Tag der Antibabypille

18.08.2017. Das Jahr 1961 war für viele Frauen eine Revolution: Die erste Antibabypille kam in Westdeutschland auf den Markt, in der DDR vier Jahre später. Mit ihr verbindet man die sexuelle Befreiung, Selbstbestimmung und Emanzipation. Frauen mussten von nun an keine Angst mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft haben und konnten selbst über den richtigen Zeitpunkt ihrer Familienplanung entscheiden.

Anfangs war die Pille eine hochdosierte Hormonbombe. Diese sogenannte 1. Generation der Pille unterdrückte zwar zuverlässig den Eisprung, hatte aber auch einige unerwünschte Wirkungen. Dank Forschung und Weiterentwicklung sind heutzutage nur noch Präparate mit deutlich reduzierten Hormonmengen im Handel. Mit ihnen verhüten etwa 7 Millionen Frauen in Deutschland.

Auch wenn die Pilleneinnahme für viele Frauen zum Alltag gehört wie das Zähneputzen, bleibt sie ein Medikament und untersteht der Verschreibungspflicht. Nur ein Arzt kann unter Berücksichtigung bestimmter Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Übergewicht, Alter) darüber entscheiden, ob eine hormonelle Empfängnisverhütung geeignet ist. Die Kosten für die Pille als Verhütungsmittel werden bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus fallen monatlich – je nach verordnetem Präparat – durchschnittlich 10 Euro an.

Obwohl die Pille zu einem der sichersten Verhütungsmittel zählt, kann sie nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Deshalb sollten vor allem Frauen mit wechselnden Partnern auf Nummer sicher gehen und zusätzlich Kondome verwenden.