Februar 2010
HIV - Surfen gegen HIV
Dem Virus selbst mit einem Impfstoff beizukommen, scheint zwecklos. Jetzt haben Forscher einen Weg gefunden, den Transport des Virus in die Zelle zu verhindern.
Immer wieder hat die Forschung versucht Mittel und Wege zu finden, das HI-Virus selbst anzugreifen, um dessen Ausbreitung zu verhindern. Allerdings mit wenig Erfolg. Denn zum einen gibt es unglaublich viele verschiedene HIV-Varianten, zum anderen verändert sich das Virus ständig und passt sich rasant den Reaktionen des menschlichen Immunsystems an. Dazu kommt: Das Virus hat sich im Laufe der Zeit einen stabilen Schutzpanzer aus Zuckermolekülen zugelegt, an dem die körpereigenen Abwehrzellen und Impfstoff-Antigene einfach abperlen.
Neues Angriffsziel: das HIV-Transportmittel
Andere Forschungsansätze richten sich daher nicht gegen das Virus selbst, sondern versuchen, den Übertragungsweg in die Zelle zu blockieren. Ein Wissenschaftlerteam des Gladstone Institutes hat nun einen Wirkstoff entdeckt, der die Infektionskraft des HI-Virus schwächt, indem es dessen Transport stört.
Das Transportmittel heißt SEVI (Semen-derived Enhancer of Viral Infection), ist ein Bestandteil im Sperma und erleichtert dem HI-Virus auch das Andocken an die Zielzellen. Das Kombisystem von SEVI und HIV ist äußerst effektiv, denn in Anwesenheit von SEVI sind 1000-fach weniger HI-Viren nötig, um Zellen zu infizieren.
Mit Surfen bleibt HIV auf der Strecke
Der neuentdeckte Wirkstoff trägt den sportlichen Namen „Surfen“ und hat gleich zwei positive Eigenschaften: Er verhindert, dass sich HI-Viren an SEVI binden und dass sie an der Zielzelle andocken. Surfen schwächt also die Aktivität von SEVI und verringert die Ansteckungskraft von HIV schon beim Geschlechtsverkehr. Für die Zukunft wäre es also denkbar, Surfen in Vaginalgels einzubringen.
Allerdings befindet sich der Wirkstoff noch in der Entwicklung. Bis zur Marktreife wird es wohl noch eine Weile dauern.
