Über unsÜber unsStandorteStandorteKooperationenKooperationenAktuellesAktuellesServiceServiceShopShop
HIVOnkologieAminoKonzept
Aktuelles
Aktuelles

Januar 2010
Onkologie - Was bringt die Darmspiegelung?

Eine ganze Menge. Das belegt eine neue Studie, die erstmals den Nutzen von Darmspiegelungen zum Schutz vor Krebs an einem breiten Bevölkerungsquerschnitt untersucht hat.

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz.) hatten für ihre Untersuchung 3300 Saarländern rekrutiert. Voraussetzung für die Teilnahme: Die Probanden mussten an einer Darmspiegelung (Koloskopie) teilgenommen haben, die im Rahmen des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung angeboten wird. Alle Teilnehmer gaben darüber Auskunft, ob sie innerhalb der letzten zehn Jahre schon mal endoskopisch untersucht worden waren.

Richtungsweisende Ergebnisse
Die nun vorliegenden Ergebnisse sprechen deutlich für den Nutzen der Vorsorge zum Schutz vor Krebs. Denn bei denjenigen, die vorher schon an einer Koloskopie teilgenommen hatten, fanden die Forscher wesentlich seltener fortgeschrittene Krebsvorstufen, nur bei 6,1 % gegenüber 11,4 %.

Und noch etwas sehr Interessantes stellten die Forscher fest. In einem bestimmten Bereich des Darms ist die Darmspiegelung zum Schutz vor Krebs besonders effektiv: im linken Teil, der direkt in den Enddarm übergeht. Das ist genau der Bereich, in dem Krebs auch am häufigsten auftritt. Bei den Teilnehmern mit vorangegangener Untersuchung entdeckten die Wissenschaftler zwei Drittel weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen.
Das letzte Ergebnis ist insofern interessant, als dass dieser primär gefährdete Darmabschnitt auch gut mit einer einfacheren Methode als der Koloskopie untersucht werden kann: mit der kleinen Darmspiegelung, der sogenannten Sigmoidoskopie.

Kleine Darmspiegelung - die Vorsorge der Zukunft?
Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm, bei der Sigmoidoskopie wird nur der letzte Darmabschnitt mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Die kleine Darmspiegelung ist für die Patienten weniger unangenehm und aufwendig, denn die komplette Darmsäuberung am Vortag entfällt. Möglicherweise könnten damit mehr Menschen dazu bewegt werden, sich für die Teilnahme an einer Vorsorgeuntersuchung zu entscheiden.

Studienleiter Prof. Hermann Brenner schlägt vor: "Wir sollten daher auch in Deutschland in Erwägung ziehen, das gesetzliche Früherkennungsprogramm um die Sigmoidoskopie zu ergänzen. Ein solches Angebot würde wahrscheinlich auch von vielen Menschen angenommen, die eine Koloskopie nicht durchführen lassen wollen. So ließen sich noch deutlich mehr Krebsfälle vermeiden – das ist doch schließlich unser Ziel!"