der Patienten stark beeinflusst werden. Oft liegt den Betroffenen sehr viel daran, dass ihre Erkrankung nicht für andere Menschen sofort sichtbar wird.
Es ist verständlich, dass das eigene Spiegelbild durch starken Haarverlust befremdlich wirken kann und sich Sorge und Angst durch die Alopezie einstellen. Daher hilft es vielen Patienten zu wissen, warum und wie lange Sie durch eine Chemotherapie unter Haarausfall leiden werden.
Hierzu haben wir Ihnen Antworten zu den drei wichtigsten Fragen bezüglich einer Alopezie zusammengestellt.
1. Warum fallen mir die Haare aus?
Der Haarausfall während einer Chemotherapie wird durch die verwendeten Arzneimittel (Zytostatika) ausgelöst. Zytostatika sind Medikamente, welche die Zellteilung und das Zellwachstum hemmen.
Die Zellteilung ist eine wichtige Grundlage für das Wachstum sämtlicher Körperzellen. Bei einer Zellteilung entstehen aus einer Zelle zwei neue identische Zellen. Der grundlegende Prozess dieses Vorgangs ist bereits in jeder normalen Zelle vorprogrammiert. Bei Krebszellen ist dieser Ablauf jedoch gestört. Diese Zellen teilen sich schnell und vollkommen unkontrolliert. Chemotherapien greifen in diesen Zellteilungsprozess ein und stören die Zellteilung - also den Wachstumsprozess- einer Krebszelle. Leider können Wirkstoffe einer Chemotherapie nicht zwischen dem Wachstum einer gesunden Zelle und dem Wachstum einer Krebszelle unterscheiden.
Chemotherapien greifen also hauptsächlich Zellen an, die sich häufig und schnell teilen. Genau das trifft auf die Haarzellen in der Wachstumsphase zu. Die Wachstumsphase der Haare wird abrupt abgebrochen und der Haarausfall setzt ein. In den überwiegenden Fällen sind nur die Kopfhaare vom Haarausfall betroffen. Aber auch andere Haare wie z.B. Schamhaare und Augenbrauen können durch bestimmte Arzneimittel vermehrt bis ganz ausfallen.
2. Ab wann fallen mir die Haare aus und wann wachsen sie wieder nach?
Nicht jede Chemotherapie führt zwangsläufig zu Haarausfall. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob ihre Therapie diese Nebenwirkung aufweisen kann. Abhängig von den verwendeten Arzneimitteln unter einer Chemotherapie, beginnen die Haare oft nach 2-3 Wochen auszufallen. Der Haarausfall kann sich in den folgenden 2 Monaten verstärken. In einigen Fällen können auch Augenbrauen, Brust- und Achselbehaarung sowie Schambehaarung vom Haarverlust betroffen sein.
Schon wenige Wochen nach Beendigung der Chemotherapie beginnt das Haar wieder zu wachsen.
Da diese Angaben jedoch nicht auf jeden Wirkstoff zutreffen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, inwiefern Sie von Alopezie in welchem Zeitraum betroffen sein können.
3. Was kann ich tun?
- Behandeln sie ihre Haare mit einem milden Shampoo und lassen Sie es an der Luft trocknen.
- Vermeiden sie äußere Einflüsse wie heiße Fönwärme, Haarsprays, Haarfärbemittel und Dauerwellen.
- Für Patienten mit längerem Haar ist es oft einfacher, wenn sie sich zu Beginn der Therapie für einen Kurzhaarschnitt entscheiden. So ist der Übergang zum Tragen einer Perücke fließender.
- Hüte, Tücher und Mützen schützen Ihre empfindliche Kopfhaut, sowohl im Sommer vor einem Sonnenbrand als auch im Winter vor Kälte.
- Die Kosten für das Anfertigen einer Perücke übernimmt Ihre Krankenkasse für Sie. Ein entsprechendes Rezept und Kontaktadressen von verschieden Perückenherstellern erhalten Sie in Ihrer Arztpraxis.
- Eine kosmetische Beratung erleichtert es Ihnen, einen möglichen Verlust von Augenbrauen und Wimpern mit verschiedenen Tricks auszugleichen
Das Ausmaß einer eventuellen Alopezie hängt von der verordneten Therapie ab.
Deshalb sollten Sie sich unbedingt persönlich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.
November 2007
Welt-AIDS-Tag 2007
„Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere“
Unter diesem Motto findet am 1. Dezember der diesjährige Welt-AIDS-Tag statt.
Rund um den Globus rufen an diesem Tag zahlreiche Organisationen mit Veranstaltungen zur Solidarität auf - mit Infizierten, Kranken und denen, die ihnen nahe stehen.
Politik, Wirtschaft, Medien und die gesamte Gesellschaft sollen an das Thema AIDS erinnert werden:
- daran, dass das HI-Virus noch lange nicht besiegt ist, wie die traurige Zahl von deutschlandweit 1384 Neuinfektionen im 1. Halbjahr 2007 beweist,
- daran, dass weltweit über 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert sind und
- daran, dass sich jährlich 4 Millionen Menschen neu infizieren.
Auch in diesem Jahr werben wieder viele engagierte Promis um Aufmerksamkeit für das Thema und um Solidarität mit den Betroffenen - darunter die Schauspielerin Christiane Paul, Eisschnellläuferin Anni Friesinger, Rapper Samy Deluxe und Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm.
1988 deklarierte die WHO den 1. Dezember erstmals zum Welt-Aids-Tag.
Auf einem Weltgipfel sprachen sich damals die Gesundheitsminister für einen intensiveren Austausch von Informationen über HIV und AIDS aus. Seitdem wird dieser Tag jährlich von der UNAIDS ausgerichtet.
In Deutschland organisiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung den Welt-AIDS-Tag. Ziele sind die Bekämpfung von AIDS durch Aufklärung und Schutz und die Stärkung der Solidarität.
Ebenfalls in den 80er Jahren schuf der New Yorker Frank Moore die Rote Schleife (Red Ribbon). Sie gilt bis heute als weltweites Symbol für Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken.
Setzen auch Sie ein Zeichen: Tragen auch Sie die Rote Schleife und zeigen Sie ihre Solidarität.
Die Rote Schleife sowie Antworten auf ihre Fragen rund ums Thema HIV und AIDS erhalten Sie am 1. Dezember in ihrer Filiale der BerlinApotheke.
November 2007
BerlinApotheke auf Tour im Süden Berlins
Am Samstag, dem 27. Oktober 2007, hat das ambulante Reha-Zentrum Ifarus plus in Zehlendorf im Süden der Hauptstadt einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Mit von der Partie war auch die BerlinApotheke.
Interessierte Besucher konnten sich auf der Veranstaltung über die Angebote der Ifarus plus GmbH informieren. Im Zuge einer Vortragsreihe für Patienten in der Rehabilitation hat Jochen Thorwarth von der BerlinApotheke das Thema Muskelaufbau und Ernährung näher beleuchtet. Was kann ein Patient für den optimalen Muskelaufbau tun? Welche Nährstoffe fördern ein effektives Muskelaufbautraining? Wann sollte man die Nährstoffe zu sich nehmen? Zu diesen und ähnlichen Fragen lieferte Thorwarth, Projektleiter AminoKonzept® der BerlinApotheke, wertvolle Tipps und Informationen.
Am eigenen Informationsstand stellte die BerlinApotheke dabei ihr neuestes Produkt vor: das Präparat AminoKonzept®. AminoKonzept® unterstützt medizinische Muskelaufbautherapien und kann auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt werden.
Außerdem konnten sich die Veranstaltungsbesucher ein Bild davon machen, wie es um ihren eigenen Körper steht. Die BIA-Messmethode bot ihnen Gelegenheit, ihre Körperzusammensetzung analysieren zu lassen. BIA steht für „Bioelektrische Impedanzanalyse“, ein Verfahren zur Bestimmung von Zellmasse, Wasser- und Fettanteil des Körpers. Aus diesen Werten kann dann z.B. die Muskelmasse errechnet werden. Im Sport und in der Sporttherapie wird mittels BIA beobachtet, wie sich die Muskelmasse verändert.
Durch Bestimmung des Fettanteils lässt sich besser beurteilen, wie erfolgreich eine Diät zur Gewichtsreduktion verläuft.
Durch die Präsentation der BerlinApotheke verließen die Besucher die Veranstaltung nicht nur bestens informiert in Sachen Gesundheit und Ernährung, sondern auch neu gewappnet für den Kampf gegen den Winterspeck.
Oktober 2007
Kostenlose Kosmetikberatung mit Makeup
Lassen Sie sich in unserer BerlinApotheke verwöhnen!! Astrid Kunze ist unsere Kooperationspartnerin der Firma Avéne, ausgebildete Kosmetikerin und Visagistin. Sie bestimmt Ihren Hauttyp und berät Sie zur Reinigung und Pflege Ihrer Haut, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse. Auf Wunsch gibt Sie Ihnen Tipps zur richtigen Anwendung von Makeup und schminkt Ihr Gesicht typgerecht.
Frau Kunze besucht uns:
am Freitag, den 23.11.2007 in der Oranienburger Str. 51, 10117 Berlin von 11:00-18:00 Uhr.
Wegen der großen Nachfrage bitten wir Sie um die rechtzeitige Reservierung eines Termins unter der Telefonnummer: 030 2833530
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Agnes Pokrzywka | Kosmetikberaterin
Oktober 2007
Maraviroc steht als erster Vertreter einer neuen Substanzklasse kurz vor der Markteinführung
Am 24. September 2007 hat die EU-Kommission dem neuen HIV-Wirkstoff Maraviroc der Firma Pfizer die europaweite Zulassung erteilt.
Der Wirkstoff Maraviroc (Kurzform: MVC), der in Europa unter dem Handelsnamen Celsentri® vertrieben wird, ist ein so genannter CCR5-Inhibitor. Er stellt das erste Medikament eines völlig neuen Therapieansatzes dar und kommt in Kombinationstherapie mit anderen antiretroviralen Medikamenten bei Patienten mit vorangegangenem Therapieversagen zur Anwendung.
Allerdings wirkt Maraviroc nur bei Patienten, die ausschließlich mit einer bestimmten Virusvariante (CCR5-trope Viren) infiziert sind.
Das neue Medikament wirkt nicht wie Protease-Hemmer oder Reverse-Transkriptase-Hemmer im Zellinneren, sondern von der Außenseite der weißen Blutzellen.
Das HI-Virus benötigt zum Eindringen in die CD4-Zellen verschiedene Rezeptoren: einen Hauptrezeptor und weitere Co-Rezeptoren.
Die Grundlagen der Forschung an diesem Wirkprinzip wurden erst im Jahre 1996 entdeckt, als man Prostituierte in Afrika untersuchte, die trotz HIV-Infektion keine schwere Immunschwäche entwickelten.
Es stellte sich heraus, dass diese Frauen Trägerinnen einer genetischen Mutation waren, die heute als Delta32 bekannt ist und die etwa ein Prozent der Bevölkerung tragen. Diese Mutation scheint nach heutigem Stand des Wissens einzig darin zu resultieren, dass die Bildung eines Co-Rezeptors auf den CD4 Zellen unterbleibt.
Dieser Co-Rezeptor trägt den Namen CCR5 (Kurzform: R5) und ist für den viralen Zelleintritt von HIV in die CD4 Zelle von Nöten.
Maraviroc vermag den Rezeptor CCR5 zu blockieren und versperrt dem Virus somit den Eintritt in die Körperzelle.
Da es jedoch verschiedene Virustypen gibt, die nicht alle CCR5 nutzen, muss vor Verordnung des neuen Medikaments ein so genannter Tropismustest am Patienten durchgeführt werden, der beweist, dass ausschließlich CCR5-tropes HIV-1 vorliegt. Dies ist bei über 50 Prozent der HIV-infizierten der Fall.
Bei Infektion mit einem anderen Virustypen, der einen anderen Co-Rezeptor nutzt, (Typ CXCR4) ist das neue Medikament jedoch wirkungslos.
Auch ist eine Infektion mit beiden Virusstämmen möglich; beide Rezeptoren können zum Zelleintritt genutzt werden. Diesen Fall nennt man dual-tropes Virus.
In den für die Zulassung relevanten Studien („MOTIVATE“ 1 und 2) wurden über 1.000 Patienten mit einer Viruslast über 5.000 Kopien/ml zusätzlich zu ihrer optimierten antiretroviralen Basistherapie (Kurzform: OBT) entweder mit Maraviroc oder Placebo behandelt. Dabei zeigte sich, dass Maraviroc zusammen mit der OBT zu einer wesentlich stärkeren Senkung der Viruslast führte, als bei Patienten, die ausschließlich die OBT erhielten.
Unter Maraviroc erreichten im Vergleich zu Placebo etwa doppelt so viele Patienten (zirka 45 Prozent der Studienteilnehmer) eine Viruslast unter der Nachweisgrenze (23 Prozent der Placebo behandelten Patienten).
Auch stieg die Zahl der CD4-Zellen signifikant stärker an (plus zirka 107 Zellen/µl bei Maraviroc im Vergleich zu plus 57,4 Zellen/µl bei Placebo).
Das Ausmaß an unerwünschten Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen, ebenso wie das Ausmaß an Studienabbrüchen unterschied sich in Verum- und Placebogruppe jedoch nicht.
Diese Ergebnisse der 24-Wochen-Studie bestätigten sich auch in Folge- beobachtungen über insgesamt 48 Wochen.
Einzige auf den Wirkstoff Maraviroc zurückzuführende Nebenwirkung scheint eine erhöhte Erkrankungsrate für das in Europa kaum verbreitete West-Nile-Fever zu sein.
Celsentri®, erhältlich in den Stärken 150 und 300 mg, wird zweimal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.
Da die Tabletten bestimmte Lipide enthalten, gelten Überempfindlichkeiten gegen Erdnüsse und Soja als Kontraindikation.
Die Lagerung des Medikaments erfolgt bei Zimmertemperatur.
Somit steht ab 15. Oktober 2007 ein völlig neuer Therapieansatz für Therapie erfahrene Erwachsene zur Verfügung.
Innerhalb von nur zehn Jahren hat man einen zuvor völlig unbekannten Rezeptor entdeckt, seine Wirkweise und Bedeutung verstanden, eine Substanz entwickelt und diese zur Zulassung gebracht.
August 2007
Kosmetische Behandlung der Lipoatrophie – eine Informationsveranstaltung für HIV-Patienten
HIV – Medikamente können trotz guter Wirksamkeit langfristig das Aussehen eines Patienten verändern. Die sogenannte Lipoatrophie ist eine typische Langzeitnebenwirkung und lässt das Unterhautfettgewebe im Bereich des Gesichtes, der Extremitäten und des Gesäßes schwinden. Eingesunkene Wangen und eine insgesamt hagere Erscheinung sind dann für Außenstehende nicht selten ein Grund für Nachfragen. Ihre Krankheit hat nunmehr ein Gesicht bekommen. Verschiedene Methoden zur kosmetischen Behandlung der Lipoatrophie im Bereich des Gesichtes stehen zur Verfügung. Welche davon bringen tatsächlich zufriedenstellende Ergebnisse, wie lange hält der Effekt an und was kostet die Behandlung (die normalerweise nicht von den Krankenkassen erstattet wird)? Dies sind nur einige Fragen, die Ihnen der auf diesem Gebiet erfahrene Dermatologe Dr. Hans-Jörg Reupke beantworten wird. Die Veranstaltung findet am 28.08.2007 um 19:00 in den Räumen der Insumed GmbH (über der BerlinApotheke Oranienburger Tor, Oranienburger Strasse 51, Berlin Mitte) in kleinem Kreis mit interessierten Patienten statt. Nachdem Herr Dr. Reupke die derzeit genutzten kosmetischen Methoden vorstellt hat, steht er Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung. Für Getränke und einen kleinen Imbiss ist gesorgt. Auf Grund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir Sie um eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung. Sie können sich wie folgt zu dieser Veranstaltung anmelden: Telefonisch: 030 283 35 30 Per mail: m.philipp@berlinapotheke.de
Juni 2007
Roche ruft den Proteasehemmer Nelfinavir (Viracept) zurück
Am 06.06.07 hat die Firma Hoffmann-La Roche den Rückruf aller Zubereitungsformen Ihres Medikaments Viracept® bekannt gegeben. Seit diesem Zeitpunkt ruht die europäische Zulassung für den Proteaseinhibitor mit dem Wirkstoff Nelfinavir, der seit 1998 auf dem deutschen Markt war.
Nachdem verschiedene Chargen des Medikaments einen „eigenartigen oder unangenehmen Geruch“ aufwiesen, der in einigen Fällen zu Übelkeit und Erbrechen führte, konnten anhand chemischer Analysen hohe Konzentrationen des potentiell krebserregenden Stoffes Methansulfonsäureethylester (EMS, Ethylmethansulfonat) nachgewiesen werden. Die Wirkung von EMS am Menschen ist noch nicht untersucht worden. Tierstudien zeigen jedoch, dass die Chemikalienklasse der Alkylmesylate, zu welcher EMS gehört, aus genotoxischen, kanzerogenen Substanzen besteht. Das potenzielle Langzeitrisiko ist bisher unbekannt. Als Ursache werden Verunreinigungen genannt, die wahrscheinlich dem Herstellungsprozess entstammen.
Seit dem Zeitpunkt des Rückrufs werden alle Ärzte aufgefordert, im Rahmen der HIV Therapie andere Proteasehemmer einzusetzen. Dennoch wird empfohlen, dass Viracept ®-Patienten ihre gesamte Medikation so lange weiter einnehmen, bis sie vom Arzt auf eine Alternativtherapie umgestellt werden. Diese sollte nach individuellen Patientenmerkmalen ausgewählt werden, da jedes dieser Medikamente andere Eigenschaften bezüglich einer Vielzahl von Faktoren besitzt. Zu beachten sind etwa Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, oder auch Probleme mancher Proteaseinhibitoren bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen.
Angebrochene Packungen sollen an den Arzt oder Apotheke zurückgegeben werden.
Als Folgemaßnahme auf das Rückrufverfahren hat der Hersteller Roche in Absprache mit der EMEA (die Europäische Arzneimittelagentur [European Medicines Agency] mit Sitz in London) ein weltweites Patientenregister eingerichtet, um betroffene Patienten zu erfassen und zu beobachten. Wie diese Erfassung im Einzelnen aussehen wird, ist jedoch nicht zuletzt wegen weltweit unterschiedlicher Datenschutzbestimmungen noch fraglich. Parallel dazu werden eine Reihe zusätzlicher Studien durchgeführt, um die potenziellen Wirkungen von Methansulfonsäureethylester weiter zu klären.
"Wir nehmen das Wohlergehen der Patienten ausgesprochen ernst. Nach unserem bisherigen Wissensstand gehen wir davon aus, dass für die Patienten nur ein geringes Risiko besteht, möchten aber sichergehen, dass die Patienten unter Beobachtung sind, und die Register werden eben dies ermöglichen," erklärt William B. Burns, CEO der Division Pharma von Roche. "Die Ursache für die vor kurzem festgestellten erhöhten Spiegel der verunreinigenden Substanz wurde gefunden und unser weiteres Vorgehen erfolgt wie mit der EMEA abgestimmt."
Aufgrund verschiedener Faktoren wurde der Wirkstoff Nelfinavir in Europa in den letzten Jahren allerdings kaum noch verwendet und gehörte nicht mehr zur Primärtherapie. Problematisch waren etwa die dreimal tägliche Einnahme von Viracept ®, die, obwohl im Allgemeinen gut verträglich, teilweise recht schweren Diarrhöen und vor allem eine im Vergleich zu geboosterten PI´ s schwächere Wirkung.
Roche bittet um Verständnis dafür, dass kein konkretes Datum genannt werden kann, ab dem Viracept ® wieder zu Verfügung steht. Vor Ende des Jahres wird damit aber sicherlich nicht zu rechnen sein, da abgewartet werden muss, bis die Daten aus Tierversuchen zur Verfügung stehen.
Sollten Sie noch Fragen betreffend des Rückrufs von Viracept ® haben, sprechen Sie uns bitte persönlich an, oder schicken Sie uns eine E-Mail!
